Das Netzwerk gelebter Nächstenliebe ist dringend nötig

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Caritasverband Weiden-Neustadt feierte sein 50-jähriges Bestehen

„Caritas ist täglich eine große und neue Herausforderung. Caritas ist nicht ein soziales Hobby, das sich die Kirche leistet, wenn es ihr gut geht. Caritas gehört wesentlich in ihren Auftrag hinein." So schilderte Vorsitzender Tobias Konze die Bedeutung des katholischen Wohlfahrtsverbandes. Seit 50 Jahren ist die Caritas als sozialer Arm der katholischen Kirche in der Stadt Weiden und im Landkreis Neustadt an der Waldnaab organisiert. Zur Jubiläumsfeier kamen Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft. Den Festgottesdienst in der Josefskirche zelebrierte Diözesan-Caritasdirektor Monsignore Dr. Roland Batz, zusammen mit Landes-Caritasdirektor Prälat Bernhard Piendl, Stadtpfarrer Andreas Uschold, Dekan Thomas Jeschner, Pfarrer Gerhard Schmidt, Pfarrer Georg Gierl und Pfarrer Alfons Forster.

„Mit unserem Tun stehen wir in einer großen Tradition. Schon die ersten Jünger waren Menschenfischer, haben Netze geknüpft, um andere für den Glauben zu begeistern und Not zu lindern“, sagte Diözesan-Caritasdirektor Dr. Roland Batz in seiner Predigt. Ohne die Feier der Liturgie und ohne die Botschaft des Glaubens wäre die Caritas als gelebte Nächstenliebe sinnleeres Tun. Caritas sei ein wesentlicher „Brückenpfeiler“ von Kirche. Batz dankte allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Weiden und im Landkreis Neustadt für Ihren Dienst am Menschen. „Caritas muss dort sein, wo die Menschen uns brauchen“, sagte er. Der Weidener Oberbürgermeister Kurt Seggewiß griff den Netzwerkgedanken beim anschließenden Festakt im Pfarrheim auf. „Ohne die Caritas und ihre sozialen Dienste wäre unsere Stadt ein ganzes Stück ärmer“, sagte er. Obwohl Deutschland eines der reichsten Länder sei, gehe die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinander. „Die Caritas sorgt für die Menschen, die durchs soziale Netz fallen“, sagte er. Wir müssen gemeinsam sehen, dass dieses Netz wieder stark genug wird.   

Siegfried Riß und Johann Spindler wurden bei der Jubiläumsfeier für ihre Verdienste als Caritas-Mitarbeiter ausgezeichnet. Landgerichtspräsident a. D. Siegfried Riß war 16 Jahre im Vorstand des Kreis-Caritasverbandes, davon zehn Jahre als Vorsitzender tätig. Dazu übernahm er auch die Vorstandschaft der Caritas-Sozialstation in Vohenstrauß. Johann Spindler arbeitet seit 1988 beim Verband, ist dort die Stimme am Telefon und oft erster Ansprechpartner in Notfällen. Sein musikalisches Talent stellt er bei der Weihnachtsfeier für Alleinstehende und beim Sonnenzug auch in den Dienst der Caritas. Beide erhielten aus der Hand von Monsignore Dr. Roland Batz die Elisabeth-Medaille, eine Auszeichnung des Diözesan-Caritasverbandes. Mit vielen Bildern ließ Caritas-Geschäftsführer Bernhard Uhl die Geschichte der Caritas vor Ort Revue passieren. Messe und Festakt wurden musikalisch begleitet vom Weidener Bläserquartett Tobias Böhm, Armin Scharnagl, Josef Neubauer und Stefan Karl.

50 Jahre Caritas WEN-NEW
Am 11. Juni 1963 versammelten sich die 40 Seelsorger der Dekanate Weiden-Stadt und Weiden-Land unter dem Vorsitz von Dekan Konrad Müller (Weiden St. Josef) im damaligen Bischöflichen Knabenseminar, um für die Stadt Weiden in der Oberpfalz und den Landkreis Neustadt/WN einen Caritasverband zu gründen. Die Initiative dazu war vom damaligen Diözesan-Caritasdirektor Prälat Michael Prem ausgegangen. Im Januar 1964 wurde der örtliche  Caritasverband beim Registergericht unter der Nr. VR 36 eingetragen. Erster Vorsitzender wurde Dekan Konrad Müller. Am 1. April 1964 wurde Alois Weinzierl zum Geschäftsführer berufen. In den Anfangsjahren wurden vorwiegend Kinder- und Seniorenerholungsmaßnahmen angeboten. 1967 wurde mit Suchtberatung und Erziehungsberatung begonnen. Die Erziehungsberatung ist heute in der Trägerschaft der Katholischen Jugendfürsorge. Suchtberatung, Schwangerschaftsberatung, Beratungsstelle für seelische Gesundheit und Fachakademie für Sozialpädagogik sind heute in der Trägerschaft des Diözesan-Caritasverbandes Regensburg. Als Schwerpunkt der Aufgaben des Kreisverbandes hat sich seit 1979 die ambulante Krankenpflege entwickelt. In Weiden, Grafenwöhr, Floß/Flossenbürg und Vohenstrauß wurden Caritas-Sozialstationen gegründet, die bis heute ihren täglichen Dienst an alten, kranken und pflegebedürftigen Menschen versehen. Seit 1991 ist der Kreis-Caritasverband Träger der Sozialpädagogischen Familienhilfe, eine Einrichtung der ambulanten Jugendhilfe, die in Stadt und Landkreis mit vier Fachkräften Familien über einen längeren Zeitraum betreut. An die Geschäftsstelle angegliedert ist die Allgemeine Sozialberatung als Erstanlaufstelle für alle möglichen Problemstellungen. Auch Migrationsberatung und die Asylsozialberatung sind im Caritas-Haus untergebracht. Höhepunkt eines jeden Jahres ist der seit 38 Jahren durchgeführte „Sonnenzug“, eine Tagesfahrt für Gehbehinderte, Rollstuhlfahrer, Behinderte und Senioren, die ohne Begleitung und Betreuung nur schwer auf Reisen gehen können.