News Bild „Das feste Fundament der Kirche kann niemand demontieren“ - Treffen der Kapläne aus dem Bistum mit Bischof Gerhard Ludwig Müller

„Das feste Fundament der Kirche kann niemand demontieren“ - Treffen der Kapläne aus dem Bistum mit Bischof Gerhard Ludwig Müller

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Anlässlich eines Studientages für die Kapläne in der Diözese Regensburg im Katholischen Bildungshaus Schloss Spindlhof referierte Prof. Dr. Bertram Stubenrauch aus München zum Thema „Neuer Atheismus – Hintergründe, Argumente, Schwachstellen“. Bischof Gerhard Ludwig Müller besuchte die rund 40 jungen Geistlichen, suchte mit ihnen das Gespräch und feierte einen Gottesdienst in der Hauskapelle.

In seiner Predigt ging der Regensburger Oberhirte auf die öffentliche Debatte zu Missbrauchsfällen in der Katholischen Kirche ein. Vier Monate lang sei es den Medien gelungen, das Thema Missbrauch mit der Kirche zu verbinden, obwohl der bewiesene statistische Anteil von Übergriffen im kirchlichen Bereich unter 0,1 Prozent falle. In der Öffentlichkeit seien die Proportionen verschoben worden. Daran sehe man eine Instrumentalisierung, um die Kirche zu diskreditieren. Wir alle stellten uns selbstverständlich die erschreckte Frage, wie es überhaupt möglich ist, dass Übergriffe durch einen geweihten Priester stattfinden und wie der gute Hirte zum Wolf werden konnte? Der Missbrauch von Kindern und Jugendlichen sei mit dem priesterlichen Dienst unvereinbar, betonte der Bischof. Respekt und Würde der Kinder müssten zu jeder Zeit gewahrt werden. Gleichzeitig solle sich aber jeder vor einer Kollektivverurteilung des gesamten Priesterstandes und somit der katholischen Kirche verwahren.

Viele Priester, so Bischof Gerhard Ludwig Müller, seien verunsichert. Wie solle man sich verhalten? Der Geistliche müsse den Menschen wohlwollend nahe sein. Er brauche den Gestus des Berührens, denn Seelsorge fände nicht nur in Worten Ausdruck. Auch Jesus habe die Nähe zu den Menschen gesucht, um zu trösten oder zu segnen. Dabei dürften selbstverständlich Grenzen nicht überschritten werden. Es gelte, eine innere Balance zu finden zwischen Nähe und Abstand, ohne dabei eine künstliche Distanz aufzubauen.

„Die Kirche befindet sich nicht in einem chaotischen Zustand, in dem drohe, dass sich alles auflöst. Denn Christus ist das feste Fundament der Kirche. Dieses Fundament kann niemand demontieren. Das Schifflein Petri, das die Kirche darstellt, hält jedem Sturm stand und kommt wieder in bessere Gewässer. Wir alle müssen Mut fassen, uns nicht einschüchtern und innerlich verunsichern lassen. Was auch kommt, seid versichert: Der Bischof steht zu Euch und allen Mitarbeitern der Kirche!“, so ermutigte Bischof Gerhard Ludwig Müller zum Ende seiner Predigt die Kapläne.