Kirche mit Vorplatz in Peru.

Chiclayo im Zeichen der Solidarität zum 34. Welttag der Kranken

Einblick in die Weltkirche


Regensburg, 18. Februar 2026 

Der Welttag der Kranken findet seit 1992 am dem Fest Unserer Lieben Frau von Lourdes statt. In diesem Jahr war die zentrale Feier in der früheren Diözese von Papst Leo XIV. in Chiclayo in Peru. 

Peru ist die Herzensheimat von Papst Leo XIV. Immer wieder berichtet der Papst von seiner Zeit im Andenstaat und von den Erfahrungen mit den Menschen dort. Seine Beziehungen zu dem Land und zur Kirche vor Ort sind eng. Mit den peruanischen Bischöfen verbindet ihnen ein herzliches mitbrüderliches Verhältnis. So verwundert die Wahl des Ortes für die zentrale Feier des 34. Welttages der Kranken, die vom 9. bis 11. Februar 2026 begangen wurde, nicht sonderlich. Die peruanischen Stadt Chiclayo war der Ort der Wahl. 

Die frühere Diözese des Papstes im Norden des Landes rückte damit für drei Tage in den Mittelpunkt der weltweiten kirchlichen Aufmerksamkeit. Seine pastoralen Erfahrungen in Peru prägten auch die inhaltliche Ausrichtung des Welttags, der bewusst nicht nur medizinische, sondern auch soziale und spirituelle Dimensionen von Krankheit in den Blick nahm. So war Chiclayo für die Tage ein Ort der Begegnung, des Mitgefühls und der Auseinandersetzung mit den Herausforderungen moderner Gesundheitsversorgung.

Der Welttag stand unter dem Leitwort „Die Barmherzigkeit des Samariters: Lieben, indem man das Leid des anderen mitträgt“. In seiner Botschaft rief Papst Leo XIV. dazu auf, Kranke nicht auf ihre Diagnose zu reduzieren, sondern ihnen mit Nähe, Zeit und menschlicher Zuwendung zu begegnen. Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter diente dabei als zentraler Bezugspunkt. Diese Nächstenliebe, so der Papst, speise sich notwendigerweise aus der Begegnung mit Christus, der aus Liebe sein Leben für uns hingegeben hat. „Das hat der heilige Franziskus sehr schön deutlich gemacht“, so der Papst, „als er über seine Begegnung mit den Aussätzigen sagte: ‚Und der Herr selbst hat mich unter sie geführt‘, weil er durch sie die Wonne des Liebens entdeckt hatte“.

Gemeinsam mit Unserer Lieben Frau von Lourdes

Der Welttag der Kranken wurde erstmals 1992 von Papst Johannes Paul II. eingeführt, um das Gebet für Kranke und für diejenigen, die sich um sie kümmern, zu fördern. Den Welttag der Kranken richtete der Papst damals kurz nach ersten Anzeichen seiner Parkinson-Krankheit ein. Dieser Umstand wurde erst Jahre später offiziell bestätigt wurde. In seinem apostolischen Schreiben „Salvifici Doloris“ reflektierte Johannes Paul II. über das Leiden als eine erlösende Erfahrung, wenn es mit Christi eigenem Leiden vereint wird. Der erste Welttag der Kranken wurde am 11. Februar 1993 gefeiert, zeitgleich mit dem Fest Unserer Lieben Frau von Lourdes, einem Tag, der traditionell Gebeten für Heilung und Mitgefühl gewidmet ist.

Besuche, Dialog und Gottesdienst

Zum päpstlichen Sondergesandten hatte der Papst Kardinal Michael Czerny, Präfekt des Dikasteriums für den Dienst an der ganzheitlichen menschlichen Entwicklung, ernannt. Unter Bezugnahme auf die „Bekenntnisse“ des heiligen Augustinus erinnerte der Papst daran, so Vatican News in einem Bericht über den Welttag, dass das menschliche Herz unruhig bleibe, bis es Ruhe in Gott finde. Kardinal Czerny solle diese Botschaft der Hoffnung nun persönlich nach Peru tragen. Der Kurienkardinal besuchte mehrere Krankenhäuser in Chiclayo, sprach mit Patientinnen und Patienten, Angehörigen sowie medizinischem Personal und unterstrich die Bedeutung einer Gesundheitsversorgung, die den ganzen Menschen im Blick hat.

Am Montag besuchte die vatikanische Delegation die Abteilung für Innere Medizin im Las Mercedes Krankenhauses. Danach führte der Weg auf die Palliativ- und Notfallversorgungstation des Almanzor Asenjo Krankenhauses. Das Belén-Krankenhaus war die letzte Station der Delegation. Hier sprach der Kardinal mit Patienten in der Inneren Medizin und in der Notaufnahme. 

„Liebe Kranke“, so der Kardinal in einer Ansprache, „ich möchte euch sagen, dass ihr nicht allein seid. Jeder von euch wird von Gott mit Liebe angeschaut und von der Kirche umarmt.“ In Phasen der Schwachheit sei Gott dem Menschen besonders nahe und könne das Leiden in eine „Quelle der Gnade“ verwandeln. Ferner hob der Kardinal hervor, dass in der spirituellen Sorge um Kranke „Präsenz und Einfachheit“ gefragt seien und „Nähe und konkrete Hilfe“, nach dem Vorbild des Barmherzigen Samariters geleistet werden solle. Darauf hatte auch Papst Leo XIV. in seiner Botschaft hingewiesen. Jede kleine Geste der Hilfe und jedes Wort der Ermutigung, das Kranken entgegengebracht werde, seien Ausdruck christlicher Nächstenliebe.

Treffen an der Universität

Im Anschluss daran gab es ein Treffen in der Katholischen Universität Santo Toribio. Neben den Bischöfen und den für Gesundheit und Seelsorge in Gesundheitseinrichtungen verantwortlichen der Bischofskonferenzen Lateinamerikas und der Karibik, nahmen an dem Treffen auch Direktoren der verschiedenen Organisationen und die vatikanische Delegation unter der Leitung von Kardinal Michael Czerny teil. Hier fand ein akademisch theologisches Seminar statt, bei dem unter anderem über das Thema Mitgefühl in der Medizin sowie die Fortentwicklung der Palliativmedizin und die Herausforderungen kirchlicher Krankenpastoral im Fokus standen. Am Folgetag schlossen sich Vorträge der Santo Toribio de Mogrovejo Schule an. 

Hier sprachen Dr. Luis Solari de la Fuente und Dr. Luz María Loo Palomino de Li von der Katholischen Universität Santo Toribio de Mogrovejo in Chiclayo und der mexikanische Priester Alejandro Álvarez Gallegos, Theologe und Viehzüchter aus Lateinamerika. Die Feierlichkeiten endeten am 11. Februar, dem Gedenktag Unserer Lieben Frau von Lourdes, mit einer feierlichen Eucharistie im Heiligtum Nuestra Señora de la Paz. In der Heiligen Messe spendete der Kardinal einigen Patienten mit schweren Diagnosen die Krankensalbung. Dieses Sakrament ist ein Zeichen, dass Gott das seelische Heil aber auch die körperliche Heilung des Menschen will. 

Internationale Perspektive und lokale Realität

An den Veranstaltungen nahmen Delegierte aus zahlreichen Ländern Lateinamerikas und der Karibik teil. Zugleich lenkte der Welttag den Blick auf die soziale Realität Perus: Viele Menschen haben hier nur eingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung. Die Kirche versteht ihre Krankenpastoral hier als ergänzenden Dienst, den sie durch Begleitung, Orientierung und konkrete Hilfe versieht. Der Welttag der Kranken 2026 setzte in Chiclayo ein deutliches Zeichen: Krankheit ist nicht nur eine medizinische Herausforderung, sondern eine menschliche und gesellschaftliche Aufgabe. Mit seinem Schwerpunkt auf Mitgefühl und Nähe machte der Welttag sichtbar, wofür kirchliches Engagement im Gesundheitsbereich stehen will – für Solidarität, Würde und Hoffnung. Auch international wurde der Welttag der Kranken wahrgenommen. Im Vorfeld hatte Kardinal Michael Czerny als offizieller Delegat des Papstes die Botschaft des Heiligen Vaters Leo XIV. zum XXIV. Welttag der Kranken 2026 Im Vatikan der Öffentlichkeit auf einer Pressekonferenz vorgestellt. 

Text: Peter Winnemöller
Foto: Shutterstock



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