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Zur Neuigkeit
Caritas Regensburg beteiligt sich an Suizidpräventionskampagne
Zum Welttag der Suizidprävention
Regensburg, 10. September 2026
In Deutschland nimmt sich statistisch alle 51 Minuten ein Mensch das Leben und etwa alle fünf Minuten findet ein Suizidversuch statt. Das sind Zahlen, die erschrecken und doch selten zur Sprache kommen. Am 10. September ist der Welttag der Suizidprävention. Ziel ist es aufzuklären, Tabus zu brechen und Hilfe sichtbarer zu machen.
Die Dimensionen einer stillen Krise
In Deutschland starben mehr Menschen durch Suizid als durch Verkehrsunfälle, Gewaltverbrechen, illegale Drogen und AIDS zusammen. Das geht aus einer Auswertung hervor, die das Nationale Suizidpräventionsprogramm für Deutschland, kurz NaSPro, publizierte. Mit zunehmendem Lebensalter steigt das Suizidrisiko deutlich und das durchschnittliche Alter der Verstorbenen liegt bei rund 62 Jahren. Doch auch junge Menschen sind betroffen, denn in ihrer Altersgruppe sind Suizidversuche besonders häufig, vor allem unter jungen Frauen. In Regensburg ist die Beratungsstelle Horizont Anlaufstelle für Menschen mit Suizidgedanken, besorgte Angehörige und Hinterbliebene. Zuständig sind sie für den Bezirk Oberpfalz. Wie aus der Todesursachenstatistik hervorgeht, starben im Jahr 2023 in diesem Gebiet 125 Menschen an Suizid, sagt Beraterin Lisa Pfeiffer.
Suizid ist kein Randthema, sondern betrifft Menschen aller Altersgruppen und sozialen Schichten. Trotzdem wird Suizid in der Öffentlichkeit oft nur als individuelles Schicksal betrachtet, und nicht als gesellschaftliche Herausforderung. Fachleute sind sich jedoch einig, dass ein Großteil der Todesfälle vermeidbar ist. Die wichtigste präventive Maßnahme ist schlicht und anspruchsvoll zugleich: darüber sprechen und Hilfsangebote zugänglich machen.
Suizidalität erkennen und ansprechen
Suizidale Menschen zeigen oft Warnsignale: Zu diesen zählen der soziale Rückzug aus dem Freundeskreis und der Familie oder eine deutliche Verschlechterung des psychischen Zustands. Es können sich außerdem Auswirkungen auf Stimmung, Schlaf oder Verhalten zeigen. Häufig äußern Betroffene auch direkt ihre Suizidgedanken oder deuten verdeckt darauf hin. „Es ist fatal, Suizidankündigungen nicht ernst zu nehmen“, sagt Pfeiffer. „Auf Zeichen und auch das eigene Bauchgefühl sollte man hören.“
Achtsamkeit ist gefragt. Fachleute betonen, dass Nahestehende im Verdachtsfall nicht scheuen sollten, Betroffene anzusprechen und sich im Zweifel immer fachliche Hilfe zu suchen. „Wir sind da, um die Schwere gemeinsam auszuhalten.“ Im vergangenen Jahr fanden an der Beratungsstelle Horizont 1598 Kontakte mit Menschen in Krisensituationen statt. Darunter Betroffene, Angehörige und Hinterbliebene. Die Berater bieten ihnen ein offenes Ohr und Unterstützung.

Text: Lea Grosser/Caritas Regensburg
(kw)
Weitere Infos
Beratungsstelle HORIZONT
Hemauer Straße 8
93047 Regensburg
caritas-regensburg.de/beratungsstelle
Beratungstelefon: +49 941 581 81
Öffnungszeiten:
Montag: 9 bis 13 Uhr
Dienstag bis Donnerstag: 9 bis 17 Uhr
Freitag: 9 bis 13 Uhr




