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Zur Neuigkeit
Bischof Voderholzer spendet in Laberweinting das Sakrament der Firmung
Das persönliche Ja zur Taufe
Laberweinting, 11. Juli 2026
Rund 50 Jugendliche haben in der Pfarrkirche St. Martin in Laberweinting das Sakrament der Firmung empfangen. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer erinnerte sie daran, dass Gott jeden Menschen beim Namen kennt und ihn auf seinem Lebensweg begleitet. Zugleich ermutigte er die Firmlinge, ihren Glauben selbstbewusst zu leben und die Gabe des Heiligen Geistes als Kraft für ihr eigenes Leben anzunehmen.
Am Samstag erlebten die Pfarrangehörigen der Pfarrei Laberweinting, der Pfarreiengemeinschaft Grafentraubach-Hofkirchen und der Expositur Allkofen einen bedeutenden Meilenstein auf ihrem gemeinsamen Glaubensweg. In der Pfarrkirche St. Martin in Laberweinting kamen die Gläubigen zu einem feierlichen Pontifikalamt zusammen, in dem der Regensburger Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer rund 50 Jugendlichen das Sakrament der heiligen Firmung spendete. Gemeinsam mit Ortspfarrer George Parankimalil, Pfarrer Dr. Peter Amevor und Pfarrer i. R. Johannes Bäuml feierte er die Heilige Messe. Die musikalische Gestaltung der Liturgie übernahm der Kirchenchor Hofkirchen unter der Leitung von Stephanie Glöbl.
Nach dem von den Firmlingen mitgestalteten Kyrie und der Verkündigung des Evangeliums nach Johannes wandte sich Bischof Rudolf in seiner Predigt unmittelbar an die Jugendlichen. Er schlug dabei den Bogen von ihrer Taufe, die mehr als ein Jahrzehnt zurücklag, bis zu ihrer bewussten und eigenen Entscheidung für den Glauben in der Firmung.
Eltern müssen für ihre Kinder entscheiden
Bischof Rudolf erinnerte die Jugendlichen an ihre Taufe. Damals hätten sie noch nicht selbst entscheiden können. Diese Entscheidung hätten ihre Eltern für sie getroffen. Ebenso hätten sie ihren Namen ausgewählt, über Kindergarten und Schule entschieden und ihre Kinder in die Muttersprache hineinwachsen lassen.
Auch in den Glauben und in die Gemeinschaft der Kirche hätten die Eltern ihre Kinder hineingeführt. Sie hätten ihnen damit mehr mitgeben wollen als materielle Sicherheit: eine Hoffnung, die über das sichtbare Leben hinausreiche. Für Christen sei das Leben selbst ein Geschenk Gottes. Die Taufe nehme den Menschen in das Leben des dreifaltigen Gottes hinein und stelle ihn unter die Verheißung, einmal ganz bei ihm geborgen zu sein.
Die Firmung ist das persönliche Ja
Mit der Firmung könnten die Jugendlichen nun selbst Ja zu ihrer Taufe und zu ihrem Glauben sagen. Was ihre Eltern einst für sie entschieden hätten, nähmen sie nun bewusst an und machten es zu ihrer eigenen Sache, so der Regensburger Oberhirte.
Der große und heilige Gott, der ihnen durch ihre Eltern das Leben geschenkt habe, vergesse keinen Menschen. Er kenne jeden Einzelnen und jeden Namen. Er habe den Namen eines jeden Menschen in sein Herz geschrieben und halte seine segnende Hand über ihn, was auch immer im Leben kommen möge.
Jesus Christus solle ihnen dabei ein vertrauter Begleiter und bester Freund sein. Im Gebet könnten sie ihm ihr Herz ausschütten, ihre Fragen vor ihn bringen und mit ihm ringen.

Der Heilige Geist gibt Rückgrat
Bischof Rudolf ging auch auf die frühere Vorstellung ein, bei der Firmung erhalte der Firmling einen Backenstreich. Eine Ohrfeige gebe es bei der Firmung nicht. Die alte Vorstellung verweise vielmehr auf den Heiligen Geist als Geist der Stärke.
Der Heilige Geist schenke Rückgrat und Standfestigkeit. Der Bischof erinnerte an die Jahre zwischen 1933 und 1945 und an die vielen Christen, die heute weltweit wegen ihres Glaubens verfolgt würden. In Deutschland herrsche Religionsfreiheit. Dennoch brauche es auch hier Mut, zum eigenen Glauben zu stehen und nicht umzufallen, wenn andere darüber spotteten oder ihn ablehnten.
Die Jugendlichen hätten den Geist der Stärke, des Rates und der Weisheit empfangen. Er helfe ihnen, zu ihrem Glauben zu stehen und zu wissen, wem sie gehörten: Jesus Christus, ihrem besten Freund.
Künstliche Intelligenz sinnvoll nutzen
Der Heilige Geist solle den Jugendlichen auch helfen, mit sozialen Medien und Künstlicher Intelligenz verantwortungsvoll umzugehen. Sie sollten die neuen Möglichkeiten nutzen, sich ihnen aber nicht ausliefern. Bei aller Künstlichen Intelligenz dürfe die natürliche Intelligenz nicht vergessen werden.
Dazu gehörten das eigene Denken, das Kopfrechnen, das Auswendiglernen von Gebeten und Gedichten, aber auch Sport, Spiel und Musik. Wer singen oder ein Instrument spielen könne, solle diese Begabung in die Gemeinschaft einbringen. Durch die Firmung seien die Jugendlichen dazu befähigt und gestärkt.
Der Heilige Geist ist das größte Geschenk
Bei aller Freude über die Geschenke des Firmtages müsse die Reihenfolge stimmen. Das erste, größte und wichtigste Geschenk sei die Gabe des Heiligen Geistes.
Auch die Firmpaten seien ein besonderes Geschenk. Mit der Hand auf der Schulter des Firmlings zeigten sie, dass sie hinter ihm stünden und ihn auf seinem Weg begleiten wollten. Der Bischof dankte ihnen dafür, den Jugendlichen mit ihrer Lebens- und Glaubenserfahrung zur Seite zu stehen.
Die Eltern bat Bischof Rudolf, ihren Kindern weiterhin im Glauben voranzugehen. Weihnachten, Ostern und Pfingsten sollten in den Familien auch in ihrem religiösen Gehalt lebendig bleiben. Dazu gehörten eine gute Sonntagskultur, der Besuch des Gottesdienstes und das Gespräch über den Glauben.
Nach der gemeinsamen Erneuerung des Taufbekenntnisses breitete Bischof Dr. Rudolf Voderholzer die Hände über die Firmlinge aus und betete um die Herabsendung des Heiligen Geistes. Anschließend spendete er ihnen durch Handauflegung und die Salbung mit Chrisam das Sakrament der Firmung.
Die Neugefirmten trugen danach die Fürbitten vor. Mit dem feierlichen Pontifikalsegen endete der Festgottesdienst.
Text: Sabrina Melissa Melis
(SG)





