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Bischof Voderholzer feiert in Brennberg den vierten Advent

Warum wir an Weihnachten die Bibel zur Hand nehmen sollten

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Brennberg, 18. Dezember 2022

Es war ein zapfig-kalter Wintertag, als Bischof Rudolf seinen „Weg hinein ins Bistum“ fortsetzte. Zum ersten Mal feierte er in der Pfarrkirche Brennberg (Landkreis Regensburg) mit der Pfarreiengemeinschaft Altenthann-Brennberg-Frauenzell den Sonntagsgottesdienst.

Pfarrer Florian Rein drückte die Freude darüber aus, den vierten Adventssonntag „mit der letzten Etappe auf Weihnachten hin“, gemeinsam mit dem Bischof feiern zu können. Eigentlich brauche er gar nicht „als Gast“ begrüßt zu werden, denn Bischof Rudolf stehe ja jeder Kirche im Bistum Regensburg vor. In der Pfarreiengemeinschaft war der Bischof bereits 2014 in Frauenzell zum Requiem für Bischof Johannes Jobst (ein gebürtiger Brennberger, der als Bischof in Australien gewirkt hat) und in der Coronazeit in Altenthann zur Firmung.

 

Bereits beim Pfarrhaus hatte eine Bläsergruppe den Bischof empfangen, ebenso wie die Vertreter von Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltungen. Eine große Schar von Ministranten und Ministrantinnen begleitete den Bischof, Pfarrer Florian Rein und Pastoralassistentin Dorothea Stadler zur Pfarrkirche. Im Gotteshaus dankte Bischof Rudolf für den schönen Empfang und verwies auf die brennenden Apostelleuchter als Symbol für die Zeugen, die hinaus gesandt wurden in die Welt zum Verkünden der frohen Botschaft. Er ermunterte seine Zuhörer, später auch hinauszugehen und im Alltag den Glauben zu bekennen.

 „Josef war ein Gerechter“

In seiner Predigt erklärte Bischof Rudolf, dass man heute beim Hören des Sonntagsevangeliums, meinen könnte, man habe sich verhört: es ging schon um die Geburt Jesu. Bischof Rudolf hob hervor, dass alle Evangelisten über dieses großartige Ereignis berichten, aber jeder aus der Sichtweise eines anderen Beteiligten. So erfahre man bei Lukas, die Sichtweise von Maria und wie die Hirten zur Krippe eilen, die „theologische Darstellung“ höre man bei Johannes, die auch an Weihnachten verkündet werde, mit „Am Anfang war das Wort“. Matthäus verwende den ersten Teil, mit der Vorbereitung auf die Geburt Jesu (verkündet am vierten Adventssonntag) und den zweiten Teil an Heilig-Drei-König. Bei Matthäus komme die Perspektive aus der Sicht von Josef. Wie Bischof Rudolf erläuterte, stehe Josef immer eher im Hintergrund. Es gebe kein einziges überliefertes Wort von ihm. „Aber er ist ein Mann der Tat. Josef war ein Gerechter“, betonte der Bischof. Gleichzeitig erinnerte er an die Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem, wo es die „Allee der Gerechten gebe“. Als ein Gerechter sei im Alten Testament ein aufrechter, ein heiliger Mensch beschrieben worden. Josef wollte gerecht sein, er wollte Maria nicht bloßstellen, ob ihrer plötzlichen Schwangerschaft, über die er ja nicht Bescheid wusste. „Während er darüber nachdachte erschien ihm der Engel im Traum“ – und Josef ließ sich auf das Wunder ein: Jesus hat Gott al seinen himmlischen Vater. Josef traute Gott das Unmögliche zu. Bischof Rudolf ermunterte die Zuhörer, an Weihnachten die Bibel zur Hand zu nehmen und alle Weihnachtsevangelien zu lesen und so die verschiedenen Sichtweisen der Beteiligten näher kennenzulernen.

Bischof Rudolf erhielt von der Gemeinde eine Brennberger Heimatkrippe.

„ Viele junge Ministranten sind ein Hoffnungszeichen“

Von „Josef als Hausvater“ schlug der Bischof die Brücke zum Pfarrer als „Hausvater dieser Pfarrkirche“. Er dankte ihm für die Annahme der Herausforderung gleich nach der Kaplanszeit die Pfarreiengemeinschaft Altenthann – Brennberg- Frauenzell zu übernehmen. „Ist es nicht schön, dass ich euch einen so jungen Pfarrer schicken konnte?“, fragte der Bischof in die Runde. Und der spontane Applaus bekräftigte die Aussage. Mit Pastoralassistentin Dorothea Stadler konnte ein ganz neues Team hier beginnen. Die vielen Ministranten zeigen schon, wie die pastorale Arbeit Früchte trägt. Allen dankte der Bischof für das Mitfeiern, was er als großes Hoffnungszeichen wertete. Schließlich tragen die Ministranten dazu bei, dass es in der Kirche feierlich ist. „Ein guter Ministrant kommt auch dann zum Gottesdienst, wenn er nicht eingeteilt ist“, resümierte der Bischof und wurde auch hier für sein Lob wieder mit Applaus bedacht. Sein Dank galt ebenso der vielfältigen Kirchenmusik mit dem Kirchenchor und dem Jugendchor Chorlos, geleitet von Renate Hirschberger. Gedankt wurde aber nicht zuletzt auch jenen, die sauber machen, die Wäsche waschen und putzen, die sich um die Kerzen sorgen, die Krippe aufbauen und vieles mehr. Abgerundet wurde der Pastoralbesuch mit einer Kindersegnung am Nachmittag, zu dem neben vielen jungen Familien auch der Kindergarten gekommen war.     

Text und Fotos: Irmgard Hilmer/jas