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Bischof Rudolf wird Ehrenmitglied der Katholischen Studentenverbindung Rupertia

„Farbe tragen heißt Farbe bekennen!“

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Regensburg, 6. Juli 2024

Der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer wurde am 6. Juli 2024 Ehrenmitglied der katholischen Studentenverbindung Rupertia. Die Laudatio zur Verleihung hielt der Eichstätter Bischof. Dr. Gregor Maria Hanke. Bischof Voderholzer tritt damit die Nachfolge von Papst Benedikt XVI. (1927-2022) an, der bereits als Erzbischof 1978 Ehrenmitglied der Regensburger Studentenverbindung geworden war.

„Eure Exzellenz, der Convent unserer lieben Rupertia hat beschlossen, Ihnen in Würdigung Ihrer theologischen Errungenschaften, Ihrer Verdienste um die Kirche und um das Erbe unseres Ehrenmitgliedes Papst Benedikt XVI. sowie in Anerkennung Ihrer Verbundenheit mit unserer Verbindung die Ehrenmitgliedschaft der Katholischen Deutschen Studentenverbindung Rupertia anzutragen. Es ist uns eine große Freude, dass Sie diesem Anliegen entsprochen und sich bereit erklärt haben, Ehrenmitglied unserer Verbindung zu werden“, mit diesen Worten wurde Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am Samstagabend im Rahmen der Festversammlung der Katholischen Studentenverbindung Rupertia die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Er tritt damit die Nachfolge von Papst Benedikt XVI. (1927-2022) an, der bereits als Erzbischof 1978 Ehrenmitglied der Regensburger Studentenverbindung geworden war. Im Rahmen eines Festkommerses im Brücksaal des Salzstadls an der Steinernen Brücke, im Schatten des Domes St. Peter, konnte Aktivensenior Florian Schallinger zahlreiche Gäste und Vertreter anderer katholischer Studentenverbindungen willkommen heißen. Aus zahlreichen bayerischen Städten, sowie aus Hamburg, Wien und Rom waren Abordnungen in ihren farbenprächtigen Uniformen nach Regensburg gekommen.

Bischöflicher Mitbruder hält Laudatio

Für die Laudatio zur Verleihung der Ehrenmitgliedschaft hatte die Rupertia ein Mitglied aus den eigenen Reihen, Bundesbruder genannt, gewinnen können. Der Eichstätter Bischof Dr. Gregor Maria Hanke OSB ist seit seinen Studientagen Mitglied der Alcimonia Eichstätt, als Abt in Plankstetten wurde er auch Alter Herr der Rupertia. Bischof Gregor Maria warf einen Blick auf die vier Prinzipien der Rupertia – Religio (katholischer Glaube), Scientia (Wissenschaft), Amicitia (lebenslange Freundschaft) und Patria (Heimat) – und beleuchtete, wie Bischof Rudolf bereits vor seiner Ernennung zum Ehrenmitglied, diese Grundsätze mit Leben erfüllt hat. Bischof Rudolfs Heimatliebe komme so z.B. in seiner Pflege des Brauchtums und der religiösen Volkskunst zum Tragen. Der renommierte Theologieprofessor, dessen theologische Kompetenz in der Deutschen Bischofskonferenz geschätzt werde, und der sich als Direktor des Institutes Papst Benedikt XVI. um das Gesamtwerk des verstorbenen Emeritus sehr verdient gemacht hätte, sei ohne Zweifel ein Mann der Wissenschaft. In seiner Art wirke er oft vielleicht ein wenig nüchtern und zurückhaltend, ihm sei aber durchaus bewusst, dass Freundschaft nicht nur vom Spaß lebe, sondern von der Treue, die aus einer Liebe zur Wahrheit erwachse. Diese Wahrheitsliebe, so Bischof Gregor Maria, habe er auch in der Aufarbeitung des Missbrauches bewiesen. Ein Regensburger Opfer, dass in Eichstätt in einem Gremium daran mitarbeite, hab ihm ans Herz gelegt, „in Sachen Aufarbeitung sich bitte an Voderholzer Maß zu nehmen“. Er sei natürlich nicht nur ein großer Theologe, er sei auch ein Gläubiger, der auch in der Volksfrömmigkeit zu Hause ist, und der sich von den großen Impulsgebern des Vatikanums, Joseph Ratzinger und Henri de Lubac SJ, habe inspirieren lassen.

„Semper ad lucem!“ sei Dein Wahlspruch auf ewig!

„Immer zum Licht!“ hatten die Gründer der Rupertia 1947 als Wahlspruch für ihre Verbindung auserkoren, dieser Satz stellte einen Bezug zum Namensgeber, dem hl. Bischof Rupert dar, der als Missionar die Menschen aus dem heidnischen Dunkel ins Licht des Glaubens geführt hatte. Dieses Motto war nach den Schrecken des Nationalsozialismus aber auch eine deutliche Programmansage, der sich die Verbindung durch die Jahrzehnte hin verpflichtet fühlt. Aus den Händen des Aktivenseniors Florian Schallinger erhielt Bischof Rudolf das mit dem Wahlspruch bestickte Band in den Verbindungsfarben blau-rot auf weißem Grund. Das Band und die weiße Tellermütze werden bei allen Verbindungsveranstaltungen als äußeres Zeichen getragen, auch bei der Fronleichnamsprozession sind die Ruperten und andere katholische Verbindungen in ihren Farben vertreten, getreu dem Grundsatz: „Farbe tragen heißt Farbe bekennen!“

Verbindung kommt von Verbundenheit

Ein Vortrag über den Journalisten und Glaubenszeugen Dr. Fritz Gerlich (*1883 †1934) mit dem Titel „Fritz Gerlich ein Mann im Widerstand“ war die erste konkrete Begegnung der Rupertia mit Bischof Rudolf vor einigen Jahren. Es folgte u.a. eine Führung durch das Papsthaus in Pentling, ein Besuch der Bischöflichen Krippenausstellung und eine Gedenkveranstaltung mit Messe zum 1. Todestag von Papst Benedikt. In seinen Dankesworten an die Festversammlung hob Bischof Rudolf besonders zwei Punkte hervor. Er schätze an einer Studentenverbindung die Möglichkeit, dass sich Studenten und auch Alte Herren über die Grenzen von Fachgebieten und Studiengängen hinaus austauschen könnten. Keiner wisse alles, hier habe man immer die Möglichkeit, Fachleute aus anderen Disziplinen zu treffen und zu befragen. Wenn dann auch noch in den verschiedenen Bereichen des Lebens junge Männer ihren in Taufe und Firmung erhalten Auftrag, Glauben lebendig zu bezeugen, verwirklichen, dann leiste auch das Katholische Studentenverbindungswesen einen guten Beitrag für eine lebendige Kirche.

Seltene Ehrung der Rupertia

In der 77-jährigen Geschichte der Rupertia ist Bischof Rudolf erst das 6. Ehrenmitglied der Verbindung. Der Theologieprofessor und Priester Prof Dr. Heinz Fleckenstein (*1907 †1995) hatte 1947 maßgeblich die Gründung der Rupertia an der Theologisch-Philosophischen Hochschule Regensburg vorangetrieben. Bei der Gründung hatte man eigens beim Fürstenhaus von Thurn und Taxis angefragt, ob man die fürstlichen Farben blau-rot als Verbindungsfarben annehmen dürfe. Daher resultierten die Ehrenmitgliedschaften von Fürst Albert I. (*1867 †1952) und dessen Sohn Fürst Franz Joseph (*1893 †1971). Zu Prof. Dr. Joseph Ratzinger hatte die Aktivitas der Rupertia seit 1970 immer einen guten Kontakt gepflegt, so dass ihm 1978 die Ehrenmitgliedschaft verliehen wurde, da war er dann aber bereits Erzbischof von München und Freising sowie Kardinal. Die Verbundenheit zur Oberpfälzer Heimat dokumentierte sich in der Verleihung an Bezirkstagspräsidenten Dipl.-Ing. Alfred Spitzner (*1921 †1992).

„Die Söhne des Heiligen Rupert“

Die Katholische Deutsche Studentenverbindung Rupertia zu Regensburg wurde 1947 gegründet und trat 1950 ihren Dachverband, dem Cartellverband katholischer Deutscher Studentenverbindungen (CV) bei. Die rund 400 Mitglieder leben nach den Grundsätzen Religion (Religio) – Wissenschaft (Scientia) – Freundschaft (Amicitia) und Vaterland (Patria). Ihr gehören Studenten und Alte Herren an, die aus den unterschiedlichen Fachrichtungen kommen. Über viele Jahre bildeten die Theologen und Lehrer den Großteil der Ruperten. Wohl bekanntestes Mitglied war Papst emeritus Benedikt XVI., der schon als Dogmatik-Professor in Regensburg oft als Vortragender bei der Rupertia zu Gast war und dem 1978 die Ehrenmitgliedschaft feierlich verliehen wurde. Im Jahr 1995 segnete er auf dem Verbindungshaus auch die Bronzestatue des Namenspatrons, des Heiligen Bischof Rupert von Salzburg. Sie war ein Werk der Münchner Künstlerin Christine Stadler. Noch heute erinnert sie an diesen bedeutenden Tag in der Verbindungsgeschichte.

Text und Fotos: Carl Prämaßing

(SG/kw)



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