Bischof Rudolf überreicht Diakon Bartlreiher das Evangeliar.

Bischof Rudolf weiht drei Männer zu Ständigen Diakonen

Dreigestuftes Dienstamt ist Rückgrat der Einheit der Kirche


Regensburg, 17. Oktober 2026

Am Samstag, den 17. Oktober 2026, weihte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer mit Gebet und Handauflegung im Hohen Dom zu Regensburg drei Männer zu Ständigen Diakonen. Die neuen Diakone sind Martin Bartlreiher aus der Pfarrei St. Martin in Schwarzach, Gereon Gräf aus der Pfarrei St. Marien in Sulzbach und Martin Reiger aus der Regensburger Pfarrei St. Konrad.

Am Altar feierte der Regensburger Oberhirte mit Dompropst Dr. Franz Frühmorgen, Domkapitular Johann Ammer, Domkapitular Dr. Peter Stier, den Geistlichen der Heimatpfarreien der Weihekandidaten, Pfarrer Hans-Jürgen Koller (Schwarzach), Pfarrer Herbert Mader (Sulzbach-Rosenberg), Pfarrer Thomas Eckert (Regensburg), sowie Diakon Sebastian Aichner. Aus den Heimatpfarreien der neuen Diakone waren zudem rund 30 Ministranten angereist. Der Mädchenchor der Regensburger Domspatzen unter der Leitung von Elena Szucies gestaltete die liturgische Feier musikalisch, an der Domorgel spielte Domorganist Prof. Franz Josef Stoiber. 

Ignatius von Antiochien: Tief verwurzelt in apostolischer Tradition

Der Gedenktag des heiligen Ignatius von Antiochien sei ein guter Tag für die Diakonenweihe und für den künftigen Dienst der drei Weihekandidaten in der Kirche, so der Bischof in seiner Predigt. Ignatius war der dritte Bischof jener Stadt in Syrien am Orontes (heute als Antakja zur Türkei zugehörig) – in der man die Jesus-Jünger erstmals „christianoi“, also Christen nannte. Ignatius stand an der Schwelle von der apostolischen zur nachapostolischen Zeit. Nach der Legende war er das Kind, das Jesus den Jüngern vorstellte, als sie darüber stritten, wer von ihnen der Größte sei („Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder …“). Ignatius, erklärte Bischof Rudolf, war tief und noch persönlich in der apostolischen Tradition verankert. Mit Clemens von Rom und Polykarp von Smyrna werde er zu den sogenannten „apostolischen Vätern“ gerechnet.

„Vor allem ist Ignatius ein Zeuge des Evangeliums, sogar ein Blutzeuge“, betonte Bischof Rudolf. Unter Kaiser Trajan wurde Ignatius dazu verurteilt, in Rom den wilden Tieren vorgeworfen zu werden. „Er sehnte sich danach von ihren Zähnen zu einem ‚Weizen Gottes‘ gemahlen zu werden (Rom. 4,1), nicht nur als Weizenkorn in die Erde gesenkt, sondern zu Mehl gemahlen zu werden. Sein Drängen nach dem Martyrium, um endlich bei Gott in Christus ‚wahrer Mensch‘ zu sein (Röm. 6,2), ließ ihn aber die Sorge für die einzelnen Ortskirchen nicht vergessen“, so der Regensburger Oberhirte weiter.

 

Dreigestuftes Dienstamt ist Rückgrat der Einheit der Kirche

Dieser Sorge um die Kirchen in Kleinasien entspringen die sieben Briefe, die er als Gefangener auf dem Weg nach Rom verfasste. Zwei Grundanliegen durchziehen die Briefe: Die Einigkeit der Ortskirchen, die sich in der Verbundenheit mit dem jeweiligen Bischof, seinem Presbyterium und den Diakonen zeigt. In vier der sieben Briefe wird sogar das „dreigestufte kirchliche Dienstamt“ vorausgesetzt. In Ignatius‘ Brief an die Epheser spricht er ausdrücklich davon, dass das Bischofsamt in der Absicht Jesu Christi steht. „Ignatius ist der erste Zeuge für das dreigestufte apostolische Dienstamt – eine Steilvorlage für das Diakonenamt und die heutige Weihefeier“, hob Bischof Dr. Rudolf Voderholzer an die Kandidaten gewandt hervor. 

Das dreigestufte Dienstamt ist das Rückgrat der Einheit der Kirche. Die Eucharistie – Feier von Tod und Auferstehung – entscheidend wichtig für den Sonntag, den Herrentag; die Eucharistiefeier muss in Einheit mit dem Bischof gefeiert werden. Und Rom kommt der Vorsitz in der Liebe zu, also die Einheit mit dem Bischof und mit Rom ist Voraussetzung für die Einheit der Kirche. Der Bischof, so schreibt Ignatius an die Trallianer, soll geachtet werden wie Gott der Vater, die Diakone wie Christus, der Diener der Presbyter wie das Synedrion (Hoher Rat) der Apostel, so der Bischof.

 

Glauben heißt, das Herz zu verschenken

Im zweiten Teil seiner Predigt blickte Bischof Rudolf auf den jeweiligen Weihespruch, den sich die Weihekandidaten ausgesucht haben. Gereon Gräf wählte „Mehr als alles hüte Dein Herz; denn von ihm geht das Leben aus“ (Sprichwörter 4,23). „Das Herz ist die Mitte der Person. In ihm bündeln sich alle Kräfte des Geistes, des Gemütes, es ist Sitz des Gewissens. Hängen Sie Ihr Herz nicht an unnötige Dinge. Glauben aber heißt, das Herz verschenken“, so der Appell des Bischofs.

Martin Bartlreiher hat sich als Weihespruch Worte von Papst Benedikt XVI. ausgesucht, die auch das Motto seines Pastoralbesuchs nach Bayern 2006 waren: „Wer glaubt, ist nie allein“. „Wer glaubt, steht in der Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott, der selbst zwar einer, aber nicht einsam ist, ist er doch die Lebens- und Liebesfülle des dreifaltigen Gottes“, erläuterte Bischof Voderholzer weiter.

Zum Weihespruch von Martin Reiger präzisierte Bischof Dr. Rudolf abschließend in seiner Predigt: „Und diese Herzens-Gemeinschaft mit Gott wird sie auch befähigen, das Wort von Herrn Reiger, die Bitte des heiligen Franz von Assisi, zu verwirklichen, des Heiligen, der vor 800 Jahren hinübergegangen ist zu seinem Herrn: „Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens“. In Zeiten wie den unseren, so der Bischof, mehr denn je ein lebenswichtiger Wunsch.

Die Weihefeier

Dompropst Dr. Franz Frühmorgen stellte nach der Begrüßung durch den Bischof die drei Weihekandidaten vor. Mit ihrem „Hier bin ich!“ brachten sie, vor dem Bischof ihre Bereitschaft zum Ausdruck, dem Ruf Gottes zu folgen. Der eigentliche Weiheritus wurde eröffnet mit dem Herabrufen des Heiligen Geistes auf die drei Kandidaten, die dann gemeinsam ihr Weiheversprechen ablegten, bei dem auch ihre Ehefrauen befragt wurden, ob sie den Dienst ihrer Ehemänner mittragen. Unter dem Gesang der Allerheiligenlitanei lagen die Kandidaten ausgestreckt auf dem Boden. Durch Handauflegung und Weihegebet des Bischofs wurde sodann die Diakonenweihe gespendet. Die Überreichung des Evangeliars durch den Bischof an die neuen Diakone war das sichtbare Zeichen für die Beauftragung zum Dienst der Verkündigung. Zuvor hatten sie die Stola und die Dalmatik angelegt. Am Ende der Weihefeier gratulierte Bischof Voderholzer und alle anwesenden Diakone ihren neuen Mitbrüdern.

Text und Fotos: © Jakob Schötz
(jas)



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