News Bild Bischof Rudolf Voderholzer weiht Papstbibliothek in Tittmoning ein

Bischof Rudolf Voderholzer weiht Papstbibliothek in Tittmoning ein

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Zur Feier der Heiligen Messe erwarteten die Gläubigen in Tittmoning im Erzbistum München-Freising dieses Jahr einen ganz besonderen Gast: Bischof Rudolf Voderholzer, Bischof von Regensburg. Anlass für den Besuch war die vorausgegangene Idee, der Verbundenheit zu Papst em. Benedikt XVI. dadurch Ausdruck zu verleihen, indem in der örtlichen Stiftsbücherei eine eigene Ecke für dessen beeindruckendes Werk eingerichtet und somit der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden sollte. Stiftsdekan Gerhard Gumpinger bedankte sich dafür, dass sich Bischof Voderholzer nicht lange "betteln" ließ und eine ganze Reihe der "Ratzinger-Bücher" als Geschenk überbrachte. Joseph Ratzinger verbrachte von 1929 bis 1933 seine Kindheit in Tittmoning, das er einmal als "Traumland seiner Kindheit" bezeichnete, geprägt von katholischem Brauchtum, wie die schöne Krippe der "Hofrat Käthe"oder das Heilige Grab in der Stadtpfarrkirche.

 

Petrus mit den silbernen und goldenen Schlüsseln

Zum 300-jährigen Bestehen der Klosterkirche feierte der damalige Kardinal Josef Ratzinger am 28. August 1983 hier in Tittmoning eine Messe, dessen Predigt im diesjährigen Osterpfarrbrief der Stadt abgedruckt worden war und nach wie vor schwer beeindruckt. In seiner Predigt ging Bischof Voderholzer auf das Evangelium ein, in dem Petrus von Jesus zum ersten Papst der neuen Kirche ernannt wird und einen Auftrag erhält: "Du bist Petrus, der Fels, auf dir werde ich meine Kirche erbauen". Bischof Rudolf Voderholzer bezog sich dabei auf eine "originelle Deutung" Kardinal Ratzingers aus einer Predigt, die er im Juli 2000 in Trier hielt: Petrus wird seit dem 15. Jahrhundert mit zwei Schlüsseln abgebildet, einem silbernen und einem goldenen. Der silberne Schlüssel stehe, so Jospeh Ratzinger, für die Erkenntnis, das Wort Gottes, für ein erfülltes Gelingen, auf dem Weg zur Vollendung. Petrus solle die Botschaft des Evangeliums den Menschen "erschließen". Der goldene Schlüssel stehe für die Liebe. Bischof Voderholzer zitierte Ratzinger: "Die Liebe ist ein Gebot, Jesus selbst legt uns die Liebe ins Herz, der goldene Schlüssel solle die Herzen der Liebe Gottes aufschließen.

Die Werke von Joseph Ratzinger: Wissenschaftlich und geistlich stärkend

Im Anschluss an die Messfeier, waren alle eingeladen zur Einweihung der "päpstlichen Bücherecke". Einleitend war es Bischof Voderholzer aber ein Anliegen, zunächst zu der diffamierenden Darstellung Papst Benedikts XVI. in dem Dokumentarfilm "Verteidiger des Glaubens" von Christoph Röhl Stellung zu nehmen, in dem Ratzinger für den Missbrauch in der katholischen Kirche verantwortlich gemacht werde. Durch eine einseitige Darstellung seines Verständnisses für Glaubensüberlieferung werde Ratzinger verunglimpft. Und wenn "der" Verteidiger des Glaubens so versagt habe, was wäre dann seine Theologie noch wert? Im Gegenteil: Die Kirche stellt sich selbstkritisch den Problemen, so Voderholzer. Missbrauch ist ein breites gesellschaftliches Problem. Keine andere Glaubensgemeinschaft arbeite das Problem in eigenen Reihen so rigoros auf wie die Katholische Kirche. Mit Blick auf die neue Buchreihe schwärmte der Bischof, von der schönen Sprache Ratzingers in seinen Büchern, die leicht und verständlich zu lesen sind. Die bildreichen Texte seien ein Genuss, wissenschaftlich und geistlich stärkend mit besonderer theologischer Tiefe. Die mitgebrachten "Arbeitshefte" für alle Gäste gaben einen kleinen Einblick in seine Werke.