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Bischof Rudolf Voderholzer feiert Heilige Messe in Wiesenfelden

Wie man ein reifes, christliches Leben gestaltet

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Wiesenfelden, 23. Oktober 2022

Es war ein strahlender Herbstsonntag, als Bischof Rudolf seinen „Weg hinein ins Bistum“ fortsetzte. Zum ersten Mal feierte er mit der Pfarrgemeinde Wiesenfelden (Landkreis Straubing-Bogen), zu der auch die Expositur Zinzenzell und die Kuratie Heilbrunn gehören, den Sonntagsgottesdienst. Für den an Covid19 erkrankten Pfarrer Christof Müller begrüßte Diakon Jürgen Polster zusammen mit vielen Kindern, Ministranten, den Vertretern der kirchlichen Gremien und der politischen Gemeinde den Gast aus Regensburg. „Gottes Liebe ist so wunderbar“, schmetterten unzählige Kinder und freuten sich, dass Bischof Rudolf die Gesten sofort mitmachte. Auch nahm er sich die Zeit, jedem Kind einzeln den Segen Gottes zuzusprechen. Im vollbesetzten Gotteshaus dankte Bischof Rudolf für den wunderbaren und herzlichen Empfang durch die große Kinderschar und die vielen Ministranten, die aus der Pfarrei, der Expositur und der Kuratie gekommen waren.

„Fremdwahrnehmung und Selbstwahrnehmung“

In seiner Predigt bezog sich Bischof Rudolf auf das Sonntagsevangelium, vom selbstgerechten Pharisäer und vom sündigen Zöllner. Dabei schlug er die Brücke zu Künstlern, die sich manchmal in Kirchen selbst darstellen. So auch die Brüder Cosmas Damian und Egid Quirin Asam, die als Bildhauer, Stuckateure, Maler und Architekten tätig waren. Bischof Rudolf erläuterte die Darstellung von Egid Quirin Asam in der Klosterkirche Weltenburg, in der er seinen Bruder Cosmas Damian dargestellt hat: in ein wunderbares Licht gestellt, strahlend, mit zufriedenem Blick auf das Geschaffene. In der Asambasilika Altenmarkt-Osterhofen hingegen hat sich Cosmas Damian Asam selbst dargestellt: ganz hinten, unterm Eingang, eher skeptisch schauend. „Hier merkt man den Unterschied der Fremdwahrnehmung und der Selbstwahrnehmung sehr deutlich“, erklärte Bischof Rudolf. „Der Bruder darf den Bruder loben“, resümierte er und meinte, dass sich Christen freuen dürfen, auch über Gelungenes in der Kirche. Zurück zum Evangelium erläuterte Bischof Rudolf, dass der Pharisäer nicht deshalb getadelt wird, weil er sein Glaubensleben ernst nimmt, sondern weil er sich selber brüstet und lobt, sich dann auch noch vergleicht und den Zöllner tadelt. Der Zöllner hingegen wird nicht gelobt, weil er ein „Halsabschneider“ war, sondern weil er eine Gottesbeziehung eingeht.

„Reifes, christliches Leben“

„Es ist eine dauerhafte Herausforderung, positiv über andere zu reden, den anderen strahlen zu lassen, den anderen ins strahlende Licht zu rücken“, resümierte Bischof Rudolf. Er warb auch dafür, Positives ins Gebet zu bringen: Lobpreis, Dank und dann auch das Herz auszuschütten und zu bitten. „Das wäre reifes, christliches Leben“. Ein großes Anliegen war dem Bischof, bei seinem ersten Pastoralbesuch in der Pfarrei Wiesenfelden, Danke zu sagen an alle, die das pfarrliche Leben mitgestalten: Pfarrer Christof Müller, der seit 20 Jahren die Pfarrei leitet, Diakon Jürgen Polster für die Verkündigung des Evangeliums und Mithilfe bei den Sakramenten. Bischof Rudolf erwähnte die Kirchenmusik und den Kirchenchor mit den kräftigen Frauen- und Männerstimmen, die Ministranten, die wesentlich zum feierlichen Gottesdienst beitragen. Aber auch Mesner und Reinigungskräfte, Blumenschmücker, Mitglieder in Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung erhielten Lob und Dank für alles Mittragen, für alles Sorgen und Mühen.

„Lebendige Hauskirche – lebendige Pfarrkirche“

Eltern und Großeltern würdigte der Bischof als die ersten Botschafter des Glaubens, als Missionare und Evangelisten, die den Glauben im familiären Bereich bezeugen und weitergeben: Feste feiern, gemeinsam beten, gemeinsam zum Sonntagsgottesdienst kommen. Die Hauskirche, „die Kirche im Kleinen“ sei wichtig und für dieses Zeugnis dankte Bischof Rudolf den Eltern und Großeltern. Der Sonntag solle nicht nur „Wochenende sein“, sondern auch dem Herrgott eine wichtige Rolle zukommen lassen. Wo die Hauskirche lebendig ist, da ist es auch die Pfarrkirche“, war das Schlussresümee.

Der musikalische Bestandteil der Liturgiefeier wurde vom Kirchenchor Wiesenfelden unter der Leitung von Rosi Schneck mit der Missa pax terra von H. Blum gestaltet. Dankesworte fand am Ende des Pontifikalgottesdienstes Gabi Hecht, die Sprecherin des Pfarrgemeinderates. Anschließend freuten sich die Ministranten über den Regensburger Rosenkranz und der Sachausschuss „Mission und Frieden“ über den bischöflichen Einkauf am Fair-Trade-Warenverkaufsstand. Bürgermeister Andreas Urban lud zum Eintrag in das Goldene Buch der Gemeinde ein und dazu versammelten sich auch die Vertreter von Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltungen aus Wiesenfelden, Heilbrunn und Zinzenzell. Am Nachmittag besuchte Bischof Rudolf die Kirche in Zinzenzell. Und mit den Gläubigen feierte er in der Kuratie Heilbrunn eine Marienandacht, zu der über 100 Gläubige kamen.

Text und Fotos: Irmgard Hilmer/jas