News Bild Bischof Rudolf Voderholzer beim Saltendorfer Lichtermeer 2021
Bischof Rudolf Voderholzer beim Saltendorfer Lichtermeer 2021

„Beten Sie gemeinsam“

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Eine beeindruckende Atmosphäre erwartete die Gläubigen am Montagabend beim Saltendorfer Lichtermeer, das dieses Jahr aufgrund der Corona-Vorgaben in der Teublitzer Pfarrkirche stattfindet. Die Kirche erstrahlte im Kerzenlicht, Duft von Weihrauch lag in der Luft und die Klänge des Teublitzer Kirchenchors unter der Leitung von Norbert Hintermeier erfüllten den Raum. In dieser bewegenden Atmosphäre feierte Bischof Rudolf Voderholzer mit der Pfarrgemeinde ein Pontifikalamt und legte ihr in seiner Predigt das Wort Gottes aus. Der Regensburger Oberhirte gedachte dabei seines berühmten Amtskollegen, des heiligen Bischofs Nikolaus von Myra.

Der heilige Nikolaus als Vorbild im Glauben

Am Beginn der Predigt stand eine Anekdote: Als Bischof Rudolf zu Gast in einer Pfarrgemeinde war und zur Kinderandacht in die Kirche einzog, rief eines der Kleinen ganz laut: „Mami, schau der Nikolaus.“ Bischof Rudolf lobte die Eltern des Kindes, weil sie ihm beigebracht hätten, woran man einen Bischof erkennt, nämlich an Stab und Mitra, an Brustkreuz und Ring. „Wir müssen uns gegen die Verzipfelmützung dieses großen heiligen Bischofs zur Wehr setzen!“, spitzte der Regensburger Bischof zu. „Der Weihnachtsmann mit seiner roten Zipfelmütze ist eine kommerzielle Erfindung.“ Dagegen sei der heilige Bischof Nikolaus ein wahres Vorbild im Glauben. „Gerade für mich als Bischof ist der heilige Nikolaus ein Vorbild“, betonte Bischof Voderholzer in seiner Predigt weiter. „Denn der heilige Nikolaus wer damals der erste Beter seines Bistums.“ Das Gebet legte der Bischof dann der Gemeinde von Teublitz ans Herz: „Ich bitte Sie, hier in dieser Kirche oder auch zuhause zu beten. Versammeln Sie sich am Abend mit ihrer Familie am Adventskranz und beten Sie gemeinsam.“

Menschennähe ist begründet in der Beziehung zum Sohn Gottes

Der Gedenktag des heiligen Nikolaus ist auch für Bischof Rudolf persönlich ein besonderer Tag, wie er in seiner Predigt verriet: „Am heutigen Gedenktag wurde ich zum Bischof von Regensburg ernannt.“ Deshalb verbinde ihn eine besondere Beziehung zu dem Heiligen, der durch mannigfache Legenden einer der populärsten Heiligen der Kirche ist. „Wir kennen viele Legenden, die Bischof Nikolaus als einen wohltätigen Mann beschreiben, der nahe am Menschen war.“ Für Bischof Rudolf hat diese Menschennähe aber seinen Grund in der Beziehung zu Jesus Christus, dem Sohne Gottes. Als ehemaliger Dogmatik-Professor weiß Bischof Voderholzer, dass Nikolaus bei einem der wichtigsten Konzile der Christenheit seine Unterschrift zu einem Glaubensbekenntnis gegeben hatte, das heute noch alle Christen eint. „Beim Konzil von Nicäa wurde festgeschrieben, dass Jesus nicht nur ein besonderer Mensch, Wunderheiler oder irgendeine charismatische Persönlichkeit ist. Mit den Konzilsvätern gab Nikolaus seine Unterschrift dafür, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist.“ Wer in Jesus Christus den wahren Gott erkenne, für den sei der Schritt zum Menschen nicht weit. „Weil der heilige Nikolaus in Jesus Christus den wahren Gott erkannte, konnte er auch den Menschen so viel Gutes tun.“ Aus der tiefen Beziehung zu Gott erwachse auch eine tiefe Beziehung zu den Menschen.

Um die innigste Form der Beziehung zu Jesus Christus zu erleben, feierte die Teublitzer Pfarrgemeinde gemeinsam mit ihrem Bischof die Eucharistie. Die Teublitzer Geistlichen, Pfarrer Michael Hirmer und Kaplan William Akkala, konzelebrierten. Nach den Dankesworten des Pfarrers zogen die Ministranten mit Bischof Rudolf in die Marienkapelle der Teublitzer Pfarrkirche. Dort zündete der Bischof eine Kerze vor der Gottesmutter an, betete mit der Gemeinde das „Ave Maria“ und segnete die anwesenden Kindern. Eine besondere Freude machte Bischof Rudolf nach dem Gottesdienst noch den Ministranten, als er ihnen einen echten Schokoladen-Nikolaus und einen Rosenkranz schenkte.

Das Saltendorfer Lichtermeer

Das Lichtermeer in Teublitz dauert noch bis 10. Dezember. Allabendlich findet um 19 Uhr ein feierlicher Rorate-Gottesdienst statt. Zuvor wird um 18 Uhr das Sakrament der Buße angeboten und ab 18.30 Uhr der Rosenkranz gebetet. Als Prediger werden noch Domkapitular Johann Ammer (Mittwoch, 8.12.), Pfarrer Steffen Brinkmann (Donnerstag, 9.12.) und Domkapitular Michael Dreßel (Freitag, 10.12.) erwartet.

 

Bildnachweis: Werner Artmann