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Zur Neuigkeit
Bischof Rudolf feiert Heilige Messe zum Gedenktag des Kirchenlehrers John Henry Newman
„Führe du mich, freundliches Licht“
Regensburg, 9. Oktober 2026
Mit einer kleinen Gebetsgemeinschaft hat Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am Freitagmorgen in der Bischöflichen Hauskapelle die Heilige Messe zum Gedenktag des heiligen John Henry Newman gefeiert. Der Gedenktag des Kirchenlehrers fällt zugleich auf den Geburtstag des Regensburger Bischofs, der an diesem Tag seinen 67. Geburtstag beging und der allen Mitfeiernden für ihr Kommen dankte. Zusammen mit dem Bischöflichen Sekretär, Domvikar Bastian Neumann, und Diakon Michael Kraus zelebrierte er die Heilige Messe.
In seiner Statio zu Beginn des Gottesdienstes sprach Bischof Rudolf über die besondere Bedeutung des Gedenktages. Es sei ihm eine große Freude, dass sein Geburtstag auf den Gedenktag des heiligen John Henry Newman falle. Der 9. Oktober erinnert an einen entscheidenden Schritt im Leben des Theologen: In der Nacht vom 8. auf den 9. Oktober 1845 trat Newman von der anglikanischen zur katholischen Kirche über. Wie Bischof Rudolf erläuterte, ist es eine Besonderheit, dass der Gedenktag eines Heiligen nicht an dessen Todestag, sondern an ein prägendes Ereignis seines Lebens erinnert.
Der am 21. Februar 1801 in London geborene und am 11. August 1890 in Edgbaston bei Birmingham verstorbene Newman stieß mit seiner Konversion in England auf Widerstand. Die katholische Minderheit war damals vielfach Vorurteilen und Anfeindungen ausgesetzt. Newman hielt dennoch an seiner Überzeugung fest und setzte sich für seinen Glauben und die katholische Kirche ein. Im Laufe der Jahre fand er zunehmend Anerkennung. Papst Leo XIII. ernannte ihn 1879 zum Kardinal und würdigte damit seine Bedeutung als Theologe und seinen Einsatz für die Kirche. Damit erhielt Newman eine Anerkennung, die weit über England hinaus Bedeutung hatte.

Das „freundliche Licht“ als Wegbegleiter
Ausgehend von einer persönlichen Erzählung über einen Mann, der nach einer lebensbedrohlichen Situation einen zweiten Geburtstag beging, schlug Bischof Rudolf in seiner Predigt eine Brücke zu John Henry Newman. Auch für den englischen Theologen sei ein einschneidendes Erlebnis zu einem Wendepunkt geworden.
Während einer Reise nach Sizilien war Newman schwer an Typhus erkrankt. Nachdem er die Krankheit überstanden hatte, verstand er dies als Zeichen, dass Gott noch einen Auftrag für ihn bereithielt. Auf der Rückreise nach England, die sich durch widrige Umstände auf einem Orangenfrachter verzögerte, brachte Newman seine Gedanken und Erfahrungen in einem Gebet und Gedicht zum Ausdruck: „Lead, Kindly Light“ – „Führe du mich, freundliches Licht“.
Das Gebet, das zu den bekannten geistlichen Texten der englischsprachigen Christenheit zählt, beschreibt das Vertrauen darauf, dass Gott den Weg des Menschen auch dann führt, wenn dieser den weiteren Verlauf seines Lebens noch nicht überblickt. Das Motiv des göttlichen Lichtes erinnert zugleich an die Feuersäule, die das Volk Israel beim Auszug aus Ägypten begleitete.
Bischof Rudolf bezeichnete Newman als großes Vorbild und Lichtgestalt
Anstelle der üblichen Fürbitten lud er die Mitfeiernden deshalb ein, gemeinsam eine deutsche Übertragung des Gebets zu sprechen. So wurde der Gedenktag zu einer persönlichen Erinnerung an Newmans Glaubensweg und an die Bereitschaft, sich von Gott auf dem Weg zur Wahrheit führen zu lassen.
Nach der Heiligen Messe gratulierten die Mitfeiernden Bischof Rudolf zu seinem 67. Geburtstag. Johann Landstorfer brachte ihm gemeinsam mit den Anwesenden ein Ständchen dar. So wurde der Festtag im Refektorium in persönlicher und herzlicher Atmosphäre gefeiert. Es gratulierten neben dem Straubinger Johann Landstorfer und seiner Frau Rosina, die Steinacher Bürgermeisterin Christine Hammerschick, Klaus Dilger, Martina Neumaier, Rosemarie und Josef Berl sowie Alexander Stahl, Geschäftsführer der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz.
Text und Fotos: Stefan Groß




