News Bild Bischof Müller sieht in Regensburg europäische Dimensionen

Bischof Müller sieht in Regensburg europäische Dimensionen

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In einem Vier-Augen-Gespräch verständigten sich gestern Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller und Kulturhauptstadt-Betreuer Dr. Wolf Peter Schnetz über die Kandidatur Regensburgs als Kulturhauptstadt Europas 2010. In einem anschließenden Gespräch mit der Presse bestätigte dabei Bischof Müller, dass die Kirche bereits von Anfang an in die Bewerbung involviert sei. Man habe es begrüßt und befürwortet, dass sich Regensburg bewirbt. Zahlreiche Projekte, die die Kirche und Kirchen einbinden, fänden sich im Bewerbungs-buch, das Regensburg in München abgegeben habe. Allerdings, so Schnetz, seien das meist Projek-tionen, von denen jetzt abgeklärt werden müsse, was zu Projekten werden kann.

Der 2010-Beauftragte und der Bischof sahen aber viel Potential für ein Einbringen von Themen aus dem geistigen Bereich. Immerhin, so Schnetz hätten Bistum und Kirche die Tradition in Regensburg maßgeblich geprägt. Konkret sahen die beiden Gesprächspartner die Stadt als „Welthautpstadt der Kirchenmu-sik“. „Wir haben die älteste Kirchenmusikschule der Welt, mit den Domspatzen einen Chor von Weltniveau und mit der geplanten neuen Dom-Orgel dann auch noch ein Instrument mit entsprechendem Ni-veau“, präzisierte Bischof Müller. Allerdings wollte er bei aller Event-Kultur auch andere Akzente setzen. So böten sich die Kirchen auch als Räume der Stille an. Nach dem Umbau der Sailer-Kapelle im Dom könne beispielsweise genau dieses Bedürfnis nach Ruhe und Meditation befriedigt werden. Wich-tig war ihm auch, herauszustellen, dass die Kirche nicht nur unter ihren historischen Gesichtspunkten betrachtet werden soll. Die Kirche, so Bischof Müller, sei eine lebendige Kraft und das solle herausgestellt werden. Projekt-Betreuer Schnetz räumte diesbezüglich ein, dass man sich bei der 2010-Kandidatur bisher zu wenig mit der geistig-spirituellen Dimension der Stadt befasst habe. Einig waren sich jedoch beide, dass in Regensburg - in Konkurrenz zu Bamberg und Augsburg - auf jeden Fall die europäische Dimension am meisten ausgeprägt ist und bei der Bewerbung die einzigartige Kulturdichte der Stadt hoffentlich schwer wiegt.

Für ein erstes konkretes Projekt von Kirche und Kulturhauptstadt-Büro hat Bischof Müller beim Gespräch seine Bereitschaft zugesagt, die Schirmherrschaft zu übernehmen: Ab 29. Juli wird im Rahmen der 2010-Projektreihe „stattfinden –Stadt finden“ Kunst an ungewöhnlichen Orten präsentiert. Zusammen mit dem Berufsverband Bildender Künstler wird an diesem Tag die Ausstellung „Macht und Ohnmacht“ des japanischen Künstlers Seiji Kimoto im Kreuzgang der Dominikanerkirche als eine Begegnung der Kulturen eröffnet.