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Bischof Hubert Bucher findet letzte Ruhestätte im Regensburger Dom

Kämpfer für Überwindung der Apartheid

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Am Freitag feierte Bischof Rudolf Voderholzer im Regensburger Dom das Requiem für den emeritierten Bischof von Betlehem in Südafrika, Hubert Bucher. Im Anschluss an das Pontifikalamt wurde der aus Regensburg stammende Geistliche in der Krypta der Kathedrale beigesetzt. Bischof Bucher verstarb am vergangenen Freitag im Alter von 90 Jahren in Schönhofen bei Regensburg.

Die Diözese Regensburg sowie die Schwester des Verstorbenen haben eine Fülle an Beileidsbekundungen erhalten, die bezeugen, welch geistlicher Mann der Verstorbene gewesen ist. Lesen Sie hier die bewegenden Zeugnisse.

 

Bereits am Morgen der Beisetzung konnten die Gläubigen am Sarg des Verstorbenen, der vor den Altarstufen des Doms aufgebahrt worden war, Abschied von Bischof Hubert Bucher nehmen. Damit die zahlreichen Menschen in aller Welt, die sich Hubert Bucher verbunden wissen, sich der Feier anschließen konnten, wurde das Requiem mit englischer Kommentierung live im Internet übertragen. Am Altar feierten mit Bischof Rudolf Bischof em. Michael Wüstenberg, der auch in Südafrika als Bischof wirkte, Weihbischof Josef Graf, Dompropst Franz Frühmorgen, Domkapitular Thomas Pinzer, Regionaldekan Alois Möstl für die Pfarrei St. Wolfgang, aus der Bucher stammt und Pfarrer Michael Götz aus Eilsbrunn, der Bischof Bucher in seinen letzten Lebensjahren begleitete. Auch Gerhard Ludwig Kardinal Müller, der ehemalige Bischof von Regensburg, verabschiedete den Verstorbenen persönlich im Dom.

bischof bucher

Der Hirtenstab von Bischof Hubert Bucher wurde neben dem Sarg aufgestellt.

„… bat ich Gott inständig um Erleuchtung und Führung“

In seiner Predigt skizzierte Bischof Rudolf Voderholzer das Leben von Bischof em. Hubert Bucher: Ursprünglich als Student der Veterinärmedizin, zog es ihn immer wieder hin zum Glauben. In seinen Lebenserinnerungen schrieb er deshalb auch „… bat ich Gott inständig um Erleuchtung und Führung, wohin mein weiterer Lebensweg gehen sollte“. Nach einem Auslandssemester in den USA wächst in ihm die Frage, ob der Herr ihn nicht doch anstatt zur medizinischen Sorge um kranke Tiere zur Verkündigung der Frohen Botschaft für sinnsuchende, nach Gott und seiner Gemeinschaft fragenden Menschen bestimmt habe. Als der hoffnungsvolle Student der Tiermedizin aus Übersee zurückgekehrt war, setzt er nicht sein Veterinärmedizinstudium fort, sondern tritt ins Priesterseminar in Regensburg ein. Am 29. Juni 1957 wird Hubert Bucher von Erzbischof Buchberger im Regensburger Dom zum Priester geweiht. Und schon ein Jahr später wird ihm die Bitte gewährt, als so genannter Fidei-Donum-Priester, zusammen mit einigen weiteren Mitbrüdern, von Regensburg aus in die junge Kirche von Südafrika zu gehen, um dort das Evangelium zu verkünden. „Fidei-Donum“, wörtlich übersetzt „das Geschenk des Glaubens“ ist der programmatische Titel einer Enzyklika Papst Pius XII. aus dem Jahr 1957, worin der Papst die reich mit Priestern gesegneten Bistümer bittet, Priester für solche Ortskirchen freizustellen, in denen ein Mangel an Priestern besteht, erklärte Bischof Voderholzer.

Ruth Aigner

Ruth Aigner, die Leiterin der Arbeitsstelle Weltkirche, las die Fürbitten in englischer und deutscher Sprache.

Inkulturation des christlichen Glaubens

Am 9. Dezember 1976 wird der ebenso engagierte wie kluge und fromme Seelsorger von Papst Paul VI. zum Bischof des Bistums Betlehem in Südafrika ernannt. Er wusste, dass die Verkündigung des Evangeliums keine Entfremdung oder Enteignung der Kulturen dieser Welt ist, sondern ihre Kultivierung, ihr wahres Zu-Sich-Kommen. Bischof Bucher hat ein wichtiges Kapitel der Geschichte des Bistums Regensburg in seiner Verbindung mit und seiner Verantwortung für die ganze Weltkirche geschrieben. Er hat einen wichtigen Beitrag geleistet zur Inkulturation des christlichen Glaubens in Südafrika bis hin zur epochalen Überwindung der Apartheid. „Möge seine Verkündigung, sein Beten, sein Zeugnis weiterhin reiche Frucht bringen. Der Herr der Ernte selbst möge ihm alles reich vergelten, Amen“, so Bischof Rudolf Voderholzer abschließend in seiner Predigt.

 

Lesen Sie hier die Predigt des Bischofs im Wortlaut

Stilles Gedenken am Sarg des Verstorbenen.

Beileidsschreiben aus dem Vatikan

Dompropst Dr. Franz Frühmorgen verlas zum Ende der Eucharistiefeier drei Kondolenzschreiben, die Bischof Rudolf erhalten hatte: Im Auftrag des Heiligen Vaters sendete der Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin seine Beileidsbekundungen, Kardinal Luis Antonio Tagle schrieb für die Kongregation für die Evangelisierung der Völker sowie der aktuelle Bischof von Betlehem in Südafrika, Bischof Jan de Groef. Der Ruhestandspfarrer August Sparrer, einst Kurskollege von Hubert Bucher, verlas einen persönlichen Nachruf. Bevor der Sarg in die Krypta des Domes in einer Prozession überführt wurde, sprach Bischof Voderholzer das Verabschiedungsgebet und besprengte den Sarg mit Weihwasser und beräucherte ihn. Die Feier gestaltete ein Vokalensemble der Dommusik unter der der Leitung von Kathrin Giehl. Die Kollekte wurde im Sinne des Verstorbenen für das Bischöfliche Hilfswerk "missio" verwendet, mit dessen Hilfe der Verstorbene viele Projekte in seiner früheren Diözese auf den Weg bringen konnte.

Der ehemalige Kurskollege von Bischof Bucher, Pfarrer August Sparrer, verlas einen Nachruf.