News Bild Bischof Gerhard Ludwig würdigt Bischof Rudolf Graber: „Liebe, die um des Menschen willen fordert“

Bischof Gerhard Ludwig würdigt Bischof Rudolf Graber: „Liebe, die um des Menschen willen fordert“

Home / News

(pdr) Bischof Gerhard Ludwig hat während eines Pontifikalamtes 14 Jahre nach dem Tod von Bischof Dr. Rudolf Graber seinen Vorvorgänger im Amt gewürdigt. „Bischof Graber stellte sein ganzes Leben in den Dienst des Reiches Gottes“, sagte der Bischof während des Pontifikalamtes im Dom, zu dem die Regensburger Domspatzen sangen.

Rudolf Graber wurde am 13. September 1903 im oberfränkischen Bayreuth geboren. Die Priesterweihe empfing er am 1. August 1926. Papst Johannes XXIII. ernannte ihn am 28. März 1962 zum Bischof von Regensburg. Am 2. Juni 1962 spendete der Erzbischof von München-Freising, Kardinal Julius Döpfner, die Bischofsweihe. Das Bistum Regensburg leitete Bischof Graber bis 1982, seit 1981 als Apostolischer Administrator. Er verstarb am 31. Januar 1992.

Bischof Gerhard Ludwig erinnerte in seiner Predigt daran, dass der Todestag Bischof Grabers mit dem Gedenktag des heiligen Johannes Bosco zusammenfällt. Don Bosco habe sich in der Zeit der einsetzenden Industrialisierung in Turin um verwahrloste Kinder und Jugendliche gekümmert: „Vor dem Hintergrund selbstloser Liebe hat er zu ihrer Persönlichkeitsbildung beigetragen, nicht im Sinne eines Treibenlassens, um als Erzieher Beliebtheit zu erkaufen, sondern als Konsequenz in der Erziehung, die auf der Liebe gründet“, sagte der Regensburger Bischof: „Diese Liebe, von der auch Papst Benedikt XVI. in seiner Enzyklika spricht, setzt sich für den anderen ein und ist an seinem Wohl interessiert.“

Bischof Rudolf Graber sei der Diözese Regensburg in schwieriger Zeit vorgestanden. Bischof Gerhard Ludwig erklärte: „In den 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts fand eine Kulturrevolution statt, die sich besonders durch ihren inneren Widerstand gegen das Christentum ausdrückte.“ Die damit verbundenen Heilsversprechungen hätten sich jedoch keinesfalls erfüllt. Nach „echter Orientierung im Glauben“ suchten junge Menschen heute mehr denn je.

„Der große Einsatz und das Lebenswerk Bischof Grabers rufen uns dazu auf, die Liebe zu leben als Liebe, die um des Menschen willen etwas von ihm fordert. Diese Liebe hat uns Bischof Rudolf Graber vorgelebt. Wir können sicher sein, dass wir etwas Aufbauendes zu verkünden haben“, sagte der Regensburger Bischof. Im Anschluss an das Pontifikalamt beteten Bischof Gerhard Ludwig und das Domkapitel am Grab Bischof Rudolf Grabers in der Krypta des Domes.