News Bild Bischof Gerhard Ludwig Müller weiht neun Diakone zu Priestern - „Priester sind aus den Menschen genommen und für die Menschen bestellt“

Bischof Gerhard Ludwig Müller weiht neun Diakone zu Priestern - „Priester sind aus den Menschen genommen und für die Menschen bestellt“

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(pdr) Als Höhepunkt der Wolfgangswoche spendete Bischof Gerhard Ludwig am heutigen Samstag im Regensburger Dom St. Peter neun Männern das Sakrament der Priesterweihe. Mehrere Tausend Gläubige aus dem gesamten Bistum waren in die Kathedrale gekommen, um mit den neun Diakonen die Weihe mitzufeiern. Die Priesteramtskandidaten traten einzeln vor den Regensburger Oberhirten und bekundeten ihre innere Bereitschaft zum Dienst an der Kirche in Einheit mit dem Bischof. Der Leiter des Priesterseminars, Regens Martin Priller, erklärte gegenüber dem Bischof, dass das Volk und die Verantwortlichen befragt worden und die Kandidaten für würdig befunden worden seien, die Weihe zu empfangen. Auf die Weihe durch die Handauflegung des Regensburger Oberhirten folgten Riten, die das Geschehen und den Auftrag der Priester ausdeuten. Die jungen Männer wurden mit Stola und Messgewand bekleidet und die Hände wurden ihnen gesalbt. Aus der Hand des Bischofs erhielten sie Hostienschale und Kelch zur Feier der Eucharistie. Mit dem Friedensgruß, der Umarmung durch den Bischof und die anwesenden Priester, endete die Weihehandlung. Beim Auszug aus dem Regensburger Dom begrüßten Hunderte von Gläubigen die neuen Priester mit Glückwunschrufen und lang anhaltendem Applaus. Die Regensburger Domspatzen gestalteten die Weihefeier musikalisch.

Die Neupriester und ihre Heimatpfarreien sind: Johannes Elberskirch (Nabburg – St. Johannes), Gerhard Pöpperl (Straubing – St. Josef), Christian Preitschaft (Etsdorf – St. Barbara), Dirk Josef Rolland (Wissen – Kreuzerhöhung), Dr. Stefan Samerski (München – St. Willibald), Wolfgang Schillinger (Landshut – St. Wolfgang), Martin Schöpf (Gebenbach – St. Martin), Thomas Winderl (Windischbergerdorf – St. Michael), Frater Fabian Jürgens OSB (Abtei St. Wenzel in Rohr).

In seiner Predigt erklärte Bischof Gerhard Ludwig Müller, dass die Priester der Kirche in der Vollmacht Christi durch das Heiligen, Lehren und Leiten des Volkes Gottes dienten und verwies auf den Hebräerbrief, in dem Jesus als Hohepriester des neuen und ewigen Bundes beschrieben wird. „Es gibt aber einen wesentlichen Unterschied: Christus allein hat uns die Gnade der Lebensgemeinschaft mit Gott erworben. Darum kann niemand neben Christus Priester, Mittler und Hirte sein“, so der Regensburger Oberhirte. Die Menschen, die zum sakramentalen Dienstamt bestellt würden, seien als persönliche Gesandte und Zeugen nur die Werkzeuge, durch die Christus real und zeichenhaft seine Gnade vergegenwärtige.

Christus habe der Hohepriester des Neuen Bundes sein können, weil er der Sohn Gottes, das Abbild des Wesens des Vaters, sei. Weil er wahrer Gott und wahrer Mensch sei. Durch seine Menschwerdung sei er unser aller Bruder geworden. Spricht die Kirche seit frühester Zeit vom Priester- und Hirtenamt der Bischöfe und Presbyter, so orientiere sie sich am Priester- und Hirtenamt Christi. Damit sei aber keine Fortsetzung des levitischen oder sogar eine Anleihe beim heidnischen Priestertum gemeint, hob Bischof Gerhard Ludwig Müller hervor.

Hier und heute wende sich Jesus durch die Bischöfe und Priester dem einzelnen Gläubigen persönlich und der Gemeinschaft der Kirche insgesamt zu. Die zum priesterlichen Dienst Geweihten müssten sich darum existentiell und spirituell ganz von Christus und seiner Hingabebereitschaft durchdringen und prägen lassen. Zugleich sei es Aufgabe der Priester für die Menschen dazu sein im Dienst an Wort und Sakrament. Die Priester der Kirche seien aus den Menschen genommen und für die Menschen bestellt in ihren Anliegen bei Gott, damit sie als Diener Christi und als Verwalter der Heilsgeheimnisse Gottes betrachtet werden.

„Wir sind Priester Jesu Christi und Diener seiner Kirche. Das können wir uns nicht selbst zuschreiben. Unsere Befähigung stammt allein von Gott. Er hat uns fähig gemacht, Diener des Neuen Bundes zu sein, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes (vgl. 2Kor 3,5f), der uns das ewige Leben schenkt im Blute Christi des Hohenpriesters, der sich selbst als Gabe und Opfer Gott dem Vater zum Heil der Menschen dargebracht hat“, so der Bischof abschließend. (jas)

Predigt des Bischofs im Wortlaut