News Bild Bischof Gerhard Ludwig Müller spendet Regensburger Domspatzen das Sakrament der Firmung- “Wir wollen uns gemeinsam mutig zum Christsein bekennen”

Bischof Gerhard Ludwig Müller spendet Regensburger Domspatzen das Sakrament der Firmung- “Wir wollen uns gemeinsam mutig zum Christsein bekennen”

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Im Beisein von vielen hundert Gläubigen hat Bischof Gerhard Ludwig Müller am Samstag, den 24. April 2010 im Hohen Dom St. Peter 100 Schülern des Musikgymnasiums der Regensburger Domspatzen das Sakrament der Firmung gespendet. Zu Beginn des Pontifikalamts wandte sich Bischof Gerhard Ludwig Müller mit einer kurzen Begrüßung an die Firmlinge, Paten und die Gläubigen:
“Wir wissen wie aufgeladen zur Zeit die Stimmung ist, aber ich möchte Sie alle um das Vertrauen bitten in die tausendjährige Institution der Regensburger Domspatzen, die so Großes getan hat für die Erziehung und den liturgischen Gesang. Dort wo Menschen sind, wird es immer Verfehlungen geben, aber es kann nicht all denen angelastet werden, die zeitlich und inhaltlich nichts damit zutun haben. Als Bischof spreche ich mein Vertrauen allen Lehrern und Erziehern aus, die sich um eine gute und gedeihliche Entwicklung der Domspatzen verdient machen.”

In seiner Predigt erinnerte der Oberhirte an Domprediger Dr. Johann Maier, der genau vor 65 Jahren in seinem Einsatz für die Rettung der Stadt Regensburg gemeinsam mit drei weiteren Bürgern von den Nationalsozialisten hingerichtet wurde: “Domprediger Maier hat ein Zeugnis abgegeben für ein Leben der Wahrheit, der Nächstenliebe und der Zusammengehörigkeit der Menschen. In seinen vielleicht tausend Predigten hat Johann Maier es in der Zeit des Nationalsozialismus deutlich gemacht und gesagt: `Wir hören auf die Stimme Christi`. Wie jedoch war es möglich, dass einzelne aufgestanden sind und die Stimme Christi erhoben haben? Woher kam der Mut und die Tapferkeit?”, fragte Bischof Gerhard Ludwig Müller. “Sie hatten den Mut dazu, weil sie erfüllt waren von der Gabe des Heiligen Geistes. Diese Gabe wollen wir heute im heiligen Sakrament der Firmung empfangen. Es ist der Geist der Wahrheit, der Liebe, des Mutes und der Tapferkeit, der uns von Gott her geschenkt wird und der uns aufzeigt: Wir urteilen immer im Lichte des christlichen Menschenbildes, nicht nach der Meinung von Propaganda und Ideologie”.

Der Regensburger Bischof ermunterte die jungen Firmlinge sich, dem christlichen Menschenbild folgend, stets verantwortlich für ihre Nächsten zu zeigen: “Unsere Verwandten, Schulkameraden, Arbeitskollegen und alle die Hilfe brauchen, wollen wir durch die Gabe der Nächstenliebe mittragen. Die Würde eines jeden Einzelnen ist uns unmittelbar von Gott geschenkt vom ersten Augenblick an. Wir Christen wollen uns gegenseitig nicht bewerten und beurteilen nach den Maßstäben des Geldes und des Erfolgs, denn wir wissen, dass jeder von uns die Gabe des Heiligen Geistes empfangen hat. Daher wollen wir uns nicht aus der Bahn bringen lassen sondern im aufrechten Gang sagen: `Ich weiß was ich bin, das kann mir niemand nehmen, weil ich weiß, was ich empfangen habe`, betonte Bischof Gerhard Ludwig abschließend.