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Bischof Gerhard Ludwig berichtete von Erfahrungen im Heiligen Land

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(pdr) Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller hat am vergangenen Samstag bei einem Studientag des Deutschen Vereins vom Heiligen Land im Bistum Regensburg von den Erfahrungen der Reise des Ständigen Rats der Deutschen Bischofskonferenz ins Heilige Land berichtet. Anfang März waren die deutschen Diözesanbischöfe für eine knappe Woche nach Israel gefahren, vor allem um ihre Solidarität mit den Christen dort auszudrücken, aber auch um Gespräche mit Israelis und Palästinensern zu führen. Der Regensburger Bischof berichtete vor rund 150 Mitgliedern des Vereins im Ostkirchlichen Institut in Regensburg.

Die Pilgerreise ins Heilige Land könne zu einem tieferen Verständnis der inkarnatorischen Wirklichkeit Jesu Christi führen, sagte Bischof Gerhard Ludwig. Um die Lage der Christen dort sei es aber schlecht bestellt: Um 1920 hätten sie 20 Prozent Anteil an der Bevölkerung gehabt, nun seien es nur noch 2 Prozent. „Eine wichtige Möglichkeit, diesem Verlust entgegenzuwirken, ist die Stärkung des Gemeindelebens und der Aktivitäten zur Bildung der Christen.“ In diesem Zusammenhang komme der Unterstützung für das neue Gemeindezentrum in Nazareth durch Spenden aus den (Erz)Diözesen München und Freising, Regensburg und Passau in Höhe von 1,2 Millionen Euro besondere Bedeutung zu. Allein im Bistum Regensburg wurden rund 500.000 Euro gegeben.

Israel habe in mehreren Kriegen erfahren, dass Bedrohung auch von den eigenen Nachbarn ausgehen kann“, so der Regensburger Bischof. Er hob das „besondere Bedürfnis nach Frieden und Sicherheit“ hervor, von dem die israelische Politik aufgrund der jahrtausendelangen Erfahrung von Unterdrückung, Ausgrenzung und Vernichtung der Juden geprägt sei.

Der Regensburger Bischof erinnerte an die Aussöhnung im Europa nach dem Zweiten Weltkrieg, die aus Feinden Freunde und Partner gemacht hat. Erst das christliche Versöhnungsstreben weitblickender Politiker wie Konrad Adenauer, Robert Schuman und Alcide de Gasperi hätten dies ermöglicht.

Veranstaltet hatte die Katholische Erwachsenenbildung im Bistum Regensburg den Studientag mit dem Titel „Das Engagement des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande (DVHL)“. Nach dem Vortrag des Bischofs stellte Walter Alt, Leitender Komtur der Komturei St. Wolfgang und Vorstandsvorsitzender der Liga-Bank, die Organisation und die Gründungsidee der Heilig-Grab-Ritter vor. (ven)