News Bild Bischof eröffnet Jubiläums-Ausstellung in St. Ulrich - Von byzantinischen Goldmünzen bis zu Skulpturen des 20. Jahrhunderts

Bischof eröffnet Jubiläums-Ausstellung in St. Ulrich - Von byzantinischen Goldmünzen bis zu Skulpturen des 20. Jahrhunderts

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(pbm). „Ich hoffe, dass diese Ausstellung für viele Menschen Anlass sein wird, sich mit dem Ereignis Christus zu beschäftigen.“ Mit über 200 Gästen eröffnete Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller die Präsentation von „Christus. Das Bild des unsichtbaren Gottes“. Die Kunstsammlungen des Bistums Regensburg feiern 2004 ihren 150. Geburtstag. Christus als Mittelpunkt christlichen Glaubens und christlicher Kunst wird durch diese Ausstellung zum Jubiläum in der Kirche St. Ulrich neben dem Dom ins Zentrum gerückt. Sie zeigt die Darstellung von Mensch und Gott, den Ausdruck des Schmerzes und göttlicher Herrlichkeit vom romanischen Kruzifixus bis zur modernen Skulptur aus den Beständen des Diözesanmuseums – das Christusbild im Wandel von über 1000 Jahren.

Am 15. September 1854 meldete das 1851 in Köln gegründete Organ für christliche Kunst unter den Diözesannachrichten: "Regensburg. Unter der Obhut des Hochwürdigsten Hrn. Bischofs von Regensburg und des hochwürdigsten Hrn. Abtes von Metten hat sich hier ein christlicher Kunstverein, zunächst für unsere Diözese, gebildet, der hier einen fruchtbaren Boden für seine Thätigkeit finden wird." Mit der Gründung des kirchlichen Kunstvereins betrieben Bischof Valentin von Riedel (1842-1857) und Abt Gregor Scherr (von 1856 bis 1877 Erzbischof von München und Freising) die Schaffung einer Kunstsammlung. "Insbesondere" heißt es unter II. B. 7. in der Satzung, "aber wird der kirchliche Kunstverein nach Kräften selbst sammeln und geeignet bewahren und erhalten, was an bezüglichen Kunstarbeiten, an Standbildern, Gemälden, an kirchlicher Einrichtung, Gefässen, Altären, Schmuck und Zier, an Paramenten, an Ton- und Schriftwerken, u.a. zumal aus älterer Zeit, noch zu gewinnen seyn mag, und nicht schon ein für allemal an bestimmte Orte, stiftungsmässige Zwecke, oder besondere Rücksichten gebunden ist".

Wie 1852 in Paderborn, Rottenburg/Neckar, Münster, 1853 in Köln oder 1857 in München und Freising wurde auch in Regensburg gemeinsam mit der Gründung des kirchlichen Kunstvereins eine Kunstsammlung angelegt, die die Geburtsstunde des Diözesanmuseums sein sollte. Das Regensburger Diözesanmuseum zählt somit zu den fünf ältesten Einrichtungen seiner Art in Deutschland und kommt gerade heute mit unverminderter Kraft seinen Aufgaben des Sammelns, Bewahrens, Dokumentierens und Vermittelns von Christlicher Kunst nach.

„In einem der außergewöhnlichsten Kirchenbauten der deutschen Architektur des Mittelalters“ begrüßte Generalvikar Dr. Wilhelm Gegenfurtner die Gäste der Vernissage. St. Ulrich, seit 1986 Statio-Kirche des Domkapitels und Diözesanmuseum, ist bis zum 1. November Ausstellungsort für „Christus. Das Bild des unsichtbaren Gottes“. In dem frühgotischen Gotteshaus mit seinem mittelalterlichen und neuzeitlichen Freskenschmuck werden sakrale Kunstwerke des 11. bis 20. Jahrhunderts präsentiert – von der frühchristlichen Darstellung Jesu auf byzantinischen Goldmünzen bis zur Auseinandersetzung zeitgenössischer Künstler mit der Botschaft und dem Wirken Christi.

Generalvikar Dr. Wilhelm Gegenfurtner lud dazu ein, den Spuren der Ausstellung zu folgen – „sie führen zum Christusbild als Spiegelung menschlichen Selbstverständnisses und historischer Entwicklungen, des Glaubenslebens und des gesellschaftsprägenden Geistes, zu dem spannungsreichen Kontrast des gegeißelten Heilands, der in Zeiten der großen Pestseuche mit seinem von Wunden entstellten Körper als Mitleidender gesehen wurde, und des Schmerzensmannes des Regensburger Künstlers Walter Zacharias, der erspürte, was Menschen seit Anbeginn bewegt.“ Im Christusbild das Menschenbild der verschiedenen Zeiten zu entdecken eröffne diese Ausstellung als spannende Begegnung.

In der Mitte der christlichen Kunst stehe, so betonte Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller, zuerst die Aussage vom Heilswerk Christi. Es gehe beim Betrachten der Gemälde und Skulpturen vor allem darum, sich für Christus zu öffnen, in dem die ganze Schönheit und die Selbstoffenbarung Gottes gegenwärtig sei. Er begrüßte die Ausstellung als Gelegenheit für viele, „uns tiefer mit dem Geheimnis der Erlösung zu befassen“. Der Besucher stehe nicht nur vergänglichen Werken gegenüber, sondern Bildern, „die hineinweisen in die Ewigkeit“. Christus als Wegweiser steht auch im Mittelpunkt zweier Katechesen, zu denen Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller am 29. Juni sowie am 8. September, jeweils um 19 Uhr in die Ulrichskirche einlädt.

„Christus. Das Bild des unsichtbaren Gottes“ ist zu sehen Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Im Verlag Schnell und Steiner ist dazu ein Katalog mit 160 Seiten und über 70 farbigen Abbildungen erschienen. Für Schulklassen, Erstkommunionkinder und Gruppen werden spezielle Führungen angeboten. Weitere Informationen – auch zum umfangreichen Veranstaltungsprogramm im Jubiläumsjahr 2004 – gibt’s im Internet unter www.bistumsmuseen-regensburg.de oder beim Museum Obermünster, Tel. 0941/59532-2530.