News Bild Bischof Dr. Rudolf Voderholzer nimmt am Actus Academicus der Fakultät für Katholische Theologie teil -  Festvortag der Gastprofessorin der Joseph Ratzinger Papst Benedikt XVI.-Stiftung

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer nimmt am Actus Academicus der Fakultät für Katholische Theologie teil - Festvortag der Gastprofessorin der Joseph Ratzinger Papst Benedikt XVI.-Stiftung

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Der Actus Academicus ist der jährliche Festakt der Fakultät für Katholische Theologie an der Universität Regensburg, bei dem die Absolventinnen und Absolventen (Magister, Lizenziat, Promotion) des vergangenen Semesters ihre Urkunden überreicht bekommen. Prof. Dr. Burkard Porzelt, Dekan der Fakultät für Katholische Theologie, gab auch einen Rückblick auf das zurückliegende Studienjahr. Außerdem wurden die Preisträger der Dr. Kurt Hellmich-Stiftung zur Förderung der Ökumenischen Theologie geehrt. Eines seiner Dankesworte galt auch der Joseph Ratzinger Papst Benedikt XVI.-Stiftung, die nicht nur die Gastprofessur ermöglicht hatte, sondern auch den Actus Academicus unterstützte. Vertreten war die Stiftung u.a. durch die Vorstandsmitglieder OStR a.D. Wolfram Schmidt und Prof. em. P. Dr. Stephan Horn SDS.

 

Erste Gastprofessorin der Joseph Ratzinger Papst Benedikt XVI.-Stiftung

Den diesjährigen Festvortrag beim Actus Academicus hielt die namhafte Islamwissenschaftlerin Prof. Dr. Angelika Neuwirth, Inhaberin der Gastprofessur der Joseph Ratzinger Papst Benedikt XVI.-Stiftung im Sommersemester 2016. Im Rahmen ihrer zweiwöchigen Vorlesungsreihe zum Thema "Der Koran in unserer Mitte" sprach sie beim Actus Academicus über "Die koranische Konstruktion des Islam als abrahamitische Religion". Prof. Dr. Neuwirth war von 1991 bis 2014 Inhaberin des Lehrstuhls für Arabistik an der Freien Universität Berlin, sie studierte in Teheran, Göttingen und Jerusalem Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften. Frühere Stationen ihrer Lehrtätigkeit waren Amman (Jordanien), München und Bamberg. Außerdem leitete sie fünf Jahre lang das Orient-Institut der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft in Beirut und Istanbul. Im Jahre 2007 gründete sie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften das Forschungsprojekt "Corpus Coranicum", deren Leiterin sie auch bis zum heutigen Tag ist.

Abraham ergab sich in den Willen Gottes

Bei ihren Ausführungen im Festvortrag ging sie von der Fragestellung aus: "Wie kommt es, dass der Islam sich als abrahamitische Religion versteht?" und erinnerte sich an eine Vorlesung, die sie als Studentin im Jahre 1968 in Jerusalem besucht hatte. Ihre Professorin zitierte damals, den Stammvater Abraham im Blick habend, den Koran mit der Sure 51:24-30 - Abrahams Gastfreundschaft gegenüber den drei Fremden, die ihm und seiner Frau Sara im hohen Alter die Geburt eines Sohnes verheißen. Daran anknüpfend stellte sie der zahlreich erschienenen Hörerschaft die verschiedenen Koran-Suren vor, in denen Abraham Erwähnung findet, und stellte sie in den Kontext der Entstehungsgeschichte des Islam:

 

Abraham der Götzenzertrümmerer, der in die Glaubensgeschichte des Islams eingeht (Sure 37:83-98), das Opfer des Abrahams (Sure 37:99-109), Abrahams Gebet für seine arabische Nachkommenschaft (Sure 14:35-40) sowie Abraham als Begründer der Opferriten der Wallfahrt (Sure 22:27-28). Abraham gilt als Vorbild im Glauben, weil er sich in den Willen Gottes ergeben hat (Sure 37:103), vom arabischen Verb "aslama" = "übergeben, sich ergeben, sich hingeben", leitet sich das Wort Islam ab. Welch große Bedeutung Abraham für den Islam hat wird auch dadurch deutlich, dass er - nicht die Propheten Mose oder Jesus - im täglichen Gebet der Muslime Erwähnung findet: " Gott, segne Muhammad und das Haus Muhammad, wie du Abraham und das Haus Abraham gesegnet hast. Und gib Heil Muhammad und dem Haus Muhammad, wie du Abraham und dem Haus Abraham Heil gegeben hast."

Stichwort: Gastprofessur der Joseph Ratzinger/Papst Benedikt XVI.-Stiftung

Im Jahre 2010 wurde eine Kooperationsvereinbarung zur Einrichtung einer Gastprofessur zwischen der Joseph Ratzinger/ Papst Benedikt XVI.-Stiftung mit der Universität Regensburg unterzeichnet. Das Ziel der Gastprofessur wurde im Vorwort zur Satzung folgendermaßen formuliert: "Die jährlich zu vergebende, international ausgerichtete Gastprofessur an der Universität Regensburg, Fakultät für Katholische Theologie soll dazu beitragen, die Theologie im Geiste von Joseph Ratzinger/Papst Benedikt XVI. zu fördern, sein wissenschaftliches Werk sowie sein spirituelles Erbe zu erschließen und zu verbreiten" (Präambel). Die jeweilige Vorlesungsreihe ist ein Teil des Studienprogramms der Katholisch-Theologischen Fakultät. Seit dem Sommersemester 2012 hatten folgende Wissenschaftler die Gastprofessur inne:

Sommersemester 2012: Prof. Dr. Hans Joas/ Freiburg: Blockveranstaltung und interdisziplinäres Forum zum Thema "Heiligkeit und Menschenwürde".

Sommersemester 2013: Pater Prof. Dr. Francois Boespflug OP/ Straßburg zum Thema "Der Gott der Maler und Bildhauer. Die Inkarnation des Unsichtbaren".

Sommersemester 2014: Prof. Dr. Günter Stemberger/ Wien zur Thematik "Die Mosegestalt im rabbinischen Judentum und frühen Christentum".

Sommersemester 2015: Pater Prof. Dr. Christoph Theobald SJ/ Paris zur Thematik "Zum christlichen Glaubensverständnis in Europa - Ein stilistischer Zugang".