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Zur Neuigkeit
Bischof Dr. Rudolf Voderholzer feiert Pontifikalgottesdienst zur Wiedereröffnung der Stadtpfarrkirche St. Georg in Rottenburg
Christus führt die Menschen mit Liebe, ohne zu erniedrigen
Rottenburg, 23. November 2025
Mit einem festlichen Pontifikalgottesdienst hat Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am Sonntag die Wiedereröffnung der Stadtpfarrkirche St. Georg gefeiert. Die Pfarrkirche der Pfarreiengemeinschaft Rottenburg-Oberhatzkofen-Inkofen hatte in den vergangenen zwölf Monaten eine umfassende Innenrenovierung erfahren. Die außerordentlich hohe Beteiligung der Gläubigen zeigte die Verbundenheit der Menschen mit ihrer Stadtkirche als ihrem geistlichen Zentrum.
Herzlicher Empfang durch Kinder und festliche musikalische Gestaltung
Bereits vor dem Gottesdienst war deutlich zu spüren, wie sehr die Gemeinde diesem Tag entgegengefiebert hatte. Kinder des kirchlichen Kindergartens Don Bosco in Oberroning erwarteten den Bischof mit gelb-weißen Fähnchen an der Kirchentür und begrüßten ihn mit dem Lied „Viele, viele Kinder haben sich versammelt, viele, viele Kinder sind jetzt da“. Die große Zahl der Kinder beeindruckte den Bischof sichtbar; viele ließen sich spontan segnen, sodass sich der Beginn des Gottesdienstes beinahe verzögerte.
Der Einzug der Geistlichkeit und Ministranten wurde von der Stadtkapelle musikalisch getragen. Für die festliche Gestaltung des Gottesdienstes vereinten sich der Kirchenchor Oberhatzkofen/Inkofen, der „Junger Chor“ und der Roninger Frauenchor unter der Gesamtleitung von Organistin Margot Marschall. Ergänzt wurde der Chor durch Instrumentalisten sowie Bläser der Stadtkapelle, die Werke aus der Rottaler Bauernmesse beisteuerten.
Dank des Bischofs und Freude über die vollendete Renovierung
Zu Beginn des Gottesdienstes bedankte sich Bischof Rudolf für die herzliche Begrüßung durch Stadtpfarrer Saju Thomas und zeigte sich sichtlich über die bis auf den letzten Platz gefüllte Kirche erfreut. Namentlich hieß er unter den Mitfeiernden unter anderem den stellvertretenden Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger, Landrat Peter Dreier, Bürgermeister Alfred Holzner und zahlreiche geistliche Würdenträger herzlich willkommen.
Mit Blick auf die erneuerte Kirche sagte der Bischof: „Voll Freude riechen und sehen wir den Erfolg der Renovierung, die Kirche ist wieder in Betrieb und das ewige Licht wird wieder leuchten.“ Beim Bußakt segnete er das Wasser, mit dem er anschließend die Gläubigen und das Gotteshaus besprengte – als Erinnerung an die eigene Taufe und an die Bereitschaft zur Erneuerung des Glaubens.
Predigt: Die Kirche als Thronsaal Christi
In seiner Predigt über das Lukasevangelium des Christkönigssonntags (Lk 23,35–43) stellte der Bischof die Frage nach der wahren Königswürde Jesu. Er erinnerte an den Spott am Kreuz und an die Inschrift „Jesus Nazarenus, Rex Iudaeorum“. Christus sei kein König weltlicher Art gewesen, sondern einer, der dienend herrsche, der keinen Geldbeutel besessen habe und keinen Ort, wo er sein Haupt niederlegen konnte. Er ließ andere nicht für sich sterben, sondern starb selbst für andere.
Bischof Rudolf betonte darüber hinaus, dass Christus auf einzigartige Weise durch den Dienst seiner Liebe herrsche. Diesen Umstand erklärte der Regensburger Oberhirte anhand des Umgangs mit Sprachen oder Musikinstrumenten: Wer sie beherrschen wolle, müsse ihrer inneren Logik dienen, sie lieben und verstehen. Ebenso sei es Christus, der die Menschen mit Liebe führe, heile und korrigiere, ohne zu erniedrigen.
Die renovierte Kirche bezeichnete Bischof Rudolf als den „Thronsaal für Christus“, der schön sein dürfe und für den sich der Einsatz lohne. Mit einem herzlichen „Vergelt’s Gott“ dankte er allen, die geplant, gearbeitet und finanziell beigetragen hatten. Rund die Hälfte der Kosten von 1,3 Millionen Euro wurde durch Eigenmittel der Kirchenverwaltung und Spenden getragen. Die Stadt Rottenburg unterstützte das Projekt großzügig. Den Anteil der Diözese bezeichnete der Bischof als „Zurückschicken“ jener Mittel, die ihm durch die Kirchensteuer der Gläubigen anvertraut würden.
Das ewige Licht brennt wieder
Ein Höhepunkt des Gottesdienstes war die feierliche Wiederinbetriebnahme des Tabernakels. Nach der Kommunion befüllte der Bischof den Tabernakel neu und entzündete an der Osterkerze das ewige Licht. Mit dem feierlichen „Te Deum“ endete der Gottesdienst. Viele Gläubige fühlten sich vom Chortext „Welch ein Segen, dass dein Haus offen ist für jeden… so komm ich zu dir“ tief angesprochen.
Würdigung durch Politik und Verantwortliche
Der stellvertretende bayerische Ministerpräsident Hubert Aiwanger (Freie Wähler) bezeichnete den Abschluss der Renovierung als bedeutenden Beitrag zum Erhalt eines Glaubenszentrums über Jahrzehnte hinweg. Angesichts des großen finanziellen Engagements sprach er von einem „Kraftakt“, der jedoch im Vergleich zur Erbauung der Kirche vor 150 Jahren gering erscheine. Die Erhaltung von Gotteshäusern sei für die Orientierung und die Treue zum Glauben unabdingbar. Als bekennender Christ, so Aiwanger, gehe er nach einem Gottesdienst stets „gestärkt und glücklich“ hinaus.
Landrat Peter Dreier hob die enge Verbindung zwischen weltlicher Kommune und Kirche hervor und würdigte Mut und Einsatz der Verantwortlichen. „Die Menschen brauchen die Kirche als Ort der Besinnung und der Ruhe“, betonte er mit Blick auf die Bedeutung des Gotteshauses für kommende Generationen.
Bürgermeister Alfred Holzner verwies auf die besondere Rolle der Kirche St. Georg als Wahrzeichen der Stadt. Der Erhalt dieses Ortes, an dem „Glaube, Geschichte und Gemeinschaft über Generationen gelebt“ wurden, sei auch Aufgabe der politischen Gemeinde. Die Stadt stehe fest zur Bewahrung des kulturellen und geistlichen Erbes.
Ein neuer Jahresring in der Baugeschichte
Kirchenpfleger Karl Prantner gab der Gemeinde einen umfassenden Einblick in den Ablauf und über die Herausforderungen der Renovierung. Architekt Michael Nadler sprach von einem „neuen Jahresring“ in der langen Baugeschichte. Die vom Schmutz befreite Kirche habe heute eine veränderte Ausstrahlung. Sie sei zu einem lichtdurchfluteten Raum geworden, der das Beten und Feiern von Gottesdiensten besonders würdige.
Pfarrer Saju Thomas dankte allen Beteiligten mit herzlichen Worten und brachte zum Ausdruck, dass es unmöglich sei, allen Unterstützern einzeln gerecht zu werden. Mit dem Wunsch, die Menschen mögen immer mit Freude in ihre Kirche kommen, schloss er seine Ansprache.
Text und Fotos: Agnes Wimmer
(jas und SG)











