Bischof Voderholzer mit Priesterjubilaren

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer feiert mit Priestern und Diakonen 25-jähriges Weihejubiläum

Die Religionen seien „Sauerteig für den Frieden“


Regensburg, 16. Juli 2026

In der Sailerkapelle des Regensburger Doms hat Bischof Dr. Rudolf Voderholzer mit Priestern und Diakonen das 25-jährige Jubiläum ihrer Weihe gefeiert. Im Mittelpunkt standen der Dank für ein Vierteljahrhundert im kirchlichen Dienst, das Gedenken an Bischof Manfred Müller und die Frage, wie sich eine Berufung in der Begegnung mit der Wirklichkeit bewährt. Zugleich erinnerte der Bischof an den Friedensauftrag der Religionen, den sein Vorvorgänger nach den Anschlägen vom 11. September 2001 den damaligen Weihekandidaten mit auf den Weg gegeben hatte.

Mit einer Eucharistiefeier in der Sailerkapelle des Regensburger Doms haben Priester und Diakone gemeinsam mit Bischof Dr. Rudolf Voderholzer ihr 25-jähriges Weihejubiläum begangen. Der Diözesanbischof dankte den Mitbrüdern im priesterlichen und diakonalen Dienst herzlich. Als Priester nahmen teil: Jaison Kaimathuruthil Joseph OCD, Anton Kopp, Stefan Wissel, Reinhard Röhrner, P. Martin Müller OPraem., P. Joseph Santhappan MSFS, P. Charles John Porimattathil MSFS, Benny Joseph Kochumundam-malayil und Karsten Riedl; als Diakone: Wolfgang Holzschuh, Ulrich Wabra, Robert Rembeck und Michael Weißmann. Sein Gruß galt ebenso den Ehefrauen der Diakone. Diözesanmusikdirektor Dr. Christian Dostal gestaltete die Eucharistiefeier musikalisch.

Die Regensburger Priester waren am 30. Juni 2001, dem Tag der Domkirchweih, geweiht worden; die Diakone empfingen ihre Weihe am 3. November 2001, ebenfalls im Regensburger Dom. Ordensleute aus Regensburg und aus der Weltkirche, die an anderen Tagen geweiht worden waren, bereicherten den gemeinsamen Jubiläumskurs.

Die letzten Weihen von Bischof Manfred Müller

In seiner Predigt erinnerte Bischof Dr. Voderholzer daran, dass sowohl die Priesterweihe am 30. Juni 2001 als auch die Diakonenweihe am 3. November 2001 jeweils die letzte Priester- beziehungsweise Diakonenweihe von Bischof Manfred Müller gewesen waren. Bischof Manfred Müller vollendete am 15. November 2001 sein 75. Lebensjahr; Papst Johannes Paul II. hatte sein Rücktrittsgesuch angenommen. Der Regensburger Oberhirte erinnerte daran, dass Bischof Müller in seiner Predigt damals im Zusammenhang mit dem Gehorsamsversprechen darauf hingewiesen habe, dass diesmal die Betonung eindeutig auf den Worten „meinen Nachfolgern“ liege. Mit Bezug auf einen Text von Johann Michael Sailer habe Bischof Manfred Müller das Gehorsamsversprechen als Verpflichtung zu Respekt, Gehorsam und Treue ausgelegt.

Bischof Dr. Voderholzer zitierte seinen Vorvorgänger wörtlich: „Respekt, das ist im Grunde das, was ich mir von Euch als Weiheversprechen erwarte … Dieser Respekt ist keine Furcht und ich hoffe, dass ich mich als Bischof bemüht habe, Euch auch als Mensch so nahe zu bleiben, dass Ihr mir und meinen Nachfolgern heute guten Gewissens Eure Treue in meine Hand versprechen könnt. Dieser Respekt drückt sich auch heute bei der Priesterweihe dadurch aus, dass ich Euch umarme. Diese Umarmung soll aber keine Umklammerung sein, sondern Ihr sollt spüren, dass es eine Umarmung der Liebe ist.“ Von diesem Gedanken aus leitete Bischof Manfred Müller zu einem Wort Alfred Delps über: „Gott umarmt uns mit der Wirklichkeit.“ Delp hatte diesen Satz kurz vor der Verhandlung im November 1944 geschrieben und wusste, dass das Urteil den Tod bedeuten würde, so Bischof Dr. Voderholzer.

 

Der 11. September und der Auftrag der Diakone

Zwischen der Priesterweihe und der Diakonenweihe des Jahres 2001 lag ein Ereignis, wie der Regensburger Oberhirte hervorhob, das die Welt tiefgreifend verändern sollte: die Terroranschläge vom 11. September auf die Twin Towers in New York. Sie ereigneten sich gut zehn Wochen nach der Priesterweihe und gut sieben Wochen vor der Diakonenweihe. Bischof Manfred Müller habe, so Bischof Dr. Voderholzer, damals nicht nur die Aufgaben des Diakons erläutert, zu denen die Verkündigung des Evangeliums und der Auftrag gehörten, Licht für die Welt zu sein. In seiner Predigt sei Bischof Manfred Müller auch auf das Erinnerungsbild zur Diakonenweihe eingegangen. Auf dessen Rückseite war das Werk „Die Nacht von Hebron“ von Sieger Köder abgebildet. Das Werk zeigt Abraham, der in der Nacht von Hebron die großen Verheißungen Gottes empfängt. Hebron sei deshalb ein Ort, der allen drei abrahamitischen Religionen heilig sei.

Angesichts der Geschehnisse vom 11. September und der damaligen Weltlage habe Bischof Manfred Müller zur Hoffnung und zum Gebet für den Frieden aufgerufen. Die Religionen seien „Sauerteig für den Frieden“. Er habe die Hoffnung ausgesprochen, dass Juden, Christen und Muslime eines Tages an diesem heiligen Ort gemeinsam Abraham als ihren Vater im Glauben verehren könnten. Mit Blick auf die gegenwärtigen Krisen dieser Welt betonte Bischof Dr. Voderholzer, dass die Gedanken aus dem Jahr 2001 noch immer aktuell seien: „Worte, die 25 Jahre später nicht nur nichts an Aktualität verloren haben, sondern angesichts der Entwicklungen der zurückliegenden Jahre eine unerhörte Dringlichkeit erfahren.“

Seinen Dank an die Jubilare verband der Regensburger Oberhirte zum Abschluss seiner Predigt mit dem Wunsch, dass die Priester und Diakone noch viele weitere Jubiläen begehen könnten. Nach der Eucharistiefeier zog Bischof Rudolf gemeinsam mit den Priestern in die Krypta des Domes, um am Grab von Bischof Manfred Müller zu beten.

 

Text und Foto: Stefan Groß

(sig)



Nachrichten