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Zur Neuigkeit
Bischof Dr. Rudolf Voderholzer feiert die Heilige Messe in St. Vitus in Pösing
Die Ernte des Glaubens
Pösing, 14. Juni 2026
Große Freude und eine besondere Ehre für die Seelsorgeeinheit Stamsried – Strahlfeld (Landkreis Cham): Am Sonntag durfte das Kuratbenefizium mit der Filialkirche Sankt Vitus in Pösing einen hochrangigen Gast willkommen heißen. Um den erkrankten Pfarrer zu vertreten, kam Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer am Sonntag in die Pfarrei Stamsried und feierte mit den Gläubigen die Sonntagsmesse. Da am darauffolgenden Montag das Fest des heiligen Vitus – des jugendlichen Patrons der Kirche – im Kalender stand, war die Freude über den bischöflichen Besuch im Vorfeld des Patroziniums besonders groß.
Pfarrvikar Pater Gaspar Alex Mananga ALCP/OSS dankte dem Oberhirten für seinen Besuch. Bischof Rudolf sprach zu Beginn der Feier besondere Genesungswünsche für den erkrankten Pfarrer Siegmund Kastner aus, den er im Anschluss auch im Krankenhaus besuchte.
Die Ernte des Glaubens und die Berufung der Zwölf
In seiner Predigt schlug der Diözesanbischof die Brücke von der aktuellen Sommerzeit zur biblischen Botschaft. Mit Blick auf das Tagesevangelium (Mt 9,36–10,8) und das beginnende Sommerwetter betonte er, dass der Regen der vergangenen Wochen den Feldern und Wäldern gutgetan habe und man dankbar auf eine reiche Ernte hoffen dürfe. Auch Jesus habe eine große Ernte vor Augen gehabt – eine Ernte des Glaubens, für die es damals wie heute Arbeiter im Reich Gottes brauche („Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden!“).
Bischof Rudolf verdeutlichte den tiefen Unterschied zwischen Jesus und den Rabbinern seiner Zeit: Während sich Schüler damals ihren Lehrer selbst aussuchten, rief Jesus seine Jünger vollmächtig in die Nachfolge. Die Zahl der zwölf Apostel, die symbolisch für die zwölf Stämme Israels steht, zeige Jesu göttliche Autorität, das Gottesvolk neu zu sammeln und aufzustellen. Die Namen der Apostel „erarbeitete“ Bischof Rudolf gemeinsam mit den Kindern und erklärte ihnen auch, dass in den Pfarrkirchen dieses Fundament traditionell durch die Apostelleuchter und die Symbole der Heiligen – wie die Schlüssel des Petrus oder das Andreaskreuz – sichtbar gemacht werde. In der Filialkirche fehlen diese Apostelleuchter, stellte der Diözesanbischof fest.
Die Würde der „Hauskirche“ leben
Ein zentrales Anliegen des Regensburger Oberhirten war die Bedeutung des „gemeinsamen Priestertums aller Gläubigen“, das jeder Christ durch Taufe und Firmung empfängt. Bischof Rudolf ermutigte insbesondere die Eltern, diese Berufung im Alltag mutig zu leben und den Kindern weiterzugeben: „Sie sind die ersten Missionare und Evangelisten im Leben Ihrer Kinder.“ Wenn der Glaube und das gemeinsame Gebet zu Hause in der Familie – der sogenannten „Hauskirche“ – gelebt würden, habe dies spürbare, positive Auswirkungen auf das Leben der gesamten Pfarrgemeinde. Und auch in den Schulen könne wunderbar weitergearbeitet und darauf aufgebaut werden. Die geweihten Priester seien wiederum dazu da, den Gläubigen dabei zu helfen, dieses gemeinsame Priestertum im Alltag zu entfalten.
Ein herzliches Vergelt’s Gott für das Engagement vor Ort
Am Ende der Predigt richtete der Diözesanbischof ein zutiefst dankbares und herzliches Wort an alle, die das kirchliche Leben in Pösing aktiv tragen und gestalten. Ein besonderer Genesungswunsch und der Segen des Bischofs galten dem erkrankten Ortspfarrer Siegmund Kastner: Die gesamte Gemeinde schloss sich der Hoffnung an, dass er sich bald gut erholen und seinen Dienst wieder aufnehmen kann. Ebenso herzlich dankte er dem Pfarrvikar Pater Gaspar Alex Mananga ALCP/OSS (Apostolic Life Community of Priests in the Opus Spiritus Sancti) aus Tansania; beiden Seelsorgern galt sein Dank für ihren unermüdlichen Hirtendienst.
Ein großes Lob sprach Bischof Voderholzer allen Ehrenamtlichen und Helfern aus. Er würdigte den klangvollen Kirchenchor, den Dienst der Ministranten sowie den Einsatz der Gremien in der Kirchenverwaltung und im Pfarrgemeinderat. Auch der unverzichtbare Dienst in der Sakristei und im Pfarrbüro sowie jede fleißige Hand, die das Gotteshaus stets in Schuss und sauber hält, fanden ausdrückliche Erwähnung. Ein herzliches „Vergelt’s Gott“ galt zudem allen Eltern für die Weitergabe des Glaubens. Christliches Leben, so der Bischof zum Abschluss, zeige sich aber nicht nur innerhalb der Kirchenmauern, sondern gerade draußen im Alltag – in den Vereinen, Verbänden und am Arbeitsplatz. Mit dem gemeinsamen Blick auf das Altarbild des heiligen Vitus und der Bitte um dessen Fürsprache beendete Bischof Rudolf seine Predigt an die sichtlich ermutigte Gemeinde.
Musikalisch sorgten die „Vitus-Klänge“ vom Kirchenchor Pösing unter der Leitung von Susanne Plichta mit Tobias Graf an der Orgel für die musikalische Gestaltung. Neue geistliche Lieder aus dem Gotteslob wurden dabei kräftig von der Gemeinde mitgesungen. Die Eucharistie feierte Bischof Rudolf gemeinsam mit Pfarrvikar Pater Gaspar Alex am Altar. Am Ende des Gottesdienstes sprach Kirchenpfleger Christian Schmitz ein Dankeschön für den Besuch aus und überreichte Bischof Rudolf eine Ortsansicht von Pösing. Darauf entdeckte der Regensburger Oberhirte einen Kreuzweg im Außenbereich und kündigte an, gerne einmal in der Fastenzeit zum gemeinsamen Kreuzweg zu kommen. Nach dem Auszug erhielten die Ministranten von Bischof Rudolf den Regensburger Rosenkranz überreicht.
Text und Fotos: Irmgard Hilmer
(jas und SG)









