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Bewusstes Einkaufen ist angesagt

Brauche ich das wirklich?

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Regensburg, 11.10.2022

Dass Shopping auch zufriedenstellend und amüsant sein kann, ohne dabei hunderte von Euros auszugeben und danach eine vollgestopfte Wohnung zu haben, hat Michaela Urschitz in den letzten Jahren entdeckt. Im Sinne der Nachhaltigkeit gibt sie ein Plädoyer für bewussteres Einkaufen:

Ich war heute Morgen einkaufen – zwei Stunden lang bin ich von Laden zu Laden geschlendert, dennoch habe ich nur wenig Geld ausgegeben und trotzdem das Gefühl, auf einer Shopping Tour gewesen zu sein! Ich meine dieses Gefühl: ich bin mal wieder in Laden XY gegangen – einfach nur so – um zu schauen, ob mir etwas gefällt. Gefallen hat mir einiges, ja! Doch letztendlich wurde mir auch bei vielem klar: das sieht zwar schön aus, aber ich benötige es nicht.

Ein konkretes Beispiel: Weihnachtsdeko – man findet sie ja immer früher. Rentiere, Sterne, Lichterketten. Ich machte mir klar: ich habe Zuhause eigentlich einige Lichterketten und die auch in Gebrauch, es ging aktuell keine kaputt, also brauche ich nicht noch eine. Und Deko, die ich nur zu einer bestimmten Zeit rausstellen kann? Naja, so viel Stauraum habe ich dann doch auch nicht.

 

Zwischen „brauchen“, „nice-to-have“ und „wie werd ich meinen Krempel wieder los“?

Seit ich mich mit dem Thema Minimalismus etwas beschäftigt hatte, stelle ich mir immer zweimal die Frage: brauche ich das wirklich? Wer Zuhause schon einmal angefangen hat, richtig auszumisten, stellt fest: es gibt so viele Dinge, die man irgendwann mal irgendwo gekauft oder geschenkt bekommen hat, die gefühlt auf ewig ihren Platz im eigenen Haushalt fordern.

Möchte man sie dann wieder loswerden, kostet das Zeit (wohin damit?), Mühe (vor allem, wenn man eher verkaufen statt wegwerfen möchte) und manchmal auch die ein oder andere Träne. Tränen der Nostalgie, Lachtränen warum man so einen Quatsch nur gekauft hat und hin und wieder auch eine Träne der Verzweiflung über einen selbst: warum habe ich nicht besser überlegt, was ich überhaupt erst anschaffe?

Seitdem ich dieses Denken nach und nach eingeübt habe, fällt es mir zumindest in der Hinsicht recht leicht, nachhaltig zu leben: nur was wirklich gebraucht wird, wird angeschafft – sämtlicher Schnick Schnack, der zwar schön und hin und wieder auch mal nützlich sein mag, bleibt im Ladenregal.

 

Warum dann überhaupt noch Shopping?

„Aber dann macht Shoppen doch gar keinen Spaß mehr?“, fragen Sie sich vielleicht. Ich würde sagen: es macht trotzdem Spaß! Es macht mich nämlich zutiefst zufrieden, durch die Regale zu stöbern, aber letztendlich unterm Strich festzustellen: eigentlich habe ich schon alles, was ich brauche – und oft darüber hinaus.

Probieren Sie das doch mal aus: nehmen Sie sich die Zeit, alleine oder mit einer Freundin oder einem Freund durch die Stadt zu schlendern – und am Ende des Tages kaum Geld ausgegeben zu haben, trotzdem aber „Freude am Sehen und Stöbern“ gehabt zu haben – und dazu noch gute Gespräche und einen leckeren Kaffee! Sind wir doch mal ehrlich: es geht weniger um den Kram als um das Lebensgefühl.

 

Text: Michaela Urschitz / (jw)

Titelbild: © AYAimages – stock.adobe.com