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Benedikt XVI. an der Universität Regensburg

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(pdr) Papst Benedikt hat im Rahmen seines Besuchs in Regensburg die Universität besucht, an der er von 1969 bis 1977 als Professor lehrte sowie ab 1976 als Vizerektor wirkte. Rektor Professor Dr. Alf Zimmer begrüßte bewegt den Heiligen Vater und zog Parallelen zwischen der Forderung nach Vielfalt in der Wissenschaft und der Vielfalt, die dem Katholizitätsprinzip eigen ist.

Der Heilige Vater appellierte an die rund 700 anwesenden Wissenschaftler, „Mut zur Weite der Vernunft“ zu haben. In vielen Facetten zeigte er die Vernunftbezogenheit der christlichen Religion auf. So wandte sich der Pontifex gegen die Bekehrung durch Gewalt, weil sie nicht vernunftgemäß und dem Wesen Gottes zuwider sei. Der Vernunftbezug sei durch den „tiefen Einklang zwischen dem, was im besten Sinn griechisch ist, und dem auf der Bibel gründenden Gottesglauben“ gegeben. Eigens verwies der Heilige Vater darauf, dass das Johannesevangelium mit dem Wort „Im Anfang war der Logos“ beginnt. Logos sei Vernunft und Wort zugleich. Allerdings habe die „Bestreitung des Mythos“ bereits im Judentum begonnen.

Die Nähe von biblischem Glauben und griechischem philosophischen Fragen sei weltgeschichtlich ein entscheidender Vorgang: „Diese Begegnung, zu der dann noch das Erbe Roms hinzutritt, hat Europa geschaffen und bleibt die Grundlage dessen, was man mit Recht Europa nennen kann.“ Sodann sprach sich Benedikt XVI. dagegen aus, die „Synthese von Griechischem und Christlichem aufzusprengen“. Sonst drohe das Bild eines „Willkür-Gottes“. Solche Irrwege der Enthellenisierung des Glaubens sei eines der Grundanliegen der Reformation des 16. Jahrhunderts gewesen. Ebenso seien diese Tendenzen in der liberalen Theologie des 19. und 20. Jahrhunderts erschienen.

Der Papst wandte sich dagegen, die Gottesfrage aus der wissenschaftlichen Methode auszuschließen. Wenn die Theologie auf eine solche Weise „wissenschaftlich“ erhalten werden solle, dann bleibe vom Christentum „nur ein armes Fragmentstück“ übrig. Bei aller Warnung vor der Verkürzung der inneren Anliegen von Glaube und Religion angesichts neuer Wege in der Moderne erklärte der Heilige Vater: „Das Große der modernen Geistesentwicklung wird ungeschmälert anerkannt: Wir alle sind dankbar für die großen Möglichkeiten, die sie dem Menschen erschlossen hat, und für die Fortschritte an Menschlichkeit, die uns geschenkt wurden.“ Anschließend trug sich Benedikt in Gästebücher der Universität ein. Für die musikalische Umrahmung sorgte der Uni-Chor, verstärkt durch die Kantorei Regensburg. (ven)