Wegkreuz, durch Regenbogen überspannt

Bekannter Internet-Star findet zum Glauben

„Gott existiert, Christus ist der Herr“


Regensburg, 1. September 2026

Die Internet-Plattform Youtube ist auch im Bistum Regensburg höchst populär. Wer dort auftritt, wird in der jungen Generation gehört. Mit den Worten „Große Neuigkeiten. Gott existiert, Christus ist der Herr. Und er hat die katholische Kirche gegründet“ hat nun der Princeton-Doktorand Joe Schmid seine Rückkehr in die katholische Kirche bekanntgegeben. Über ein Jahrzehnt bezeichnete sich Schmid als Philosoph, Atheist und Agnostiker. Er hatte auf seinem YouTube-Kanal „Majesty of Reason“ Gottesbeweise geprüft und verworfen.

„Ich bin Joe Schmid. Ich bin Doktorand der Philosophie an der Princeton University, und ich war seit ziemlich langer Zeit Agnostiker und ein öffentlicher Kritiker des Theismus und des Katholizismus. Aber Anfang dieses Jahres änderte sich das alles“, sagte Schmid in dem 28-minütigen Video. Bis zum Ende August kam das Video auf rund 187.000 Aufrufe. Schmid forscht über Metaphysik, Religionsphilosophie und Philosophie des Geistes. Veröffentlicht hat er unter anderem in den Fachzeitschriften The Journal of Philosophy, Noûs, Mind und Analysis. Sein Kanal kommt auf mehr als zwei Millionen Aufrufe und fast 200 Langformat-Videos.

Den Anstoß gab nach Schmids Darstellung ein einzelnes philosophisches Argument. „Das ist der erste Dominostein, das erste Licht der Gnade, das wirklich in mein Leben kam“, sagte er im Podcast Pints With Aquinas von Matt Fradd über das sogenannte Argument der psychophysischen Harmonie. Wie wundervoll und damit gottgegeben das menschliche Bewusstsein ist, machte Schmid an einem Bildschirm deutlich. „Denken Sie an Pixel auf einem Bildschirm. Wenn man einfach zufällig festlegen könnte, welche Pixel in welchen Farben aufleuchten, wie oft bekäme man dann ein zusammenhängendes, geordnetes, verständliches Bild? Fast nie“, sagte er. „Nun, unser Geistesleben ist so ähnlich.“ Ebenso gut hätte es ein Flimmern wie das Rauschen eines Fernsehers sein können, das nur den mikrochemischen Aufbau des Gehirns abbildet.

„Genauso würden wir bei einem zufällig gefundenen Monitor, auf dem ein zusammenhängendes, geordnetes, verständliches Bild steht statt bloß chaotisches Rauschen, auf eine Art Gestaltung schließen“, sagte Schmid. „Denn das ist ein sehr winziger Bruchteil des gesamten Möglichkeitsraums dafür, wie man Pixel und Farben auf einem Bildschirm anordnen kann.“

„Wenn man an die riesige Menge denkbarer Weisen denkt, Bewusstseinszustände mit physischen Zuständen zu verkoppeln, führt nur ein außerordentlich winziger Teil davon tatsächlich zu Gütern, die Bewusstsein voraussetzen, etwa vernünftiges Handeln, bedeutungsvolle Beziehungen, Tugend, Freude und ästhetische Erfahrung“, sagte Schmid in seinem Ankündigungsvideo. „Die psychophysischen Gesetze sind auffallend feinabgestimmt darauf, tiefgreifende Güter zu ermöglichen“, sagte er. „Das schien einfach nach irgendeiner Erklärung zu verlangen. Wir haben so etwas wie den psychophysischen Jackpot geknackt.“

Vom Gottesglauben zum Katholizismus führten Schmid nach eigenen Worten Wunderberichte. Er nannte die Marienerscheinung von Zeitoun über einer koptisch-orthodoxen Kirche, Fatima, Lourdes, eucharistische Wunder mit laborchemischen Blindanalysen und medizinisch dokumentierte Heilungen. „Es schien einfach, als hätte sich das Universum verschworen, um es so aussehen zu lassen, als existiere Gott“, sagte er. „Es scheint, als gebe Gott sich besondere Mühe, sein Gütesiegel auf spezifisch katholische Lehren zu setzen.“

Lange hielten ihn Einwände zurück, vor allem das Leid der Tiere in der Evolution. „Natürlich hatte ich noch immer viele Einwände gegen den Katholizismus. Es war so schwer, sie alle durchzuarbeiten. Ich hatte Einwände gegen die Hölle, ich hatte Einwände gegen die Bibel, ich hatte Einwände gegen die Morallehre der Kirche, und ich hatte lehramtliche Einwände und so weiter“, sagte er.

Im Februar sprach Schmid vier Stunden mit dem katholischen Apologeten Ethan Muse über die mystischen Charismen des heiligen Pater Pio. „Letztlich war es das vierstündige Gespräch mit Ethan Muse über Padre Pio, das mich intellektuell davon überzeugt hat, dass der Katholizismus wahr ist“, sagte er. „Am Tag nach diesem Gespräch mit Ethan Muse machte ich meine Gewissenserforschung über ein Jahrzehnt meines Lebens abseits des Glaubens. Und am folgenden Tag ging ich zur Generalbeichte.“

„Konversion ist nicht nur eine Änderung des Verstandes. Konversion ist eine Änderung des Herzens“, sagte Schmid. „Gott hat hier einfach einen Frontalangriff auf mich gestartet, um mich zur Konversion zu bringen.“ Öffentlich machte Schmid den Schritt erst rund ein halbes Jahr später. „Ich brauchte mindestens sechs Monate sakramentales Leben in der Kirche, bevor ich für die geistlichen Angriffe und den Ärger bereit war, die ich von meinen LGBT-Freunden, meinen atheistischen Freunden, meinen agnostischen Freunden und dergleichen bekommen würde“, sagte er bei Matt Fradd. „Und ich war einfach nicht bereit für eine öffentliche Verteidigung des Glaubens als frischer Rückkehrer.“

„Ich muss mein Gebetsleben in Ordnung bringen. Ich muss, wissen Sie, jeden Tag den Rosenkranz beten“, sagte er über diese Monate. Künftig will er seinen Kanal umstellen. „Das ist meine Konversionsgeschichte. Letztlich ist es eine Liebesgeschichte. Und ich hoffe, es ist der Anfang einer ähnlichen Liebesgeschichte auf deiner Seite“, sagte Schmid am Ende seines Videos.

Text: CNA Deutsch

(sig)



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