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Zur Neuigkeit
Bahnhofsmissionen immer stärker gefragt
„Menschlichkeit gibt Halt“
Berlin / Regensburg, 17. April 2026
Zum Tag der Bahnhofsmission weisen Caritas und Diakonie auf die wachsende Bedeutung dieser Hilfseinrichtungen an Bahnhöfen in Deutschland hin. 2,2 Millionen Rat- und Hilfesuchende haben sich im Jahr 2024 an die rund 100 Standorte der hiesigen Bahnhofsmission gewandt, rund 5,2 Millionen Hilfeleistungen haben die ehrenamtlich tätigen Mitarbeitenden niedrigschwellig und konkret erbracht. Das entspricht einem Anstieg von etwa 40 Prozent in fünf Jahren gegenüber 2019.
Seit 130 Jahren bieten die Bahnhofsmissionen in Deutschland, die ökumenisch getragen werden, eine niedrigschwellige Hilfe für jeden: sofort, gebührenfrei und ohne Anmeldung. Sie unterstützen Reisende beim Umstieg und helfen bei existenziellen Notlagen. Sie wissen Rat, wenn Sprachbarrieren bestehen, und sie vermitteln Bedürftige zu lokalen Beratungsstellen für Wohnungslosigkeit, Sucht, Schuldnerberatung und Hilfen bei Gewalt.
Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa weist angesichts dessen auf die besondere Bedeutung eines sozialen Angebots hin: „Bahnhöfe sind sozialer Brennpunkt und Zukunftsort zugleich – genau hier setzt die Arbeit der Bahnhofsmission an. Sie zeigt, wie eng Sozial- und Mobilitätspolitik zusammengedacht werden müssen und wie wichtig eine verlässliche soziale Infrastruktur mitten in den Städten und im Alltag ist. Wer auf Bahnhöfe schaut, erkennt diesen Handlungsbedarf unmittelbar. Bahnhofsmissionen sind zentrale Netzwerkpartner im Bahnhofsviertel und spielen eine entscheidende Rolle, um den Bahnhof als Sozial- und Begegnungsraum weiterzuentwickeln.“
Immer wieder mussten in den vergangenen Jahren Bahnhofsmissionen aus finanziellen Gründen schließen, zum Beispiel in Bad Hersfeld, Gießen, Darmstadt, Kempten und Oberhausen. Hintergrund ist die schwierige Haushaltslage der Kommunen und sinkende Kirchensteuermittel. Klaus-Dieter Kottnik, Vorstand Bahnhofsmission Deutschland e.V., beklagt: „Durch den Abbau sozialer Infrastruktur werden soziale Notlagen weiter verschärft. Was wir hingegen brauchen, ist eine verlässliche Finanzierung und politische Priorität für solche niedrigschwelligen Hilfen im öffentlichen Raum.“
Eine tragende Säule der Bahnhofsmissionen bleibt das Ehrenamt: Neben den rund 300 hauptamtlich Tätigen leisten die rund 1.800 freiwillig Engagierten einen großen Teil der Arbeit in den Bahnhofsmissionen. Sie hören zu, begleiten, stabilisieren. Sie geben Halt, wo Systeme oft nicht mehr greifen. Josef Lüttig, Vorstand Bahnhofsmission Deutschland e.V., sagt dazu: „Bahnhofsmissionen leben vom ehrenamtlichen Engagement. Präsenz, Mobilitätsservice, Essensausgabe – all das gelingt nur, weil wir auf Netzwerke vor Ort zählen können und das großartige Engagement vieler Menschen die Standorte trägt. Bahnhofsmissionen sind Orte der sozialen Teilhabe, die unsere Gesellschaft braucht.“
Am 18. April ist Aktionstag. Dann laden Bahnhofsmissionen in der ganzen Republik zum Tag der offenen Tür in ihre Räumlichkeiten ein und geben Einblicke in die Arbeit vor Ort. Beim zentralen Begegnungsevent am Berliner Ostbahnhof berichten Verantwortliche und Ehrenamtliche aus der Praxis. Die dortige Bahnhofsmission war die erste Bahnhofsmission Deutschlands, gegründet wurde sie 1894. Heute befindet sie sich in der Trägerschaft von IN VIA Berlin, wo Nadine Schröder als Geschäftsführerin den Finger am Puls der Zeit hat: „Die wachsende Nachfrage macht deutlich, dass viele Menschen wieder häufiger in sehr schwierige und belastende Lebenslagen geraten – und das zeigt sich ganz konkret in der täglichen Arbeit in unserer Bahnhofsmission. Unser Auftrag bleibt damals wie heute derselbe: Menschen in akuten, schwierigen Situationen schnell und würdevoll zu unterstützen. Diese Arbeit wird auch in Zukunft unverzichtbar bleiben und braucht dauerhaft gesicherte Strukturen.“
Text: Mechthild Greten
(sig)




