die peterskapelle am seeufer in luzern

Antrittsvorlesung von Prof. Dr. David Neuhold an der Universität in Luzern

Blick auf die Peterskapelle


Luzern, 22. Mai 2026

David Neuhold, der seit Herbstsemester 2024 Professor für Kirchengeschichte an der Theologischen Fakultät der Universität Luzern ist, hielt ebendort seine Antrittsvorlesung. Davor war er an verschiedenen schweizerischen Universitäten und Hochschulen tätig. Seit mehr als 25 Jahren wohnt der gebürtige Steirer mit seiner Familie in der Schweiz. Ordens- bzw. Missionsgeschichte, Kulturgeschichte in einem weiten Sinne sowie Methoden und Theorien der Historiografie interessieren ihn besonders.

Für die Antrittsvorlesung wurde ein markanter Ort in Luzern ausgesucht, nämlich die Peterskapelle. Sie ist historisch eng mit der Stadtwerdung Luzerns verbunden. Abseits des Hofes, also des Bezirks der mittelalterlichen Benediktinerabtei, mit der heute mächtigen Doppelturmanlage (Stift St. Leodegar) war die Kapelle die erste Kirche, die den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt als spirituell-ritueller Ort innerhalb der Stadtmauern diente. Ende des 12. Jh. wurde sie mit einem sogenannten «Leutpriester», einem eigenen Seelsorger, versehen. Immer wieder wurde die Kirche als Raum des Gebets und der Andacht dynamisch verändert und den jeweiligen Erfordernissen der Zeit angepasst. Die Peterskapelle besitzt also eine bewegte Geschichte, insbesondere im 19. Jahrhundert, als die Stadt sich stark veränderte. Erst jüngst wurde die «Chappelchile» erneut renoviert und leistet seit 2018 als Citykirche ihre guten Dienste.

Am 22. Mai war die Peterskapelle Ort der mit ca. 150 Personen gut besuchten Antrittsvorlesung von Prof. Neuhold. In seiner Vorlesung verwies der Kirchenhistoriker auf Objekte im Inneren, wie z.B. der ältesten Plastik in Luzern in der Gestalt eines überlebensgrossen gotischen Kruzifixes aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, und ging konkret auf die Namensgebung von Räumen und Orten ein. Dass sich Kirchengeschichte nicht nur mit Texten beschäftigt, wurde dabei ebenso klar («history of things») wie ihre Orientierung an der gelebten Spiritualität, Liturgie und Ritualen vergangener Epochen. Dass Kirchgebäude alles andere als «gesichert» und selbstverständlich seien, zeigte der Ordinarius für Kirchengeschichte anhand eines Brückenbauprojekts von 1864, das die Kapelle am See direkt betroffen hätte.


Nach dem Referat überquerte die Festgemeinschaft bei herrlichem Sommerwetter die Seebrücke, um an der Universität Luzern ein Stehbuffet einzunehmen. Der Lichthof der Universität bot dazu den passenden Raum. Vor der noch jungen, erst 25-Jahre alten Universität liess sich David Neuhold gemeinsam mit Weihbischof von Basel, zu dem Stadt und Landschaft Luzern gehört, nämlich Josef Stübi, und Bischof Rudolf Voderholzer ablichten. Der Bischof war Kollege von David Neuhold in seiner Zeit im schweizerischen Freiburg an der dortigen Theologischen Fakultät. 

Titelfoto: © Elke Hötzel – stock.adobe.com



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