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Altarweihe nach umfassender Kirchenrenovierung in Hofdorf

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Reich sind die Rituale einer Altarweihe mit der Allerheiligenlitanei, der Beisetzung der Reliquien, der Besprengung des Altares mit Weihwasser, der Salbung des Altares mit Chrisam, dem Verbrennen von Weihrauch auf dem Altar zur Erinnerung der fünf Wundmale Jesu, dem Weihegebet und schließlich dem Eindecken des Altares und dem festlichen Anzünden der Altarleuchter. Alles was bei einer Altarweihe geschieht ist sehr aussagekräftig und die meisten Menschen können eine Altarweihe nur ein einziges Mal miterleben und so ein Jahrhundertereignis „mit offenem Herzen aufnehmen“.

Es war ein großes und lange ersehntes Fest: Die Altarweihe zum Abschluss der Innenrenovierung in der Expositurkirche Sankt Michael in Hofdorf. Die Expositur Hofdorf gehört zur Pfarrei Pondorf im Landkreis Straubing-Bogen und ist ein Dorf, ein Ortsteil der Stadt Wörth an der Donau im Landkreis Regensburg. Nach der umfangreichen Innenrenovierung innerhalb von mehr als einem Jahr wurde nun der Pontifikalgottesdienst mit Weihe des neuen Volksaltares durch Weihbischof Reinhard Pappenberger gefeiert. Groß und klein war auf den Beinen, um bei diesem denkwürdigen Anlass dabei zu sein und alle Sinne ansprechen zu lassen, denn bei der Altarweihe gibt viel zu sehen, zu riechen und zu hören.

Blumen und Böllerschüsse

Ministranten boten dem Weihbischof ein herzliches Willkommen mit Blumen. Böllerschüsse wurden abgefeuert. Blasmusik von "Per du" erklang und viele Vereinsfahnen mit ihren Mitgliedern zogen im Kirchenzug mit den Geistlichen zur Kirche. "Ein Haus voll Glorie schauet" ertönte durch festliche Orgelmusik und kräftigem Volksgesang beim Einzug in das renovierte Gotteshaus. Und hier erklärte Weihbischof Reinhard Pappenberger, dass die Besprengung mit geweihtem Wasser an die Taufe erinnert, durch die man mithineingenommen ist in Leiden, Tod und Auferstehung Jesu.

"Die Herzen sollen jetzt dort sein, wo sie hingehören: bei Gott".

Später folgte die Segnung des neuen Ambos und hier betonte der Weihbischof: "Das Wort nicht nur hören, sondern es auch tun." In seiner Predigt erinnerte Weihbischof Reinhard Pappenberger, dass Jesus seine Jünger hinausgeschickt hat in die ganze Welt, um das Evangelium zu verkünden. "Und es ist bis nach Hofdorf gekommen" resümierte er.

Menschen ließen sich ansprechen, gaben ihr Herz und spürten: Jesu Nähe ist da und bleibt. So soll es auch heute noch sein – mit dem Kirchenpatron, dem Erzengel Michael, allen Engeln und den Menschen die zur Altarweihe hier sind.

Reliquien der heiligen Anna Schäffer und des seligen Eustachius Kugler

Der Weihbischof blickte auf die Reliquien der heiligen Anna Schäffer und des seligen Eustachius Kugler, die in den Altar eingesetzt werden und betonte: "Sie sind zwei von uns. Sie haben in das Geschehen eingegriffen und heute noch wird starker Trost an ihren Gräbern gefunden." Wenn man die Lebensgeschichten der beiden betrachtet, dann sind die entscheidenden Momente in ihrem Leben sehr früh gewesen. Bei Anna Schäffer war es ein Moment, als sie sich mit siedend heißer Lauge so schwer verbrühte, dass nichts mehr so war wie vorher. Der Lebensplan für einen Einsatz in der Mission war zunichte, sie war von nun an ans Bett gefesselt bis zum Tod. Nach einer kurzen Zeit des Haderns nahm sie ihr schweres Schicksal als "von Gott gewollt" an und widmete sich neben dem Gebet der Not und der Anliegen ihrer Mitmenschen.

Eustachius Kugler machte in München eine Schlosserlehre, stürzte von einem Gerüst, erlitt einen offenen Bruch und war von da an ein "Krüppel fürs Leben". Zuerst sorgten die Geschwister für ihn, dann kam er nach Reichenbach zu den Barmherzigen Brüdern. Hier setzte er seine Kraft ein für die Brüder und Schwestern, wurde Provinzial und "ihm haben wir auch das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Regensburg zu verdanken". Weihbischof Reinhard Pappenberger resümierte, dass beide ihr Leben gemeistert haben.

Ein stimmiges Gesamtwerk

Kirchenpfleger Willi Kaiser blickte auf die Umbaumaßnahme zurück. Das "Mammutprojekt" zeige heute ein stimmiges Gesamtwerk und das nach dem Grundsatz "restaurieren heißt, nicht neu machen, sondern reinigen, festigen und ergänzen des historischen Stils". So erstrahlen nun die gotischen Altäre mit allen Figuren im neuen Glanz, ein neuer Beichtstuhl wurde eingebaut, sowie der Altarraum umgestaltet. Erneuert wurde auch die Elektroinstallation, die Mutter Gottes bekam einen neuen Platz mitsamt der Möglichkeit, Gedenkkerzen zu entzünden, und die Wände erhielten eine neue Farbe.