Alfred Delp S.J.

Alfred Delp: Seligsprechung wird angestrebt

Kirchliche Prozedur ab Februar


München / Regensburg, 23. Januar 2026

Am 2. Februar 2026 wird das Seligsprechungsverfahren für den Jesuitenpater Alfred Delp offiziell eröffnet. Delp war genau 81 Jahre zuvor, am 2. Februar 1945, durch das nationalsozialistische Regime ermordet in Berlin worden.

Delp wurde 1907 geboren und trat nach dem Abitur an der Goetheschule in Dieburg bei den Jesuiten ein. 1937 empfing er die Priesterweihe. Ab 1939 wirkte er dann in München. Die Erzdiözese München und Freising ließ nun verlautbaren: „Mit der Eröffnung des Seligsprechungsprozesses sind alle Gläubigen aufgerufen, dem kirchlichen Gerichtshof Informationen zukommen zu lassen, die für das Seligsprechungsverfahren nützlich sein könnten, beispielsweise zum Leben und Wirken von Alfred Delp oder zu Gebetserhörungen.“ Und weiter: „Im Rahmen des Seligsprechungsverfahrens werden durch den bischöflichen Beauftragten und den Kirchenanwalt Zeugen befragt, die über die Persönlichkeit, die Biografie und das Wirken von Alfred Delp Auskunft geben können.“

„Im Rahmen des Gottesdienstes, der zum Fest der Darstellung des Herrn (Mariä Lichtmess) und am ‚Tag des Geweihten Lebens‘ stattfindet, wird der Erzbischof von München und Freising nach einer Ansprache durch Vizepostulator Pater Toni Witwer SJ das Seligsprechungsverfahren eröffnen und die Mitglieder des kirchlichen Gerichtshofs, der das Verfahren leiten wird, ernennen“, das ließ das Erzbistum München verlauten. Obwohl Delp in Berlin hingerichtet wurde, geht der Seligsprechungsprozess doch von München aus, wo der Jesuit jahrelang im Stadtteil Bogenhausen wirkte.

Einen Hinweis auf den möglichen Verlauf des Seligsprechungsprozesses gibt es auch bereits: „Bei Delp, der für seine religiös begründeten Überzeugungen von den Nationalsozialisten getötet und so zum Märtyrer wurde, liegt der Schwerpunkt auf seiner Verfolgung, Haft und Ermordung.“ Eine Erfassung und Auswertung der veröffentlichten wie auch unveröffentlichten Schriften Delps sei bereits angelaufen: „Die gesammelten Informationen sollen umfassend, ausgewogen und objektiv sein. Diese diözesane Phase des Verfahrens dauert voraussichtlich mehrere Jahre, im Anschluss beginnt die römische Phase unter der Regie des Generalpostulators beim vatikanischen Dikasterium für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse.“

Text: CNA Deutsch

(sig)

Weitere Infos

Unser Bild, eine Originalaufnahme, zeigt Pater Alfred Delp S.J. vor dem Volksgreichtshof der Nationalsozialisten in Berlin, 1944. Es ist eine zeitgenössische Quelle, die durch deutlich sichtbare Beschädigungen gesteigerte Authentizität gewinnt.



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