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Zur Neuigkeit
800 Gläubige beten für Seligsprechung von Bernhard Lehner
„Ehrwürdiger Diener Gottes“
Regensburg/Herrngiersdorf, 16. September 2026
Rund 800 Gläubige haben am vergangenen Sonntag in Herrngiersdorf das Bernhardfest gefeiert und gemeinsam für die Seligsprechung des ehrwürdigen Dieners Gottes Bernhard Lehner gebetet. Hauptzelebrant und Festprediger beim Gottesdienst vor dem Feuerwehrhaus war Domkapitular Prof. Dr. Josef Kreiml aus Regensburg.
Pfarrer Alexander von der Pfarreiengemeinschaft Langquaid-Sandsbach-Semerskirchen begrüßte die zahlreichen Gläubigen sowie die Konzelebranten, Diakon Norbert Steger, die Ehrwürdigen Schwestern, Bürgermeisterin Ida Hirthammer und das Team von Radio Horeb. „Schön, dass wir jetzt gemeinsam feiern und beten können und uns jetzt auf diesen besonderen Menschen Bernhard Lehner einlassen“, sagte er.
Ein „kleiner Weg zum Himmel“
In seiner Festpredigt stellte Prof. Kreiml Bernhard Lehners tiefen Glauben in den Mittelpunkt. Er erinnerte daran, dass Bischof Dr. Rudolf Graber das Leben des kleinen Bernhard mit jenem der heiligen Therese von Lisieux verglichen hatte. Beide hätten in ihrem kurzen Leben den „kleinen Weg“ zum Himmel aufgezeigt. Kreiml fasste zusammen: „Frankreich hatte die kleine heilige Theresia von Lisieux – wir haben den kleinen Bernhard Lehner als Vorbild in unserem Glaubensleben!“
Auch an die Worte Bischof Grabers erinnerte der Festprediger: „Wir können dem Heiligen Vater versichern, unser Volk hält den kleinen Bernhard bereits für den Heiligen!“ Papst Benedikt XVI. erkannte am 2. April 2011 den heroischen Tugendgrad Bernhard Lehners an und verlieh ihm den Titel „ehrwürdiger Diener Gottes“.
Glaubenszeugnis eines jungen Menschen
Bernhard Lehner wurde am 4. Januar 1930 in Herrngiersdorf geboren. Mit dem Wunsch, Priester zu werden, besuchte er das Bischöfliche Knabenseminar in Obermünster. Zeitzeugen beschrieben ihn als feinfühligen, gewissenhaften und hilfsbereiten Jungen, dem besonders der Frieden untereinander am Herzen lag.
Am 24. Januar 1944 starb Bernhard im Alter von nur 14 Jahren an Diphtherie und einer damit verbundenen Zwerchfelllähmung im städtischen Kinderkrankenhaus in Regensburg. Seine schwere Krankheit habe er mit großer Geduld getragen. Von ihm ist der Satz überliefert: „Jesus hat noch mehr gelitten als ich!“
Bereits 1950 eröffnete Erzbischof Michael Buchberger den kirchlichen Seligsprechungsprozess. Zwei Jahre später wurden Bernhards Gebeine in die Gruft vor dem Hochaltar der Kirche St. Martin in Herrngiersdorf übertragen. Kreiml bezeichnete Bernhards Lebensweg als einen „kleinen Weg zum Himmel“, den jeder Mensch mit Gottes Hilfe gehen könne.
Der Kirchenchor Semerskirchen unter Leitung von Andreas Karg gestaltete den Gottesdienst musikalisch. Trotz einsetzenden Regens harrten die zahlreichen Gläubigen bis zum Ende der Feier aus.
Bernhard Lehner auch international bekannt
Am Nachmittag kamen zahlreiche Gläubige zu einer Andacht am Bernhardgrab in der Filialkirche St. Martin zusammen. Domvikar Monsignore Georg Schwager, Leiter der Abteilung für Selig- und Heiligsprechungsprozesse im Bistum Regensburg, stellte dort einen Film und einen Comic über Bernhard Lehner vor. Beide sollen insbesondere jungen Menschen dessen Leben und Glaubenszeugnis näherbringen.
Dass Bernhard Lehner inzwischen auch über Deutschland hinaus Interesse weckt, zeigt nach Angaben Schwagers unter anderem eine Zuschrift aus Thailand. Film und Comic wurden daher auch in englischer, französischer, spanischer und italienischer Sprache veröffentlicht. Musikalisch begleitet wurde die Andacht von Renate Schmidbauer an der Orgel und Solisten.
Text und Fotos: Martin Haltmayer
(jas/chb)






