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70 Jahre Bayerischer Bauernverband: Dankgottesdienst im Regensburger Dom

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Aus Anlass der Gründung des Bayerischen Bauernverbandes vor 70 Jahren am 7. September 1945 feierte Dompropst Prälat Dr. Wilhelm Gegenfurtner mit den Mitgliedern des Bauernverbandes am Sonntag einen Dankgottesdienst im hohen Dom St. Peter, der bis auf den letzten Platz besetzt war. Die Bezirksversammlung der Landfrauen in der Oberpfalz hatte zu dieser Meßfeier eingeladen. In der Begrüßung bezeichnete Dompropst Dr. Gegenfurtner die bäuerliche Bevölkerung als ein wichtiges Gegenüber im Kirchlichen Leben. Stellvertretend für die vielen begrüßte er die Oberpfälzer Bezirksbäuerin Stilla Klein und Franz Kustner, Bezirkspräsident des Bezirksverbandes Oberpfalz im bayerischen Bauernverband. Mit ihm feierte der Jugendpfarrer von Pilzen die Heilige Messe, der mit einer Gruppe Jugendlicher aus der Regensburger Partnerdiözese in der Domstadt zu Gast war.

 

Glaube und Arbeit gehören zusammen

Dompropst Dr. Gegenfurtner eröffnete seine Predigt mit einem Zitat aus Georges Bernanos´ "Tagebuch eines Landpfarrers" - "Man verliert nicht den Glauben, aber er hat aufgehört dem Leben die Richtung zu geben". Dieser Satz treffe ganz gut unsere heutige Situation in Kirche und Gesellschaft, es stelle sich auch die Frage, inwieweit er für die Menschen in der Landwirtschaft zutreffe. Gerade in der Landwirtschaft sei der Mensch aufs engste mit der Schöpfung verbunden, die Schöpfung selber verweise aber auch auf den Schöpfer, der bei aller Wertschätzung für die Schöpfung nicht vergessen werden dürfe. Gerade am heutigen Weltmissionssonntag, so der Dompropst, sei es wichtig, sich seiner weltweiten Verantwortung bewusst zu sein und bei allem Handeln die ganze Welt im Blick zu haben. Es heiße, die eigenen Talente einzubringen, aber auch mit der Fragestellung vor Augen: "Darf ich alles, was ich kann?" Glaube und Arbeit, so schloss er die Predigt, gehörten zusammen, dann könne der Glaube auch wieder richtungsweisend fürs Leben sein.

 

Premiere der Oberpfälzer Landfrauenchöre

Das Kapitelamt am Sonntag um 10 Uhr wird traditionsgemäß von den Regensburger Domspatzen gesungen. An diesem Sonntagvormittag war das anders. Sieben Landfrauenchöre aus dem Bezirk Oberpfalz hatten sich zusammen gefunden, um diesen Dankgottesdienst kirchenmusikalisch zu gestalten. Mehr als hundert Sängerinnen aus der gesamten Oberpfalz brachten die "Bayerische Messe" des Münchner Pädagogik-Professor und Schriftsteller DDr. Helmut Zöpfl zum klingen. Nach der Musik von Paul Schmotz schrieb Zöpfl die Texte zu dieser Mundartmesse, ein Schatz in der Sammlung bayerischer Messen und religiöser Lieder, den die Oberpfälzer Landfrauenchöre eindrucksvoll und stimmgewaltig darboten. Auch bei den Lesungen und Fürbitten waren die Landfrauen eingebunden. In der Gabenprozession brachten Kreisbäuerinnen und Kreisobmänner sowie zwei Kinder verschiedene Gaben zum Altar. Neben Brot und Wein für die Meßfeier waren dies auch eine Weltkugel (Verantwortung für die Welt), ein Wasserkrug (dankbare Annahme der Schöpfung) und Werkzeuge (richtiger Einsatz der Talente). Zum Abschluss der Messe bedankte sich  die Oberpfälzer Bezirksbäuerin Stilla Klein für die große Ehre, dass die Oberpfälzer Landfrauenchöre im Regensburger Dom singen durften. Als Dank an den Zelebranten und den Domzeremoniar, Diakon Peter Nickl, überreichte sie einen Korb mit regionalen Produkten.