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Zur Neuigkeit
57 Jugendliche empfangen durch Bischof Rudolf das Sakrament der Firmung
„Wir gehören zusammen“
Neukirchen bei Haggn, 20. Juni 2026
Was für ein Fest, was für eine Vorbereitungszeit! Am Samstag, den 20. Juni 2026, verwandelte sich die vollbesetzte Pfarrkirche in Neukirchen bei Haggn (Landkreis Straubing-Bogen) in einen Ort voller lebendiger Energie, strahlender Farben und tiefer, spürbarer Gemeinschaft. 57 Jugendliche aus den Pfarreien Neukirchen und Sankt Englmar empfingen durch Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer das heilige Sakrament der Firmung. Dieser Tag war weit mehr als nur ein Termin im Kalender – es war ein echter Meilenstein, getragen von Teamgeist, Glaubenskraft, Herzenswärme, Begeisterung und einer enorm aktiven Mitarbeit aller Beteiligten unter Federführung von Pfarrer P. Simeon Rupprecht.
„Mia ghörma zam“: Startschuss voller Teamgeist
Der gemeinsame Weg der Vorbereitung wurde Hand in Hand gegangen, wobei jede Pfarrei dennoch Raum für eigene Schwerpunkte hatte. Der Startschuss fiel im Frühjahr mit einem großen Bibeltag, bei dem 130 interessierte Kinder teilnahmen. Im Mittelpunkt stand die Geschichte von „Noah und der großen Flut“. Pfarrer Pater Simeon Rupprecht und sein Helferteam begeisterten die Kinder mit biblischen Impulsen. Aus dieser Geschichte erwuchs auch das bleibende Motiv, das die Jugendlichen die gesamten Monate über wie ein roter Faden begleitete: der Regenbogen und das kraftvolle Motto „Wir gehören zusammen“. Auf Bayerisch stimmten zwei Jugendliche zu Beginn der Firmfeier auf den Festgottesdienst ein und brachten das Logo ganz nah an die Herzen der Menschen: „Mia ghörma zam“ – gemeinsam mit Gottes Segen und der Hilfe des Bischofs schaffen wir das!“ Dieses Motto wurde während der Vorbereitung wortwörtlich greifbar gemacht. Mit viel Kreativität wurde ein Regenbogen aus bunten Schwimmnudeln gestaltet, von dem die Fotos und Namen der 57 Firmlinge gut sichtbar in den Kirchen herabhingen. Beim Gottesdienst erstrahlte das Motiv schließlich als großes, verbindendes Logo am Seitenaltar.

Glaube zum Anfassen: Vorbereitung mit Kopf, Herz und Hand
Wie tiefgründig und gleichzeitig spielerisch und lebendig die Vorbereitung war, zeigte ein Firmnachmittag in der Turnhalle von Neukirchen. Hier ging es um die sieben Gaben des Heiligen Geistes und die sieben Sakramente. Pater Simeon zeigte den Jugendlichen anschaulich die Pontifikalien wie Mitra, Stab und Ring, die der Bischof tragen würde – ausgeliehen von Abt Petrus-Adrian aus Windberg. Neben Spielen, Liedern und Gesprächen war viel Raum für die Fragen der Jugendlichen, für all das, was sie bedrückt und was man gemeinsam positiv verändern könnte. Auch die Anbindung an die Pfarreien durch Familiengottesdienste war ein voller Erfolg. Der Besuch der Bußandacht war überwältigend, freute sich Angelika Brieger, die mit unermüdlichem Herzblut und außerordentlicher Tatkraft federführend die Vorbereitung leitete.
Dass der Glaube keine graue Theorie, sondern gelebte Nächstenliebe ist, bewiesen die Firmlinge bei ihren Sozialprojekten. Unter der Frage „Wie kann man sich in die Pfarrei einbringen?“ entstanden berührende Aktionen. Einige Jugendliche gestalteten einen Seniorennachmittag mit Kuchen, Gesang und Spielen, der den älteren Mitmenschen ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Andere bewiesen Verantwortungsbewusstsein für Gottes Schöpfung und sammelten bei der Aktion „Sauber macht lustig“ tatkräftig Unrat im Perlbachtal und auf dem Pröller. Wieder andere halfen der Mesnerin beim Putzen der Kirche oder packten beim traditionellen Maibaumschmücken fleißig mit an. Auch das große Jubiläum „900 Jahre Neukirchen“ wurde von den Firmbewerbern mitgestaltet, indem sie Meditationen mit selbstgedichteten Versen für den Jubiläumsgottesdienst vorbereiteten. Gelebte Inklusion erfuhren die Firmlinge in ihrer Vorbereitung mit dem Förderzentrum Sankt Wolfgang in Straubing, wo sie mit viel Freude für die Schüler Waffeln backten. Auch die Feuerwehr Neukirchen durfte sich über die fleißige Mithilfe zur Vorbereitung der Fahrzeugweihe des neuen Löschfahrzeuges freuen.
Projektchor und Regenbogen-Fürbitten
Ein weiterer Höhepunkt der Feier war die musikalische und inhaltliche Gestaltung. Die Jugendlichen bildeten kurzerhand gemeinsam mit dem Festspielchor Neukirchen einen eigenen Projektchor und ein Instrumentalensemble. Mit Gesang, Violine, Gitarre, Flöte und Klarinette sorgten sie selbst für den perfekten, lebendigen Ton. Sie suchten nicht nur die Lieder selbst aus, sondern verfassten zu bekannten Melodien sogar eigene, Texte, wie beispielsweise bei den Kyrie-Rufen. Musikalisch getragen und unterstützt wurden sie dabei von Nico Steinbach an der Orgel und von Katharina Fischer, die die musikalische Koordination innehatte. Auch die Fürbitten stammten aus den Federn der Jugendlichen und wurden im Gottesdienst bildlich dargestellt. Große Holzbuchstaben ergaben zusammengesetzt das Wort „FIRMUNG“. Jeder einzelne Buchstabe stand für eine ganz persönliche Fürbitte und erstrahlte – passend zum wunderschönen Motto – in den warmen Farben des Regenbogens.

Ein Bischof zum Anfassen: „Keiner kann alles, keiner kann nichts!“
Die Freude war riesig, als Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer nun „endlich da war“, um den Jugendlichen das Sakrament zu spenden. In seiner Predigt mitten unter den Firmbewerbern lenkte er den Blick auf die roten Messgewänder. Rot – das ist die Farbe des Feuers, der Begeisterung und des Heiligen Geistes. Der Bischof betonte, dass das Licht des Glaubens die Augen für Gottes Schöpfung öffne, die es von Herzen zu schützen gelte. Dieses Licht helfe auch, im Leben die richtigen Entscheidungen zu treffen und die eigenen Begabungen zu erkennen. Keiner von uns kann alles, und keiner kann nichts, bekräftigte der Bischof voller Wertschätzung. Jeder Einzelne sei ein kostbares, von Gott geliebtes Individuum. Die roten Gewänder seien kein weltliches Statement, sondern das Symbol des Heiligen Geistes, der einst in Feuerzungen auf die Apostel herabkam. Rot stehe für das Licht der Erkenntnis, für die Liebe Gottes und für das Blut der Zeugen.
An die Firmbewerber gewandt, legte Bischof Voderholzer dar, wie der Heilige Geist im Alltag wirkt. Er schenkt das Licht der Erkenntnis, hilft den Jugendlichen, eine tiefe Beziehung zu Jesus Christus aufzubauen und die eigenen, unverwechselbaren Talente zu entdecken. Der Bischof betonte auch den Weg zum wahren Glück und stellte klar, dass Egoismus in eine Sackgasse führt. Wer sich ständig nur um sich selbst dreht, steht sich selbst im Weg, so Bischof Voderholzer. Wahres Glück sei eine wunderschöne „Nebenwirkung“ guter Taten für die Mitmenschen. Gott kenne jeden Einzelnen beim Namen. Das Zeigen der Namenskarten bei der Firmspendung mache deutlich: „Du bist gemeint, du bist von Gott gekannt und du bist von Gott geliebt!“
Mit dem Glaubensbekenntnis leitete Bischof Rudolf gemeinsam mit den Firmbewerbern die anschließende Spendung des Sakraments ein. Hier sprach Bischof Rudolf mit ausgebreiteten Händen das Firmgebet und rief den Heiligen Geist mit den sieben Gaben auf die Firmlinge herab. Anschließend folgte die eigentliche Spendung des Sakramentes mit Handauflegung und Salbung. „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist“ – diese tiefgehenden Worte hörten die 57 Mädchen und Jungen, als der Diözesanbischof jedem Einzelnen mit Chrisamöl das Kreuz auf die Stirn zeichnete. Die Paten, die wortwörtlich hinter ihren Firmkindern standen, bat er, echte Vorbilder im Glauben zu sein und die Jugendlichen ins Erwachsenwerden zu begleiten.
Später gaben die Neugefirmten mit eigenen Wortbeiträgen bei den Fürbitten, bei der Dankmeditation und den Dankesworten ein beeindruckendes, öffentliches Zeugnis ihres Glaubens ab. Mit Applaus wurde das bayrische Lied bedacht, das ein großer Teil der Firmlinge als Danklied aus vollem Herzen sang: „Hey liaba Gott, i möchte di heid a bisserl loben. I möcht die preisen, möchte Dankschee song zu dir“. Und auch hier brachten eigens getextete Strophen den ganz persönlichen Dank für alles ein, was den Firmlingen so Schönes eingefallen war.
Text und Fotos: Irmgard Hilmer
(jas)










