Suche
Kategorien
Seiten
Nachrichten
Bilder
Videos
{{{_highlightResult.post_title.value}}}
{{#helpers.snippet}}{ "attribute": "content", "highlightedTagName": "mark" }{{/helpers.snippet}}
Zur Seite{{{_highlightResult.post_title.value}}}
{{#helpers.snippet}}{ "attribute": "content", "highlightedTagName": "mark" }{{/helpers.snippet}}
Zur Neuigkeit
„Wo Konflikt ist, muss gefochten werden“ – Jahrestag der Hinrichtung ALFRED DELPS SJ
Im Januar 1945 begann vor dem Volksgerichtshof unter Roland Freisler der Prozess wegen Hochverrats. Am 11. Januar wurde der Beschuldigte, Alfred Delp, zum Tode verurteilt. Am 2. Februar 1945 wurde der Jesuit im Gefängnis in Berlin-Plötzensee erhängt. Seine Asche wurde auf Feldern um Berlin verstreut. Es war verboten, eine Todesanzeige zu veröffentlichen. Aber von Anfang an.
Am 15. September 1907 war Alfred Friedrich Delp in Mannheim geboren worden. Katholisch getauft, dann protestantisch erzogen, prägt ihn der Bund Neudeutschland. Der Bund hatte sich nach der Katastrophe des Ersten Weltkriegs den Auftrag gegeben, junge Menschen im neuen demokratischen Staatswesen zu Verantwortlichkeit zu erziehen. Die Jesuiten nahmen sich des Bundes an. Gleich nach dem Abitur 1926 trat Alfred Delp in den Jesuitenorden ein, wo seine intellektuelle Begabung geschätzt wurde. Er studierte Theologie und Philosophie und promovierte mit einer Arbeit über Martin Heidegger. Als Erzieher und Lehrer wirkte er sodann am Kolleg St. Blasien der Jesuiten im Schwarzwald.
Fechten im Konflikt: ohne Feigheit!
1937 wurde er zum Priester geweiht, wirkte als Arbeiterseelsorger und als Publizist bei der von den Jesuiten herausgegebenen Monatszeitschrift „Stimmen der Zeit“, die 1939 verboten wurde. Dann war er als Seelsorger tätig. Nach dem Verbot der Zeitschrift sowie der Enteignung des Redaktionsgebäudes durch die Nationalsozialisten zog er sich nach München-Bogenhausen zurück. Er wirkte als Kirchenrektor an der Kirche St. Georg in der Pfarrei Heilig Blut sowie als Beauftragter der Fuldaer Bischofskonferenz für überdiözesane Männerseelsorge. Früh hatte sich Alfred Delp mit dem Nationalsozialismus auseinandergesetzt. Seine in der Folge kritischen Predigten wurden geschätzt. Die Unvereinbarkeit von Christentum und Nationalsozialismus hatte er rasch erkannt: „Wo Konflikt ist, muss gefochten werden, ohne Kompromiss und Feigheit.“
1941 begegnete Alfred Delp in Berlin Helmuth James Graf von Moltke, der ihn für seinen „Kreisauer Kreis“ gewann, wo er als Experte für Gesellschaft und Wirtschaft des von diesem Kreis geplanten deutschen Staates nach dem Ende der nationalsozialistischen Diktatur fungierte. Er erarbeitete die Grundlinien einer katholischen Soziallehre für die Neuordnung der Gruppe, verfasste Denkschriften zur Arbeiterfrage sowie zum Bauerntum und stellte Kontakte zu Münchener Widerstandskreisen her.
Der Versuchung widerstehen
Nach Stauffenbergs Attentat vom 20. Juli 1944 wurden die Mitglieder des Kreises verhaftet. Im Gegensatz zu anderen Kreisauern war Delp aber nicht an den eigentlichen Umsturzplänen, die dem Attentat vorausgingen, beteiligt. Er wurde am 28. Juli festgenommen und nach Berlin in die Strafanstalt Tegel gebracht. Dort wurde er schwer misshandelt und gefoltert. Mit der Ungewissheit seiner bevorstehenden Todesstunde leben zu müssen, nahm er geistlich gefasst auf. Nach seinem Tode wurden die gesammelten Aufzeichnungen und Briefe aus dem Gefängnis unter dem Titel „Im Angesicht des Todes“ veröffentlicht.
Alfred Delps war von den Nationalsozialisten angeboten worden, auf die Hinrichtung zu verzichten, wenn er den Orden der Jesuiten verließe, wenn er also seinem Glauben untreu würde. Doch Alfred Delp blieb treu, er widerstand der Versuchung. Das war sein Todesurteil. Sein mutiges Sterben lässt die eminent schwer zu beantwortende Frage aufkommen: Haben wir heute noch die Kraft, kompromisslos zu fechten, auch wenn es um ein Thema geht, das nicht nur nicht in der Strömung der Zeit liegt, sondern bei dem uns der Wind ins Gesicht bläst? Und, was auch aus dem Blick auf Alfred Delp hervorgeht: Haben wir das kommunikative und argumentative Rüstzeug dazu?
Zitate von Alfred Delp
„Es sollen einmal andere besser und glücklicher leben dürfen, weil wir gestorben sind.“ Aus dem Abschiedsbrief nach dem Todesurteil.
„Wenn durch einen Menschen ein wenig mehr Liebe und Güte, ein wenig mehr Licht und Wahrheit in der Welt war, hat sein Leben einen Sinn gehabt.“
„Wer nicht den Mut hat, Geschichte zu machen, wird ihr armes Objekt.“
Titelfoto © Joachim Schäfer - Ökumenisches Heiligenlexikon: Büste Alfred Delps in der Heilig-Blut-Kirche in München-Bogenhausen
