Bild Heilige Monika – Mutter des heiligen Augustinus

Heilige Monika – Mutter des heiligen Augustinus

  • 27.
    August
    2036

Die heilige Monika stammte aus einer christlichen Familie. Sie heiratete in jungen Jahren Patricius, der Mitglied des Stadtrates von Thagaste war, und wurde die Mutter von mindestens drei Kindern, darunter des Augustinus. Sie bekehrte durch ihre vorbildliche Haltung kurz vor dessen Tod um 370 ihren Mann, der als jähzornig, unbeherrscht und regelmäßig Ehebruch begehend geschildert wird. Auch ihren Sohn Augustinus hatte sie bereits als Taufbewerber ausgewiesen, musste dann aber erleben, wie der ebenfallsein ausschweifendes Leben führte. Er entzog sich 370 dem Einfluss seiner Mutter und ging nach Karthago ­ heute ein Vorort von Tunis in Tunesien ­ schließlich nach Rom und Mailand.

Inständig und ausdauernd betete Monika zu Gott mit dem Wunsch, ihr Sohn möge zum Glauben finden. Sie reiste ihrem Sohn nach und erlebte dann 385 in Mailand den positiven Einfluss des Bischofs Ambrosius auf Augustinus; in ihm erhoffte sie nun denjenigen, durch den ihre Gebete erhört werden könnten. Und sie wurde erhört. Ein halbes Jahr nach der Taufe ihres Sohnes in der Osternacht 387 im Baptisterium - heute Ruinen in den Ausgrabungen unter dem Dom - machte sie sich in seiner Begleitung auf die Heimreise nach Afrika und begab sich deshalb zum Hafen in Ostia, starb aber unterwegs an Fieber - in der Überlieferung oft als Ekstase gedeutet - und wurde in Ostia an der Stelle der heutigen Kathedrale begraben. In den berühmten Confessiones, Bekenntnissen, dankte Augustinus seiner Mutter für ihre Bemühungen um seine Bekehrung.

Neben Augustinus hatte Monika noch den Sohn Navigius und eine Tochter unbekannten Namens. Navigius wird gelegentlich auch als heilig verehrt; er war verheiratet und hatte Kinder, darunter eine Tochter, die sich einem gottgeweihten Leben verschrieb und Perpetua genannt wird. 

Über Monikas Grab in Ostia wurde eine ihr geweihte Kirche an der Stelle der heutigen Kathedrale errichtet. In Karthago wurde ihr die Kirche geweiht, die später zur Cyprian von Karthago geweihten Basilika St-Cyprien wurde. Reliquien von Monika kamen angeblich 1162 nach Arras in Nordfrankreich, seitdem ist dort ihre Verehrung bezeugt. Papst Martin V. überführte ihre Gebeine 1430 von Ostia nach Rom, sie liegen dort in der ihr geweihten Kapelle in der nach ihrem Sohn benannten Kirche Sant'Agostino in Campo Marzio. Der Gedenktag wurde festgelegt auf den Tag vor dem Festtag von Augustinus. 1945 wurde in Ostia ein Teil des Grabdenkmales von Monika gefunden, das dort nun in der Kathedrale gezeigt wird. Im modernen Lido di Ostia ist Monika heute eine neue Kirche geweiht.

Text: Joachim Schäfer – Ökumenisches Heiligenlexikon

(sig)