Bild Fabian: Bischof und Reformer im spätantiken Rom

Fabian: Bischof und Reformer im spätantiken Rom

  • 20.
    Januar
    2036

Fabianus, Sohn eines Fabius, wurde 236 Bischof von Rom als Nachfolger des Bischofs Anterus. Als er zusammen mit mehreren Anderen zur Wahl stand, kam eine Taube herabgeflogen und setzte sich auf seinen Kopf – auf dieses Zeichen wurde Fabian spontan und einstimmig zum Bischof gewählt. Nach der Zeit der Christenverfolgungen unter Kaiser Maximinus hatte er zunächst unbeschränkte Möglichkeiten zur Ausübung seines Amtes und zum Ausbau der Kirche unter den Kaisern Gordian und Philippus Arabs; er wird als außerordentlich tüchtiger Bischof beschrieben. Er starb während einer Christenverfolgung im Gefängnis und wird deswegen als heiliger Märtyrer verehrt.

Fabian, der als römischer Bischof des dritten Jahrhunderts in der Reihe der Päpste der römisch-katholischen Kirche steht, förderte die Organisationsstruktur der Kirche maßgeblich, indem er Rom in sieben Bezirke einteilte, die jeweils von einem Diakon und von ebensoviel Subdiakonen verwaltet wurden, so dass alle 14 Stadtbezirke kirchlich versorgt wurden. Ferner wird ihm die Erweiterung der Katakomben zugeschrieben. Unter seinem Pontifikat erlebte die Kirche eine starke Zunahme der Gemeindeglieder; Fabianus sorgte für die Vermehrung der Kleriker und eine Differenzierung ihrer Aufgaben in die seitdem gültigen verschiedenen Weihegrade. Während Fabianus' Pontifikats begann die Kirche überdies, ihre Aufzeichnungen sorgfältiger und effizienter zu führen. Davon zeugt Fabianus' Ernennung von Notaren, um die Taten von Märtyrern zu erfassen. 

Fabianus amtierte unter den Kaisern Maximinus Thrax, Gordianus I, Gordianus II, Balbinus & Pupienus, Gordianus III. Philippus Arabs und Decius. Prof. Helmut Bouzek aus Wien merkt an: „Bischof Fabianus starb auch zur Zeit der Verfolgung, jedoch – wie aus den mir zur Verfügung stehenden Unterlagen hervorgeht – als sondern im Gefängnis; Todesurteil wurde über ihn keines verhängt. Weder Cyprian von Karthago noch die Inschriftenplatte im Inneren des Sarges nennen ihn deshalb Märtyrer.“ Seine Verehrung als Märtyrer ergibt sich somit aus der harten Gefangenschaft, der er körperlich nicht gewachsen war, und nicht aus aus einer tödlicher Gewalttat. 

Die Überlieferung, daß er als eines der ersten Opfer der Christenverfolgung unter Kaiser Decius starb, bleibt damit richtig. Ob er als Märtyrer zu bezeichnen ist, hängt dabei natürlich ein wenig von der Definition dieses Begriffes ab. Cyprian von Karthago, ein Zeitgenosse Fabian, der sieben Jahre später selbst in Karthago den Märtyrertod erleiden sollte, schrieb einen Brief an die Gemeinde von Rom, dass er der Kirche von Rom zum „Märtyrertod“ ihres Bischofs gratuliere. Nach einer tadellosen Amtsführung sei ihm nun der ehrenvolle Tod geschenkt worden. Wichtige Zeitgenossen hielten Fabian, das ergibt sich daraus, sehr wohl für einen Märtyrer.

Fabianus wurde in den Katakomben des Callistus in Rom beigesetzt. Sein Sarkophag wurde 1915 wiederentdeckt, seine Kopfreliquie wird in der Kirche San Sebastiano fuori le mura in Rom verehrt, eine weitere Reliquie wurde in der Stephanus-Kirche in Beckum bei Münster in Westfalen verehrt.

Text: Ökumenisches Heiligenlexikon / sig

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