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Weltmännertag am 3. November: Tipps aus dem Caritas-Krankenhaus

Was Männer über ihre Gesundheit wissen sollten


Regensburg, 3. November 2026

Zum Weltmännertag erklärt Chefarzt Prof. Dr. Maximilian Burger vom Caritas-Krankenhaus St. Josef, welche Erkrankungen in welchem Lebensalter wahrscheinlicher werden und worauf Männer achten sollten.

Ein Knoten am Hoden kann mit 25 Jahren ein Warnsignal sein, häufiger Harndrang mit 65 dagegen eine gutartige Ursache haben. Wie groß Gesundheitsrisiken für Männer sind, verändert sich im Laufe des Lebens. Doch welche Untersuchungen sind wann sinnvoll? Zum Weltmännertag am 3. November gibt Prof. Dr. Maximilian Burger, Direktor der Klinik für Urologie am Caritas-Krankenhaus St. Josef, einen Überblick.

Junge Männer: Hodenkrebs nicht unterschätzen

Hodenkrebs ist insgesamt selten, gehört bei Männern zwischen 20 und 40 Jahren jedoch zu den häufigsten Krebserkrankungen. Erste Anzeichen sind oft schmerzlos: eine Verhärtung, ein Knoten oder eine Schwellung am Hoden. „Gerade weil solche Veränderungen häufig nicht wehtun, werden sie leicht unterschätzt. Dabei sollte man mit einer auffälligen Verhärtung oder Schwellung nicht abwarten, sondern sie ärztlich abklären lassen“, rät Prof. Burger. Er empfiehlt jungen Männern, ihre Hoden regelmäßig selbst abzutasten. Die Heilungschancen bei Hodenkrebs sind – früh erkannt – sehr gut.

Ab 45 Jahren: Die Prostata rückt in den Fokus

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Prostatakrebs. Er ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland und verursacht im frühen Stadium meist keine Beschwerden. Deshalb spielt die Früherkennung eine wichtige Rolle.

Dabei hat sich medizinisch einiges verändert. Die 2025 aktualisierte Leitlinie rät Männern ab 45 Jahren, die Bestimmung des PSA-Wertes im Blut. Die bislang übliche Tastuntersuchung wird nicht mehr empfohlen.

Allerdings unterscheiden sich derzeit medizinische Empfehlung und Kassenleistung. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen regulär weiterhin die jährliche Tastuntersuchung ab 45 Jahren. Den PSA-Test müssen beschwerdefreie Männer in der Regel selbst bezahlen. „Die Untersuchung kostet zwischen 25 und 50 Euro, aber sie ist es wert“, so Prof. Burger. 

Gleichzeitig betont der Klinikdirektor: „Ein erhöhter PSA-Wert bedeutet nicht automatisch, dass ein Mann Prostatakrebs hat. Entscheidend ist, den Wert richtig einzuordnen und das individuelle Risiko zu berücksichtigen.“ Bei einem auffälligen Befund können weitere Untersuchungen, etwa eine Magnetresonanztomografie, notwendig werden. Auch die Familiengeschichte ist wichtig: Ist bereits der Vater oder Bruder erkrankt, steigt das eigene Risiko.

Bestätigt sich der Verdacht auf Prostatakrebs, gibt es nicht die eine richtige Behandlung. Welche Therapie sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Stadium der Erkrankung und der persönlichen Situation des Patienten ab. Umso wichtiger ist die Erfahrung der behandelnden Ärzte. Das Caritas-Krankenhaus St. Josef gehört zu den größten uroonkologischen Zentren Deutschlands. Laut Auswertungen der Deutschen Krebsgesellschaft zählt die Klinik bei Prostata-, Nieren- und Blasenkrebs gemessen an den Patientenzahlen jeweils zu den fünf größten zertifizierten Zentren bundesweit.

Im höheren Alter: Wenn die Prostata Probleme macht

Neben Prostatakrebs gewinnt mit zunehmendem Alter eine weitere Erkrankung an Bedeutung: die gutartige Prostatavergrößerung. Sie kann dazu führen, dass Männer nachts häufiger zur Toilette müssen, der Harnstrahl schwächer wird oder sich die Blase nicht vollständig entleert.

„Solche Beschwerden sind nicht automatisch ein Hinweis auf Krebs. Dennoch sollte man sie abklären lassen. Denn es gibt gute Behandlungsmöglichkeiten“, betont Prof. Burger. Auch Blut im Urin sollte unabhängig vom Alter immer ärztlich untersucht werden – selbst, wenn keine Schmerzen auftreten.

Auch andere Erkrankungen im Blick behalten

Neben der urologischen Gesundheit sollten Männer auch andere Erkrankungen im Blick haben. Zwischen 18 und 34 Jahren steht gesetzlich Versicherten ein einmaliger allgemeiner Gesundheits-Check-up zu, ab 35 Jahren alle drei Jahre. Dabei geht es unter anderem um Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes.

Ab 50 Jahren können Männer die Darmkrebsfrüherkennung mittels Darmspiegelung oder Stuhltest nutzen. Ab 65 Jahren übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen einmalig eine Ultraschalluntersuchung der Bauchschlagader, um eine gefährliche Erweiterung frühzeitig zu erkennen.

„Entscheidend ist nicht, möglichst viele Untersuchungen machen zu lassen, sondern die eigenen Risiken zu kennen und Veränderungen ernst zu nehmen“, sagt Prof. Burger. Welche Untersuchungen sinnvoll sind, hängt deshalb nicht allein vom Alter ab, sondern auch von familiären Vorbelastungen und individuellen Risikofaktoren. Diese solle man auch ernst nehmen, rät der Klinikdirektor: „Hier gilt es, sich zu informieren, und dafür stehen viele Ansprechpartnerinnen und -partner zur Verfügung wie Hausärzte und Urologen. Nur ignorieren gilt nicht.“ 


Text: Caritas-Krankenhaus St. Josef

(kw)



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