News Bild Weihbischof em. Vinzenz Guggenberger bei Dreivölker-Wallfahrt

Weihbischof em. Vinzenz Guggenberger bei Dreivölker-Wallfahrt

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(pdr) Der Regensburger Weihbischof emeritus Vinzenz Guggenberger hat im Auftrag von Bischof Gerhard Ludwig an der Dreivölker-Wallfahrt nahe der tschechischen Stadt Zlate Hory (Zuckmantel) teilgenommen. Frantisek Vaclav Lobkowicz, Bischof der Diözese Ostrava-Opava, hatte Bischof Gerhard Ludwig zu dem geistlichen Ereignis eingeladen. Das Treffen von Tschechen, Polen und Deutschen stand ganz im Zeichen der Völkerverständigung und des Schutzes des menschlichen Lebens von der Empfängnis an. Weihbischof Guggenberger überbrachte die Grüße von Bischof Gerhard Ludwig, der die Anliegen der Wallfahrt als sehr bedeutsam würdigte.
An der zehnten Dreivölker-Wallfahrt beteiligten sich rund 3000 Gläubige. Viele Wallfahrer waren zu Fuß gekommen. Deutsche Teilnehmer stammten unter anderem aus den Erzdiözesen Köln und Bamberg sowie aus der Diözese Regensburg. Auch der päpstliche Nuntius in Tschechien, Erzbischof Diego Causero, und Bischof Jan Walenty Wieczorek aus Gleiwitz unterstützten die Anliegen der Wallfahrt durch ihre Anwesenheit. Die Liturgie wurde abwechselnd in drei Sprachen zelebriert. Den Rosenkranz beteten die Gläubigen ebenfalls auf Tschechisch, Polnisch und Deutsch.
Die Maria-Hilf-Wallfahrt Zlate Hory liegt ganz in der Nähe der Grenze zu Polen. In der Zeit des kommunistischen Regimes in der Tschechoslowakei wurde die Kirche aus dem 17. Jahrhundert gesprengt. An die ursprünglichen Gebäude erinnerten nur noch wenige verödete Steinhügel im Wald. Mit Mitteln aus Polen, Tschechien und Deutschland erfolgte ab 1998 der Wiederaufbau als einfache achteckige Kirche. Weihbischof Guggenberger würdigte die Marienwallfahrt gerade in Tschechien, einem der am stärksten säkularisierten Staaten Europas. Er erklärte: „Die Menschen nehmen große Mühen auf sich. Zlate Hory ist ein alter, aber jetzt wieder neuer Wallfahrtsort voller Leben.“ Zu den Gläubigen sprach Weihbischof Guggenberger über Orte der Marienverehrung: „Die vielen Wallfahrtsorte sind eine besondere Freude. Die wichtigsten Pilgerstätten sind Bethlehem, Nazareth und Jerusalem. Davon ausgehend haben sich andere Wallfahrtsorte entwickelt. Die Loreto-Frömmigkeit stellt das Haus von Nazareth und damit die Menschwerdung Gottes in den Vordergrund, denn im Haus von Nazareth ereignete sich die Verkündigung an Maria durch den Engel des Herrn.“ Die Wallfahrt von Zlate Hory geht auf eine glücklich erfolgte Geburt im 17. Jahrhundert zurück und steht dadurch mit der Menschwerdung in Verbindung. Die Betonung des Lebensschutzes hat hier eine lange Tradition: Eine Frau in großer Not hatte ihr Kind im Wald bei Zuckmantel auf die Welt gebracht. Bald darauf wurde ein Gnadenbild an dem Baum angebracht, neben dem die Gebärende auf die Fürsprache Mariens hin wunderbare Hilfe erfahren hatte.