Rom, Kuppel St. Peter

Vatikan stärkt Dialog mit Konfuzianern

Konferenz in Südkorea


Regensburg, 4. August 2026

Der Vatikan wird erstmals eine Konferenz von Katholiken und Konfuzianern veranstalten, um die Öffnung der römisch-katholischen Kirche gegenüber der asiatischen ethischen Tradition zu fördern. Es handelt sich um die erste Konferenz überhaupt, die Christen und Konfuzianer gemeinsam abhalten.

Das Dikasterium für interreligiösen Dialog wird am 4. und 5. August in Südkorea das Kolloquium „Dialog über den Beitrag des Christentums und des Konfuzianismus zu einer idealen Gesellschaft: Neuer Himmel, neue Erde und große Einheit“ abhalten. Wie die Union of Catholic Asian News berichtet, werden Geistliche und Wissenschaftler an der Sogang-Universität in Seoul zusammenkommen, um über universale Geschwisterlichkeit, tugendhafte Führungskompetenz und ökologische Verantwortung zu diskutieren.

Kardinal George Jacob Koovakad, der Präfekt des Dikasteriums für den interreligiösen Dialog, wird voraussichtlich zusammen mit weiteren Vertretern des Dikasteriums an der Veranstaltung teilnehmen. Als Mitorganisator der Veranstaltung tritt die koreanische Bischofskonferenz auf.

Das Dikasterium für den interreligiösen Dialog hat bereits an ähnlichen Konferenzen teilgenommen, darunter am Workshop „Christen fördern den Dialog mit Konfuzianern: Leitlinien und Perspektiven“ im Jahr 2025 in Taiwan und an der Studiengruppe im Jahr 2024, die Leitlinien für den konfuzianisch-katholischen Dialog erarbeitete. Die Konferenz in diesem Jahr wird vom Dikasterium selbst veranstaltet.

Der Konfuzianismus entwickelte sich aus den ethischen Lehren des chinesischen Philosophen Kong Qiu, der im Westen als Konfuzius bekannt ist und etwa fünf Jahrhunderte vor Christi Geburt lebte. Er legte den Schwerpunkt auf Pietät gegenüber den Vorfahren, Ahnenverehrung, moralische Selbstkultivierung und harmonische soziale Beziehungen, aber weniger auf die Verehrung eines Schöpfergottes.

Nach Schätzungen der World Religion Database aus dem Jahr 2025 leben in aller Welt verstreut insgesamt etwa 8,75 Millionen Konfuzianer. Die größten Gemeinschaften befinden sich in Südkorea mit 5.62 Millionen Menschen, in China mit 1.74 Millionen, in Myanmar mit rund 813.000, in Thailand mit rund 261.000 und in Japan mit rund 162.000. Laut Vatican News erklärte zudem Paulin Batairwa Kubuya, der Untersekretär des Dikasteriums für den interreligiösen Dialog, beim Workshop im Jahr 2025, dass bestimmte konfuzianische Lehren bereits mit dem Christentum im Einklang stehen.

„Das Christentum und der Konfuzianismus sind Weisheitstraditionen“, sagte Kubuya. „Die konfuzianische Ethik legt großen Wert darauf, wie sich Menschen verhalten sollten, wie man ein guter Bürger ist und wie man sein Leben gestaltet. Wir stellen fest, dass diese Aspekte mit dem Christentum übereinstimmen.“ Kubuya äußerte zudem die Hoffnung, dass der konfuzianisch-christliche Dialog in Zukunft den Christen helfen werde, „unsere konfuzianischen Nächsten zu betrachten, zu schauen, wie wir ein besseres Zusammenleben entwickeln können, [und] wie wir uns gegenseitig bereichern können“.

Text: Vatican News

(SG /  sig)



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