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Zur Neuigkeit
Tag der offenen Tür im neuen Dienstleistungszentrum Selb
Unterstützung für die Kirche vor Ort
Selb, 27. Juli 2026
„Wir möchten die Pfarreien vor Ort in ihren vielfältigen Verwaltungsaufgaben wesentlich entlasten.“ Mit diesen Worten beschreibt Andreas Plannerer das Ziel des neuen Dienstleistungszentrums Selb, das er leitet. Von Regensburg aus erfüllt die Hauptabteilung Pastorales Personal und Pfarreienunterstützung im Bischöflichen Ordinariat den Auftrag, die Kirchenstiftungen verständnisvoll zu beraten, zu fördern und in ihrer Entschlusskraft und Selbstverantwortung zu stärken. Und genau diese Aufgabe wird seit April direkt im Dekanat Tirschenreuth-Wunsiedel unterstützt. Nun hat die Einrichtung einen Tag der offenen Tür veranstaltet und ihr Angebot vorgestellt.
Neues Dienstleistungszentrum in Selb unterstützt Kirchenstiftungen
Insgesamt sind im Bistum Regensburg 13 Dienstleistungszentren geplant, von denen bis zum Ende des Jahres bereits elf ihre Aufgaben aufnehmen. Ziel ist es, die Verantwortlichen vor Ort bei Verwaltungsaufgaben zu entlasten und so mehr Raum für die Seelsorge zu schaffen. Ein Team aus Verwaltungsleitung, Verwaltungskoordination und Mitarbeitenden leistet persönliche Beratung und praktische Unterstützung. Feste Ansprechpartner und eine gute Erreichbarkeit sorgen für kurze Wege und eine enge Zusammenarbeit mit Priestern und Ehrenamtlichen.
Verwaltungskoordination und Verwaltungsleitung
In Selb bietet das neue Zentrum den Kirchenstiftungen im Dekanat Tirschenreuth-Wunsiedel und Umgebung bereits seit einigen Monaten zwei grundsätzliche Arten der Unterstützung an.
Bei der Verwaltungskoordination berät und unterstützt ein fest zugeordneter Ansprechpartner den Pfarrer und die Kirchenverwaltung einer Pfarrei oder Pfarreiengemeinschaft. Dabei kann es um die Begleitung von Baumaßnahmen, um Personalangelegenheiten, um die Übergabe von Trägerschaften oder ganz konkret um die Vorbereitung einer Sitzung der Kirchenverwaltung oder den Abschluss eines Winterdienstvertrages gehen. Dabei überträgt die Pfarrei keine Entscheidungsbefugnisse an den Verwaltungskoordinator. Für die Inanspruchnahme ist ein Beschluss der Kirchenverwaltung erforderlich.
Beim zweiten Modus Verwaltungsleitung geht es hingegen um die vollumfängliche Übergabe der Verwaltungsaufgaben und damit auch der Entscheidungsbefugnis im Sinne der Ordnung für kirchliche Stiftungen in den bayerischen (Erz-)Diözesen (KiStiftO). Hier gibt der Pfarrer seine bisherige Aufgabe und seine Verantwortung als Vorstand der Kirchenverwaltung an einen Verwaltungsleiter ab. Daher stellt auch der Pfarrer den Antrag auf Übernahme der Verwaltungsleitung. Das bedeutet nicht, dass der Pfarrer mit diesen Aufgaben künftig nichts mehr zu tun haben soll, er wird aber dadurch spürbar entlastet.
Entscheidend ist, dass beide Angebotsvarianten für die Pfarreien freiwillig und kostenfrei sind. Und natürlich ist ein dauerhafter Austausch über die Themen erforderlich.
Jasmin Duscher, die in der Hauptabteilung die strategische Beratung abdeckt, ist für die Einrichtung der Verwaltungszentren zuständig. Angesichts der Herausforderungen, die die „Pastorale Entwicklung 2034“ für die Kirche vor Ort mit sich bringt, sieht sie die Unterstützung vor Ort als sinnvoll, aber auch notwendig an.

Stimmen aus dem Dekanat
Der Tag der Offenen Tür brachte viele Besucher ins Dienstleistungszentrum. Sie informierten sich über die Möglichkeiten der Unterstützung.
Robert Frenzl, der seit vielen Jahren in seiner Heimatgemeinde St. Marien in Schönwald verschiedene ehrenamtliche Aufgaben erfüllt, sieht in den Dienstleistungszentren ein beachtliches Angebot des Bistums. „Lange Zeit haben Haupt- und Ehrenamtliche die Verwaltungsarbeit in den Gemeinden selbst geleistet. Das war gut so. Aber wenn jetzt das Dienstleistungszentrum kompetente Unterstützung anbietet, so sollte das auch in Anspruch genommen werden.“
Pfarrer Konrad Amschl aus der Pfarreiengemeinschaft Bärnau-Hohenthan-Schwarzenbach hat sich zusammen mit Pastoralreferentin Maria Wagner und Pfarrsekretärin Cordula Höfler informiert: „Wir interessieren uns für die Verwaltungskoordination. Das könnte etwas für uns sein, das besprechen wir im Kirchenverwaltungsrat.“
Dekan Dr. Thomas Vogl ist Mitglied des Priesterrats der Diözese und daher seit Beginn an mit den Überlegungen zu den Dienstleistungszentren vertraut. „Wir werden den Weg miteinander gehen, ihn immer wieder reflektieren und anpassen. Pfarrei und Pfarrer wissen am besten, welche Art der Unterstützung für sie passt. Wichtig ist, dass sie bereit sind für eine Veränderung und den ehrlichen Willen zur Zusammenarbeit haben. Dann führt es zu einer echten Entlastung.“ Wichtig sei, dass wieder mehr Zeit bleibe für den ersten Auftrag der Kirche, nämlich für die Verkündigung des Evangeliums und die Seelsorge für die Menschen.
Mitarbeiter des Dienstleistungszentrums in Selb
Ansprechpartner vor Ort sind Verwaltungskoordinator Andreas Plannerer und Verwaltungsmitarbeiterin Waltraud Illmann. Als früherer Leiter eines Finanzmanagements ist Andreas Plannerer mit verantwortlichen Verwaltungsaufgaben bestens vertraut. Waltraud Illmann ist als Bankkauffrau und als vielfältig ehrenamtlich Engagierte in ihrer Pfarreiengemeinschaft Waldsassen-Münchenreuth ebenfalls hervorragend gerüstet.
Das Zentrum in der Wittelsbacher Straße 15b in Selb ist montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr sowie montags bis donnerstags von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Termine sind auch nach Vereinbarung möglich. Weitere Informationen gibt es telefonisch unter 0941 597-2034 oder per E-Mail an dienstleistungszentrum.selb@bistum-regensburg.de.
Dekanat Tirschenreuth-Wunsiedel
Das vor einigen Jahren neu strukturierte Dekanat Tirschenreuth-Wunsiedel liegt an der nördlichen Grenze des Bistums Regensburg. Es besteht aus den früheren Dekanaten Tirschenreuth und Kemnath-Wunsiedel und wird von Dekan Dr. Thomas Vogl aus Waldsassen geleitet.
Text und Fotos: © Peter Pirner; Unser Titelfoto zeigt: Andreas Plannerer, Waltraud Illmann und Pfarrer Dr. Thomas Vogl (von links).
(jas)




