News Bild Sr. Lydia la Dous spricht über nicht-wissenschaftliche Vorentscheidungen in den Naturwissenschaften – Vortrag im Regensburger Presseclub: Intelligent Design als eine „echte Gefahr für die Evolutionstheorie“

Sr. Lydia la Dous spricht über nicht-wissenschaftliche Vorentscheidungen in den Naturwissenschaften – Vortrag im Regensburger Presseclub: Intelligent Design als eine „echte Gefahr für die Evolutionstheorie“

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(pdr) Sr. Lydia la Dous ist habilitierte Astrophysikerin und Dominikanerin im Kloster Heilig Kreuz in Regensburg. Am Donnerstagabend sprach die Naturwissenschaftlerin im Rahmen einer Veranstaltung des Regensburger Presseclubs über „Die Entstehung der Welt: Evolution – Kreationismus – Intelligent Design“. Dazu waren rund 30 Journalisten ins große Sprechzimmer des Klosters gekommen, die den mit Powerpointdarstellungen unterlegten Ausführungen der Nonne aufmerksam folgten.

Zunächst wurden die naturwissenschaftlichen Theorien des Evolutionismus und des Kreationismus sowie die Grundeinstellung des „Intelligent Design“ vorgestellt. Die Evolutionstheorie stütze sich vor allem auf Mutation und Selektion sowie auf den Zufall („Randomness“). Allerdings sei der Begriff der Evolution in diesem Falle nicht mit der allgemein verbreiteten Vorstellung von „Entwicklung“ gleichzusetzen. Vielmehr unterschöben Anhänger des Darwinismus der naturwissenschaftlichen Theorie die Behauptung, dass Gott nicht existiere. Auch der Kreationismus bringe eine nicht-wissenschaftliche Vorentscheidung mit sich: Demnach habe Gott die Welt in weniger als 10 Tausend Jahren erschaffen. Diese Aussage sei mit allen Fachbereichen der Naturwissenschaften unvereinbar.

Sodann drückte Sr. Lydia ihr Bedauern darüber aus, dass die Begriffe Kreationismus und Intelligent Design nicht selten verwechselt werden. Denn die Vorstellung des Intelligent Design sei es, dass viele Eigenschaften der Natur für eine bewusste Planung sprächen. Anschließend stellte die Naturwissenschaftlerin die extrem hohe Unwahrscheinlichkeit dar (1:10 hoch 50), dass das Universum, hin und her gerissen zwischen Verklumpung und Auseinandertreten der Materie, existiert. Weitere Hinweise für diese besondere Verfassung seien rund zwölf Naturkonstanten, deren auch nur geringfügigste Veränderung das Leben auf der Erde verunmöglichen würde.

Erst in den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren habe die Naturwissenschaft viele dieser Zusammenhänge erforschen können. Die Grundeinstellung des Intelligent Design sei eine „echte Gefahr für die Evolutionstheorie“, sagte die Schwester. Die Naturwissenschaft müsse stets Hypothesen aufstellen und hinterfragen. „Das ist hier Alltagsgeschäft.“ Wer dies allerdings mit der Evolutionstheorie auch nur tue, das heißt: sie hinterfrage, der werde „platt gemacht“. Stattdessen stehe die Behauptung im Raum, dass die Evolutionstheorie eine bewiesene Tatsache sei.

Während der anschließenden angeregten Diskussion, die Manfred Sauerer, Vorsitzender des Regensburger Presseclubs und Chefredakteur der „Mittelbayerischen Zeitung“ moderierte, wusste Sr. Lydia stets exakt zu unterscheiden zwischen ihrem Wirken als Naturwissenschaftlerin und ihrer Existenz als gläubige Ordensschwester. Ob es einen Gott vor dem Urknall, einer naturwissenschaftlich sehr gut abgesicherten Theorie, gegeben habe, das entziehe sich der naturwissenschaftlichen Fragestellung. Im übrigen nannte die Schwester die Theologie die „wichtigste Wissenschaft überhaupt“.