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Zur Neuigkeit
Schmuckstücke im Bistum: Eine spätgotische Heiligenfigur zum Wolfgangstag
Der Bistumspatron in Jachenhausen

Regensburg/Jachenhausen, 29. Oktober 2026
Dr. Daniel Rimsl arbeitet als Kunsthistoriker bei der Abteilung Kunst- und Denkmalpflege des Bistums Regensburg. Als Leiter der Fachstelle Inventarisierung ist er ein wahrer Kenner der zahlreichen „Schmuckstücke“ in den Kirchen unseres Bistums. In unserer Reihe „Schmuckstücke im Bistum“ stellt er uns regelmäßig besondere Kunstobjekte vor. Zum anstehenden Wolfgangstag am 31. Oktober führt uns Dr. Rimsl nach Jachenhausen zu einer besonders künstlerisch gestalteten Figur unseres Bistumspatrons.
Der heilige Wolfgang wurde in St. Emmeram in Regensburg beigesetzt; noch heute ruhen hier seine sterblichen Überreste. Aber auch darüber hinaus ist der Bistumspatron sehr präsent in den Kirchen seines Bistums.
Die Zeit der größten Wolfgangsverehrung – auch weit über das Bistums Regensburg hinaus – war das Spätmittelalter: Im 15. und frühen 16. Jahrhundert entstanden ungezählte Darstellungen des Regensburger Bischofs, der zeitweise am Falkenstein als Einsiedler gelebt und am später nach ihm benannten See in Österreich eine Kirche gegründet haben soll. Diese Kirche – heute bekannt als St. Wolfgang im Salzkammergut – ist zugleich der bedeutendste Wallfahrtsort des Heiligen; in ihr steht der berühmte, 1479 vollendete, Flügelaltar von Michael Pacher.
Einen ebenso spektakulären Wolfgangsaltar gibt es im Bistum Regensburg nicht, aber eine ähnlich prachtvoll ausgestattete Schnitzfigur des Heiligen: Am rechten Seitenaltar der Pfarrkirche St. Oswald zu Jachenhausen bei Riedenburg steht eine lebensgroße Wolfgangsfigur aus der Zeit um 1510, ein Standbild von strenger Haltung und ernstem Gesichtsausdruck; markant und lebensnah sind die Falten im Gesicht wiedergegeben.
Mit der rechten Hand trägt er ein Kirchenmodell, Hinweis auf die Kirche, die er nach der Legende eigenhändig am Seeufer errichtet hat.
Besonders prächtig ist seine liturgische Gewandung ausgestattet, die Mitra, also die Bischofshaube, und das Pluviale oder der Rauchmantel, den er über den Schultern trägt. Besonders dieser trägt ein umfangreiches Bildprogramm: Am Saum des Mantels reihen sich unter Arkaden die Apostel, und an der Mantelschließe erscheint hier der segnende Christus in Halbfigur. Auf der Mitra schließlich ist die Verkündigung an Maria dargestellt.
Der Stab ist eine barockzeitliche Ergänzung, die Fassung, also die farbige Bemalung der Figur, stammt erst aus dem 20. Jahrhundert.
Aus den vielen Wolfgangsdarstellungen des Bistums Regensburg ragt der Jachenhausener Wolfgang heraus. Und die barock ausgestattete Oswaldskirche, hoch über dem Altmühltal gelegen, lädt immer zu einem Besuch ein, nicht nur am Tag des heiligen Wolfgang am 31. Oktober.
Text: Dr. Daniel Rimsl, Redaktion: Jakob Schötz, Fotos: © Gerald Richter
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