Blick auf Regensburg

Save the Date: 2. Regensburger Symposium

„Neues in Kirche – Historische Vergewisserungen“


Regensburg, 28. Juli 2026 

„Neues in Kirche – Historische Vergewisserungen“ - Diesem Thema widmet sich am 21. November 2026 das 2. Regensburger Symposium zu Kirche in Gesellschaft im Diözesanzentrum Obermünster. Anlass für das Thema ist eine Beobachtung, die über den kirchlichen Raum hinaus tief in gesamtgesellschaftliche Diskurse reicht: Zwischen dem Wunsch, Bewährtes zu erhalten, und dem Ruf nach radikaler Erneuerung tun sich vermehrt Gräben auf, die zu überwinden eine der großen Herausforderungen unserer Zeit ist. Genau in diesem Spannungsfeld bewegt sich das Programm des Tages. Von 9.00 bis 16.00 Uhr diskutieren namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Liturgiewissenschaft, Kunstgeschichte, Politischer Theorie und Kirchengeschichte, wie Kirche und Gesellschaft heute ihr Verhältnis zu Herkunft und Zukunft weiterdenken können. 

Vier Perspektiven auf ein zeitloses Thema

Rev. Dr. Uwe Michael Lang eröffnet den Tag mit einem Vortrag über „Organisches Wachstum statt Konstruktion: Tradition und Reform nach der Liturgiekonstitution des II. Vatikanischen Konzils“. Der aus Nürnberg stammende Priester des Oratoriums des hl. Philipp Neri lehrt als Senior Lecturer für Liturgie und Kirchengeschichte an der St Mary‘s University in London und am Allen Hall Seminary; promoviert hat er in Oxford. Von 2008 bis 2012 arbeitete er in der vatikanischen Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung mit, und war zugleich Konsultor des Amtes für die liturgischen Feiern des Papstes. Als Herausgeber der Fachzeitschrift Antiphon: A Journal for Liturgical Renewal sowie als Autor mehrerer viel beachteter Bücher zur Geschichte der römischen Liturgie gehört Lang zu den profilierten Stimmen der aktuellen internationalen Liturgiewissenschaft. Sein Beitrag verspricht, die oft hitzig geführte Debatte um „alte“ und „neue“ Liturgie auf ein solides historisches Fundament zu stellen.

Prof. Dr. Karsten Fischer widmet sich anschließend „der Krise der Wahrheit und den religionspolitischen Konflikten der Gegenwart“. Fischer studierte Politikwissenschaft, Philosophie und Völkerrecht in Bonn und Frankfurt am Main und wurde an der Humboldt-Universität zu Berlin promoviert und habilitiert. Seit 2010 leitet er den Lehrstuhl für Politische Theorie am Geschwister-Scholl-Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie das dortige Voegelin-Zentrum für Politik, Kultur und Religion. Fischer forscht insbesondere zu Demokratietheorie, Liberalismus und dem Verhältnis von Politik und Religion und untersucht derzeit, wie populistische und verschwörungstheoretische Narrative liberale Demokratien unter Druck setzen. Mit diesem Erfahrungshintergrund bringt er eine politikwissenschaftliche Außenperspektive auf die kirchlichen Wahrheits- und Autoritätsfragen der Gegenwart ein.

Prof. Dr. Matthias Müller führt am Nachmittag in „Le Corbusiers Entwurf einer neuen Kirche: Transformationen religiöser und architektonischer Traditionen in der Moderne“ ein. Der Kunsthistoriker studierte in Marburg, Berlin und Hamburg, promovierte 1995 in Marburg zur Architekturgeschichte der Elisabethkirche und habilitierte sich in Greifswald. Seit 2006 hat er den Lehrstuhl für Kunstgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz inne. Seine Forschung zur Sakral- und Residenzarchitektur macht ihn zum idealen Gesprächspartner für die Frage, wie sich religiöse Räume im Zuge gesellschaftlichen Wandels immer wieder neu erfinden mussten – und was das für heutige Kirchenbauten bedeuten kann.

Dr. Bettina Blessing schließlich gestaltet gemeinsam mit den übrigen Referenten den Abschluss des Tages: eine offene Podiumsdiskussion unter dem Titel „Aufbruch oder Kontinuität? Rollenbilder und Handlungsräume in der Kirche von gestern und morgen“. Frau Dr. Blessing ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit an der Ludwig-Maximilians-Universität München und promovierte an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Ihre Forschung zur Geschlechtergeschichte religiöser Gemeinschaften – zu Rollenbildern, Handlungsräumen und Machtstrukturen von Frauen und Männern in katholischen Orden – sowie zur konfessionellen Krankenpflege verschafft ihr einen genauen Blick dafür, wie sich kirchliche Organisationen historisch gewandelt haben und dabei immer wieder neue Möglichkeiten zur Mitgestaltung kirchlichen Wirkens eröffneten.

Mitreden statt nur zuhören

Bewusst endet der Tag nicht mit vier nebeneinanderstehenden Fachvorträgen, sondern mit einem offenen Gespräch, in dem die Referentinnen und Referenten mit dem Publikum Brücken zwischen den Disziplinen schlagen. Wer die zeitliche Dimension und die Zukunft von Kirche und Gesellschaft aktiv mitdenken möchte, ist eingeladen, sich in Rückfragen, Diskussionsbeiträgen und in der Podiumsrunde selbst einzubringen. Gerade weil die Themen – Liturgiestreit, religionspolitische Konflikte, kirchliche Architektur, Rollenbilder in der Kirche – so unterschiedliche Fachwelten berühren, lebt das Symposium davon, dass Fachpublikum und interessierte Öffentlichkeit gemeinsam ins Gespräch kommen.

Veranstaltungsdetails:

Dauer: Beginn: 9:00 Uhr; Ende: 16:00 Uhr

Anmeldeschluss: 13.11.2026

Preise inkl. Verpflegung(Solidarmodell): Regulär: 50,- €; Studierende, Junge Erwachsene, Rentner/innen: 15,-€; Empfänger/innen von Bürgergeld, Mitarbeitende der Diözese Regensburg: gratis

Veranstaltungsort: Konferenzsaal 4, Diözesanzentrum Obermünster (Obermünsterplatz 7 / 93047 Regensburg)

Anmeldung und weitere Informationen: https://kurzlinks.de/KiG oder per E-Mail an gesellschaft@bistum-regensburg.de. (Bitte bei der Anmeldung die zutreffende Buchungskategorie angeben.)

Das Symposium ist eine Kooperationsveranstaltung der Fachstelle Kirche in Gesellschaft und des Akademischen Forums Albertus Magnus.

Text und Fotos: Fachstelle Kirche in Gesellschaft
(chb)

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