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Zur Neuigkeit
Papst Leo XIV. erinnert an die Aufgaben der Kirche
„Gaudium et spes“
Rom / Regensburg, 8. Oktober 2026
Papst Leo XIV. hat bei der Generalaudienz am Mittwochvormittag auf dem Petersplatz über die Aufgaben der Kirche in der Welt gesprochen – in Anlehnung an den Konzilstext Gaudium et spes. Er sagte, „dass die Kirche nicht ‚über‘ oder ‚neben‘ der Welt steht, sondern gleichsam in sie eingepflanzt ist“.
„Die Kirche ist eine Welt, die bereits mit Gott versöhnt ist; wir sind Pilger auf Erden und teilen mit dieser Welt ihre Zerbrechlichkeit und ihre Schönheit“, führte er aus. Die Kirche wohne in der Welt „als Zeichen der Menschwerdung Gottes, um seinen Plan zu offenbaren, uns alle zu seinen Kindern in einer einzigen großen Menschheitsfamilie zu machen“.
Die erste Aufgabe der Kirche bestehe also „darin, den Menschen zu helfen, sich mit den tiefgreifenden Fragen des Lebens auseinanderzusetzen: jenen nach unserem Ursprung und unserem Schicksal ebenso wie denen nach dem Sinn von Liebe und Schmerz. Die Logik des Profits um jeden Preis und die Manipulation von Informationen bergen die Gefahr, einen unzulässigen Druck auszuüben, der Menschen dazu verleitet, sich einem Lebensstil anzupassen, der vom Konsum materieller Güter bestimmt ist. Doch unser Herz ist dazu geschaffen, den Blick nach oben zu richten.“
Ferner sei Aufgabe der Kirche, „zum Aufbau der irdischen Gesellschaft beizutragen. Ihre Methoden und ihr Ziel sind jedoch nicht in erster Linie politischer Natur. Sie bestehen vielmehr im Zeugnis des Glaubens und der Liebe sowie im Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Geschwisterlichkeit.“
„Wer Christus, den Gerechten, der für die Ungerechten gestorben ist, anbetet, kann die Unterdrückung der Kleinen und der Armen ebenso wenig hinnehmen wie die ungerechten Strukturen, die Zustände der Abhängigkeit und Ungerechtigkeit aufrechterhalten“, fügte der Papst hinzu. „Die Soziallehre der Kirche leitet das Handeln der Christen, die mit allen Menschen guten Willens zusammenarbeiten, um das Gemeinwohl zu fördern.“
„Um den Evangelisierungsauftrag wirksam zu erfüllen, muss sich jeder Getaufte verpflichten, mitzuwirken an der Gnade des Heiligen Geistes, damit sein Glaube lebendig ist und in einem konsequenten Lebensstil zum Ausdruck kommt“, betonte Leo. Die Laien seien also aufgrund ihrer Taufe „dazu berufen, die Welt mit dem Geist des Christentums und der Sicht des Evangeliums zu durchdringen. Die wichtigsten Bereiche dieses Handelns, das mit Recht als priesterlich bezeichnet werden kann, sind zweifellos die Familie und die Arbeitswelt; aber es erstreckt sich auf alle Lebensbereiche.“
Schließlich verfolge die Kirche genau, „was in der Gesellschaft geschieht und sich entwickelt“, sagte Papst Leo. „Es ist Aufgabe des gesamten Gottesvolkes, besonders der Hirten und Theologen, zu erkennen, was in den Kulturen unserer Zeit Beachtung verdient, wobei stets das Wort Gottes und die Tradition der Kirche als oberstes Kriterium der Unterscheidung gelten.“ Dazu nötig sei „eine ausgeglichene Geisteshaltung, die frei ist von kulturellen Moden und fähig, die Welt positiv zu sehen und zugleich standhaft die Botschaft des Evangeliums in ihrer Ganzheit zu bewahren und zu vermitteln“.
Text: CNA Deutsch
(sig)




