Glaube an Gott nimmt überraschend deutlich zu

Junge Erwachsene finden zu Jesus


Köln / Regensburg, 7. Januar 2026

Mehr als jeder zweite junge Erwachsene in Deutschland glaubt an Gott. Eine aktuelle INSA-Umfrage zeigt: Gerade die 18- bis 29-Jährigen sind überraschend religiös – allerdings mit einem Glauben, der sich zunehmend von kirchlichen Bindungen löst.

Eine repräsentative Befragung von 2.006 Erwachsenen im September 2025 im Auftrag von INSA kommt zu einem Befund, der gängigen Erzählungen widerspricht. In der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen glauben 53 Prozent an Gott. Nur 34 Prozent antworten „(eher) nein“. Der Rest ist unentschieden oder machte keine Angabe. Über alle Altersgruppen hinweg fällt das Bild deutlich nüchterner aus. 42 Prozent glauben „(eher) ja“ an Gott, 45 Prozent „(eher) nein“.

Auffällig ist, dass der hohe Gottesglaube junger Erwachsener nicht automatisch mit einer starken christlichen Selbstverortung einhergeht. Nur 38 Prozent der 18- bis 29-Jährigen bezeichnen sich „(eher) ja“ als Christen. 49 Prozent sagen dagegen „(eher) nein“. Gesamtgesellschaftlich liegt das Verhältnis bei jeweils 44 Prozent „(eher) ja“ und „(eher) nein“.

Regional zeigen sich deutliche Unterschiede. Im Westen glauben 45 Prozent „(eher) ja“ an Gott. Im Osten inklusive Berlin sind es nur 27 Prozent, während dort 62 Prozent „(eher) nein“ angeben. Ähnlich verteilt ist die Selbstbezeichnung als Christ: Im Westen stimmen 49 Prozent „(eher) ja“ zu, im Osten lediglich 22 Prozent.

Was verbinden die Menschen heute mit „Christentum“? Am häufigsten nennen die Befragten „Gottes- und Nächstenliebe“ (28 Prozent) sowie die „Orientierung an den Zehn Geboten“ (24 Prozent). Der „Glaube an Gott bzw. Dreieinigkeit“ folgt mit 22 Prozent. Eine weitere Linie zeigt sich bei jenen, die sich selbst als Christen bezeichnen. Sie verstehen ihren Glauben mehrheitlich nicht ausschließlich bibelbezogen, sondern bibel- und traditionsorientiert. 55 Prozent sagen, für sie seien „Heilige Schrift und Tradition gemeinsam verbindlich“. 21 Prozent halten „die Heilige Schrift allein“ für maßgeblich.

Unter den jüngeren Christen kehrt sich dieses Verhältnis jedoch um: 45 Prozent der 18- bis 29-Jährigen nennen „Schrift allein“, 42 Prozent „Schrift und Tradition“. Und wie sichtbar ist der Glaube im Alltag? Unter den Christen meinen 40 Prozent, man merke ihnen an, dass sie Christen sind. 36 Prozent verneinen das. Zugleich glauben 51 Prozent der Gesamtbevölkerung, man könne anderen Menschen nicht ansehen, ob sie Christen sind. Nur 24 Prozent sagen hier „(eher) ja“.

Text: CNA Deutsch

(sig)



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