Bischof Voderholzer, Sternsinger

Feierliche Aussendung der Sternsinger im Dom St. Peter

Den Segen sichtbar machen


Regensburg, 29. Dezember 2025

Rund 1.200 Sternsingerinnen und Sternsinger sowie ihre Begleitpersonen begrüßte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer zur feierlichen Sternsingeraussendung 2026 im Dom St. Peter zu Regensburg. Die Sternsingeraktion ist die weltweit größte Solidaritätsaktion von Kindern und Jugendlichen für Kinder und Jugendliche. Unter dem Leitwort „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“ macht die diesjährige Aktion auf das Schicksal von Kindern aufmerksam, die aufgrund von Armut zur Arbeit gezwungen sind und dadurch Bildungschancen sowie eine unbeschwerte Kindheit verlieren.

Die diözesane Aussendungsfeier findet jedes Jahr an einem anderen Ort im Bistum Regensburg statt. Da sie heuer im Zentrum des Bistums gefeiert wurde, rechneten die Verantwortlichen von BDKJ, Bischöflichem Jugendamt, Ministrantenpastoral und Jugendpfarrer Matthias Strätz mit einer großen Beteiligung. Dass jedoch so viele Kinder, Jugendliche und Begleitpersonen aus allen Teilen des Bistums nach Regensburg kommen würden, übertraf die Erwartungen deutlich. Als Sammelpunkt diente die Mädchenrealschule Niedermünster, wo die königlichen Gewänder angelegt und der feierliche Einzug vorbereitet wurden.

Von dort zog der festliche Zug mit Bischof Rudolf Voderholzer, Jugendpfarrer Matthias Strätz, einer Blaskapelle sowie mehreren Hundert Sternsingerinnen und Sternsingern durch die Regensburger Innenstadt über die Maxstraße und den Neupfarrplatz zum Südportal des Doms. Dort begrüßte der Regensburger Oberhirte jede Gruppe persönlich und dankte den Kindern, Jugendlichen und ihren Begleitpersonen für ihren Einsatz.

Andacht zur Aussendung

Nach der Begrüßung durch sechs Sternsinger und Jugendpfarrer Matthias Strätz eröffnete Bischof Dr. Rudolf Voderholzer die Andacht zur feierlichen Aussendung im gut gefüllten Dom St. Peter. Die musikalische Gestaltung übernahm die Band „Rhythm up“.

Zu Beginn stellte BDKJ-Vorstandsmitglied Anna Fauz den Grundgedanken der Sternsingeraktion heraus: Kinder zu unterstützen und zu schützen, die weltweit unter Armut, Ausbeutung und Ungerechtigkeit leiden. Das bevorstehende Dreikönigsfest eigne sich in besonderer Weise, diesen Auftrag sichtbar zu machen, da auch hier ein in Armut geborenes Kind im Mittelpunkt stehe, für das die Weisen aus dem Morgenland keinen Weg scheuten.

Die konkrete Lebenssituation betroffener Kinder veranschaulichten Winfried Brandmaier, Leiter der Fachstelle Ministrantenpastoral, sowie die Sternsinger Cati und Leopold in einem Rollenspiel. Anhand der Schicksale von Tazim und Nour aus Bangladesch wurde deutlich, wie Kinderarbeit den Schulbesuch verhindert und Zukunftsperspektiven nimmt. Zugleich wurde gezeigt, dass durch die Sternsingeraktion bereits Hilfe möglich ist und auch 2026 vielen weiteren Kindern neue Chancen eröffnet werden können.

„Christus mansionem benedicat“

Diese Beispiele griff Bischof Dr. Rudolf Voderholzer in seiner Predigt auf. Er betonte, dass dadurch konkret sichtbar werde, wofür die Spenden der Sternsinger eingesetzt werden. Zugleich würdigte er die Sternsingeraktion als einzigartige weltweite Solidaritätsbewegung von Kindern und Jugendlichen für Gleichaltrige. Mit großem Dank hob der Bischof den Einsatz der Sternsingerinnen und Sternsinger hervor, die wertvolle Ferientage opferten, damit das Weihnachtsgeschehen in den Städten und Dörfern lebendig bleibe und zugleich weltweit Not gelindert werden könne.

Der Regensburger Oberhirte verwies auf den biblischen Ursprung des Sternsingens im Evangelium vom Fest der Erscheinung des Herrn (Mt 2,1–12). Die Weisen aus dem Morgenland seien suchende, gebildete Menschen gewesen, die erkannt hätten, dass der Weg zur Wahrheit nicht allein aus eigener Kraft zu finden sei. Indem sie dem Stern folgten, hätten sie im Kind von Bethlehem den Retter der Welt und das wahre Licht entdeckt. In der kirchlichen Tradition stehen die drei Weisen zugleich für die Völker der Welt und für die Kontinente Asien, Afrika und Europa – ein Bild, das sich im farbenfrohen Zug der Sternsinger widerspiegle.

Segnung und Sendung

Bischof Rudolf ermutigte die Sternsingerinnen und Sternsinger, sich von diesem Licht anstecken zu lassen und den Segen zu den Menschen zu bringen. Er wies darauf hin, dass es auch in den eigenen Gemeinden Armut, Einsamkeit und Leid gebe und dass sich gerade ältere Menschen oft sehr auf den Besuch der Sternsinger freuten. Mit ihrem Kommen machten die Kinder und Jugendlichen den Glauben sichtbar, wenn sie den Segensspruch „Christus mansionem benedicat“ an die Türen schrieben.

Zum Abschluss seiner Predigt gab der Bischof den Sternsingern praktische Ermutigungen mit auf den Weg und erinnerte an seine eigenen Erfahrungen als langjähriger Sternsingerbegleiter. Zugleich dankte er allen Erwachsenen in den Pfarrgemeinden, die durch Organisation, Verpflegung, Fahrdienste und die Bereitstellung der Gewänder zum Gelingen der Aktion beitrügen. Im Anschluss segnete Bischof Dr. Rudolf Voderholzer Kreide und Weihrauch für die bevorstehenden Hausbesuche. Danach schrieb er den ersten Segensspruch der Sternsingeraktion 2026 im Bistum Regensburg an das Südportal des Doms: 20 ✶ C + M + B + 26

Zum Abschluss segnete der Bischof auch die Sternsingerinnen und Sternsinger selbst mit Weihwasser. Jugendpfarrer Matthias Strätz lud die Teilnehmenden anschließend zur Begegnung bei Tee und Brezen in den Innenhof der Niedermünsterschule ein. Dort nutzten viele Gruppen die Gelegenheit zum Austausch und zu Erinnerungsfotos mit ihrem Diözesanbischof, bevor sie sich auf den Heimweg machten.

Text und Bilder: Thomas Oberst

(SG / sig)



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