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Endlich wieder Bittprozession in Regensburg mit dem Bischof

Die vom Krieg Betroffenen nicht übersehen

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Regensburg, 26. Mai. „Endlich ist es uns wieder möglich, unseren Glauben auch wieder öffentlich auf die Straßen zu tragen.“ Das hat Bischof Rudolf Voderholzer zu Beginn des Pontifikalamtes im Hohen Dom St. Peter am Vorabend von Christi Himmelfahrt freudig gesagt. Im Anschluss an den Gottesdienst fand eine Bittprozession durch die Stadt zum Emmeramsplatz statt: unter dem Motto „Betet für alle Menschen“ aus dem ersten Brief an Timotheus (1 Tim 2). Es wurden aktuelle Anliegen vor Gott getragen, wie Krieg und Klimawandel und ein gelingendes Zusammenleben, im Vertrauen auf die Fürsprache unserer Bistumspatrone Wolfgang und Emmeram. Sie werden in der Basilika St. Emmeram verehrt, vor der die abendliche Lichterprozession endete.

Große Herausforderungen

In der Predigt erzählt Bischof Voderholzer, dass trotz schönen Wetters im übertragenem Sinne dunkle Wolken drohend am Himmel unserer Gegenwart stehen. Die Corona-Pandemie ist noch nicht wirklich überwunden, da warten schon neue Katastrophen: besonders der Krieg in der Ukraine, der nun schon ein Vierteljahr tobt und nicht nur in der Ukraine unendlich viel Leid gebracht hat. In Europa wird dies durch Inflation, Güterknappheit und Handelsbeschränkungen bemerkbar. „Viel schlimmer als uns trifft es bereits die Menschen in Ostafrika und in anderen Regionen der Welt, die von den Getreidelieferungen aus der Ukraine abhängig sind.“ Dies kann sogar zu weiteren Migrationsbewegungen führen. „Mit großer Dankbarkeit kann ich nur erneut darauf hinweisen, mit welch großem Engagement sich viele von Ihnen der Kriegsflüchtlinge angenommen haben.“ In der Wohlstandsgesellschaft ist man gewohnt, alles sofort zu bekommen. Nun aber sind Papier, Holz, Autos und vieles mehr entweder gar nicht oder nur mit langer Wartezeit zu bekommen. „Wir tun gut daran, demütig anzuerkennen, das unsere Bäume nicht in den Himmel wachsen, wir tun gut daran, um den Beistand des Heiligen Geistes zu bitten, dass er uns helfe, in der rechten Weise auf die Herausforderungen zu reagieren und bei aller Sorge um die eigene Wirtschaft und den eigenen Wohlstand die besonders Betroffenen und in Mitleidenschaft Gezogenen nicht zu übersehen.“

Trost spendende Heilige

„Auf unserem Weg durch stürmische Zeiten begleiten uns auch die Heiligen und Seligen des Bistums, besonders die Bischöfe Wolfgang, Emmeram und Erhard als mutige Verkünder des Evangeliums und Fürsprecher bei Gott, die heilige Anna Schäffer als Vorbild an Geduld und Vorbild der Liebe zu Christus und der selige Eustachius Kugler als ein Krankenpfleger, dem Leib und Seele der ihm Anvertrauten leidenschaftlich ans Herz gewachsen waren.“ Allen voran steht die Gottesmutter Maria, die man auf so vielen Häusern Regensburgs sehen kann und in den Kriegs- und Krisenzeiten der Jahrhunderte vielen Trost gespendet hat.

Durch die Stadt

Nach dem Pontifikalamt machten sich unter Glockenläuten in einer Lichterprozession mit dem Bischof eine große Anzahl an Menschen, bestehend aus Domspatzen, Ministranten, Schwestern, Priesterseminaristen, dem Domkapitel und über hundert Gläubige auf den Weg zur Basilika St. Emmeram. Es war der erste Bittgang nach über zwei Jahren Corona-Pandemie. Während der Bittprozession spielte das Bläserensemble „DeFuchsn“ unter der Leitung von Martin Braun. Nicht wenige Passanten und Bewohner folgten der Prozession interessiert. Zum Abschluss wurde nach den Fürbitten auf dem Emmeramsplatz der Schlusssegen von Bischof Rudolf erteilt. (sd)