News Bild "Ein Jahrhundertprojekt" - Regensburger Dom erhält eine sichtbare neue Hauptorgel

"Ein Jahrhundertprojekt" - Regensburger Dom erhält eine sichtbare neue Hauptorgel

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Mit dem Beginn der Aufbauarbeiten am Dienstag nach Ostern begann im Regensburger Dom die Erfüllung eines alten Traums: die Kathedrale von Weltrang erhält endlich eine ihr angemessen große und sichtbare Hauptorgel. Im Rahmen einer Pressekonferenz wurden dazu heute Details der künftigen Orgel der Öffentlichkeit vorgestellt, die am 22. November 2009 zum ersten Mal erklingen wird.

Für Dompropst Dr. Wilhelm Gegenfurtner ist der Beginn der Bauarbeiten ein wunderbarer Moment: „Wir erleben hier den wohl größten Eingriff in die sichtbare Gestaltung des Doms seit der Errichtung der Turmspitzen durch König Ludwig I. im 19 Jahrhundert und zugleich einen der kleinsten Eingriffe in die Bausubstanz: Nur 4 Löcher in den Gewölbedecken. Durch diese wird die Neue Hauptorgel an Stahlseilen befestigt künftig vor der Nordhausquerwand hängen.“ Zu dieser Ortswahl führten intensive Verhandlungen mit dem Freistaat Bayern als dem Eigentümer des Doms und musikalischen Sachverständigen. So sollte einerseits das Erscheinungsbild des Doms nicht maßgeblich verändert werden. Zugleich sollte aber auch den veränderten liturgischen Gegebenheiten Rechnung getragen werden. „Dazu“, so Dompropst Dr. Gegenfurtner, „reichte die Chororgel des Doms, die auch künftig erhalten bleiben wird, schon lange nicht mehr aus.“

„Sowohl die Planung als auch der Einbau der Orgel geschah und geschieht in einem konstruktiven Dialog zwischen dem Freistaat Bayern und dem Regensburger Domkapitel.“ Darauf wies der Ltd. Baudirektor Hans Weber vom Staatlichen Bauamt hin. Für ihn ist der Bau der Neuen Hauptorgel „ein schönes Beispiel, wie es gelingen kann,
die Anforderungen der Denkmalpflege mit den Anforderungen eines modernen Orgelbaus in Einklang zu bringen.“ Dies zeige sich vor allem bei der Erschließung der Orgel, die ohne Eingriff in die Bausubstanz des Domes erfolge.

Schwerste freihängende Orgel und eine Weltpremiere
Als ein „besonderes Projekt“ bezeichnete Orgelbaumeister Wendelin Eberle von der Firma Rieger Orgelbau (Dornbin/Vorarlberg) die künftige Orgel. „Die Neue Hauptorgel wird – soweit bekannt – die größte und schwerste hängende Orgel sein, die bislang gebaut wurde. Sie wird 18,6 Meter hoch, bis zu 4,2 Meter breit und 36,7
Tonnen schwer sein. Das alles wird jedoch ausschließlich von 4 Stahlseilen gehalten mit einem Durchmesser von jeweils 30 Millimetern.“ Das besondere der Neuen Hauptorgel wird die Erschließung durch einen „unsichtbaren“ Lift sein - eine Weltpremiere im Orgelbau.

„Künftig wird der Domorganist per Lift in 1,5 Minuten seinen Arbeitsplatz in 15 Metern Höhe erreichen: Schwindelfrei sollte er also schon sein!“ Für Domorganist Prof. Franz Josef Stoiber geht mit dem Orgelbau ein Traum in Erfüllung, „denn die Neue Hauptorgel wird eine moderne Kathedralorgel sein, die auf den Grundlagen des klassischen Orgelbaus beruht, klangliche Eigenschaften der
romantischen Orgel aufgreift und bewährte technische Errungenschaften des modernen Orgelbaus nicht ausgrenzt. Vor allem aber wird sie eine Orgel für die Liturgie sein, die es ermöglicht, die Gemeinde in transparenter Weise zu begleiten.“

Eine moderne Orgel für einen alten Dom – Zahlen und Fakten
Die neue Hauptorgel wird vier Manuale (Hauptwerk, schwellbares Positiv, Schwellwerk und Solowerk) und Pedal mit 80 Registern umfassen – insgesamt 5.871 Pfeifen,
von denen die längste über 10 Meter, die kürzeste etwa 8 Millimeter lang sein wird. Alle Werke sind über- bzw. nebeneinander angeordnet: Hauptwerk und Schwellwerk
über dem in 15 Meter Höhe zentral positionierten Spieltisch (kurze Trakturwege!), Positiv und Solowerk darunter, das Pedalwerk seitlich.

Zusätzlich zum Spielschrank an der Hauptorgel wird im Chorraum des Doms ein Generalspieltisch aufgestellt. Von hier aus kann der Organist sowohl die Neue Hauptorgel
als auch die bestehende Chororgel (30 Register) anspielen und somit allen liturgischen und musikalischen Anforderungen der Dommusik gerecht werden. In die Hauptorgel wird ein Aufzug integriert, mit dem der Organist an seinen Arbeitsplatz befördert wird. Von außen wird der Aufzug nicht sichtbar sein: er fährt bei Betätigung zunächst waagrecht aus dem oberen Teil des linken Pedalturms und dann senkrecht (stabilisiert durch 4 Seile, sodass keine Schiene an der Wand benötigt wird) nach unten.

Die Orgel wird 18,6 Meter hoch, 7,7 Meter breit, bis zu 4,2 Meter tief und insgesamt 36,7 Tonnen schwer sein. Sie ist aufgehängt an 4 Stahlseilen mit einer Dicke von
jeweils 30 Millimetern.

Rein aus Spenden finanziert
Die Neue Hauptorgel kostet 1,7 Millionen Euro und wird ausschließlich aus Spenden finanziert. Dazu kommen noch weitere Kosten für die Realisierung (Aufzug, Aufhängung,
Gerüst etc.). Da die Neue Hauptorgel allein aus Spenden finanziert wird, braucht es die Unterstützung Vieler. Nur im Zusammenwirken kann dieses für unseren Dom, die Feier der Liturgie und die traditionsreiche Regensburger Dommusik so wichtige und bedeutende Projekt verwirklicht werden.

Deshalb bittet das Regensburger Domkapitel weiterhin um die Mithilfe: „Unterstützen Sie mit Ihrer Spende den Bau einer Hauptorgel, die der kirchenmusikalischen und
kunsthistorischen Bedeutung unseres Domes gerecht wird.“ Für Ihre Spende erhalten Sie selbstverständlich eine steuerlich absetzbare Spendenbescheinigung.

Spendenkonto des Domkapitels Regensburg


Kto. Nr. 145 000 0


BLZ 750 903 00


LIGA Bank Regensburg



Weitere Informationen und Bilder unter www.domorgel-regensburg.de


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