News Bild „Christen bauen Brücken, keine Mauern!“ - Bischof Rudolf Voderholzer trifft Gläubige in Eggenfelden, Gangkofen und Vilsbiburg

„Christen bauen Brücken, keine Mauern!“ - Bischof Rudolf Voderholzer trifft Gläubige in Eggenfelden, Gangkofen und Vilsbiburg

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Der zweite Tag der Pastoralreise in den Süden der Diözese Regensburgs führte Bischof Rudolf Voderholzer am Morgen in das Dekanat Eggenfelden. Dekan Egon Dirscherl begrüßte den Oberhirten und besuchte mit ihm, Regionaldekan Josef Thalhammer und dem Direktor der Katholischen Jugendfürsorge, Michael Eibl, die Werkstätte St. Rupert. Die Einrichtung der Katholischen Jugendfürsorge gibt Menschen mit Behinderung eine sinnvolle Arbeit und integriert sie aktiv in die Gesellschaft. Insgesamt 289 Erwachsene mit mittlerer bis schwerer geistiger oder körperlicher Behinderung finden hier eine Beschäftigung. Bei einem Rundgang lernte Bischof Rudolf die verschiedenen Tätigkeiten in Montage, Holz- und Metallverarbeitung kennen und zeigte sich sehr beeindruckt vom Engagement der Mitarbeiter und der vielfältigen Möglichkeiten des Arbeitseinsatzes. Die Frauen und Männer in den Werkstätten freuten sich sehr, „ihren Bischof“ einmal persönlich kennenzulernen und zeigten ihm, welche Produkte sie täglich herstellen.

In der Nachbarschaft der Werkstätte liegt, idyllisch umgeben von altem Baumbestand, das Caritas Alten- und Pflegeheim St. Nikolaus. Den Bewohnern einen angenehmen Lebensabend in Würde zu bereiten lautet hier das Motto. Heidemarie Dietl ist es ein großes Anliegen den älteren Menschen eine familiäre Atmosphäre ohne das Gefühl der Anonymität zu bieten: „Wir können den Bewohnern nicht die Familie ersetzen. Aber wir können dafür sorgen, dass sie sich bei uns sicher und geborgen fühlen und ein Zuhause haben“, erklärte die Heimleiterin Bischof Rudolf die Herausforderung der Caritas-Einrichtung. Auch Caritas-Direktor Monsignore Dr. Batz war aus Regensburg angereist, um zusammen mit Bischof Rudolf Voderholzer das Haus zu besuchen. Beim gemeinsamen Mittagessen betete Bischof Rudolf mit den Bewohnern und nahm sich Zeit für Gespräche mit den Senioren. Dabei hatte er auch die Gelegenheit den Bürgermeister der niederbayerischen Stadt, Werner Schießl, kennenzulernen und trug sich in das „Goldene Buch“ der Stadt ein.

Gangkofen, an dem kleinen Fluss Bina gelegen, ist etwa 18 Kilometer von Eggenfelden entfernt. Der Markt, einer der südlichsten Ausläufer des Bistums Regensburg, zählt rund 3.800 Katholiken und grenzt an die Erzdiözese München-Freising. Bischof Rudolf Voderholzer war es ein Anliegen, hier das Grab seines Mitbruders Weihbischof Karl Flügel zu besuchen, um dort zu beten. Weihbischof Flügel, im Volksmund auch bekannt als der „Pilgerbischof“, begleitete jahrelang die Regensburger Fußwallfahrt nach Altötting. Drei Tage lang wandern die Pilger insgesamt 111 Kilometer von Regensburg zur Schwarzen Madonna von Altötting. Auch Bischof Rudolf wird heuer eine Teilstrecke mit den Wallfahrern mitgehen, um dann am Pfingstsamstag zusammen mit mehr als 8.000 Gläubigen auf dem Altöttinger Kapellplatz die Heilige Messe zu feiern. Im Gangkofener Gotteshaus Mariä Himmelfahrt begrüßten im Anschluss Kindergartenkinder, deren Mütter und Großeltern sowie Schüler aus der Haupt- und Mittelschule den Bischof aus Regensburg mit freudigem Applaus. So waren mehr als 300 Gläubige in die Kirche gekommen. Bischof Rudolf spendete jedem einzelnen Kind den Segen, nachdem er das Wort an sie gerichtet und sich für das zahlreiche Kommen bedankt hatte.

Weiter ging die Pastoralreise nach Vilsbiburg zum Grab von Pater Viktrizius Weiß. Der 1842 in Eggenfelden geborene Kapuziner verstarb 1924 im Ruf der Heiligkeit. 1935 wurde für ihn der Seligsprechungsprozess offiziell eröffnet. Pater Weiß zeichnete seine besondere Tugend der Bescheidenheit aus. Ein Mensch, der unbemerkt vor der Welt ganz bei Gott und für Gott da sein wollte. Bischof Rudolf betete am Grab für dessen baldige Seligsprechung. Im Karmelitinnenkloster in Vilsbiburg begegnete der Regensburger Oberhirte den dort ansässigen Schwestern bevor ihn seine Reise weiter in das ortsansässige Hospiz führte. Das Haus besteht seit 2012. Träger ist der Landkreis Landshut. Gerhard Valentin, Gemeindereferent der Diözese Regensburg, unterstützt hier seit Beginn die seelsorgliche Betreuung der Bewohner: todkranke Menschen, die hier ihren letzten Lebensabschnitt verbringen. Für zehn Bewohner stehen in dem hellen und freundlichen Haus Zimmer zur Verfügung. In dem Haus arbeite man nach dem Prinzip: „Die Menschen, die hier ihre letzten Tage verbringen, sollen im Mittelpunkt stehen und Zuwendung erfahren“, erklärte der Gemeindereferent Bischof Rudolf in einem persönlichen Gespräch, bevor dieser bei einem Rundgang durch die Einrichtung, die Bewohner in deren Zimmern besuchte und mit ihnen betete. Den Bewohnern war es, so die Hospizleitung, sehr wichtig Bischof Rudolf Voderholzer zu treffen.

Den Höhepunkt des Tages bildete ein großer Pontifikalgottesdienst mit zahlreichen Gläubigen in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Vilsbiburg. Mehr als 450 Frauen, Männer, viele junge Menschen sowie Priester und pastorale Mitarbeiter aus der Region waren gekommen, um zusammen mit ihrem Diözesanbischof die Heilige Messe zu feiern. Im Anschluss veranstaltete die Pfarrei eine offene Begegnung von Gläubigen und Bischof im angrenzenden Pfarrheim. Das Haus konnte dem großen Ansturm der Gäste nicht gerecht werden, so dass zahlreiche Gläubige sich im Pfarrgarten eingefunden hatten. Bischof Rudolf Voderholzer ließ es sich nicht nehmen, von Platz zu Platz zu gehen, um mit möglichst vielen Anwesenden das persönliche Gespräch zu suchen. In seiner Predigt während des Gottesdienstes ging Bischof Rudolf auf den Tagesheiligen, den hl. Johannes Nepomuk, ein. Dieser sei mit dem König in einen großen Konflikt geraten. Trotz Folter und Verhören hatte sich Nepomuk geweigert sich über das Beichtgeheimnis hinwegzusetzen und löste nicht seine Zunge. Daraufhin wurde er gefoltert und halbtod von der Karlsbrücke in die Moldau geworfen und ertrank. Der Legende nach sei seine Zunge nicht verwest. Der Heilige, so der Bischof, übe eine Brückenfunktion zwischen Bayern und Böhmen, dem Heimatland von Bischof Voderholzers Mutter, aus. Damit gebe er Ausdruck der tiefen Verbundenheit zweier Völker. „Wie habe ich mich gefreut in Vilsbiburg zwei Zeugnisse des heiligen Nepomuk zu entdecken“, erzählte der Oberhirte und verwies auf ein Bild des Heiligen über dem Grab von Pater Viktrizius Weiß und einer steinernen Figur an der Brücke zur Altstadt.
Brücken, so Bischof Rudolf, seien eine der nützlichsten Erfindungen der Menschheit. Sie verkürzten die Wege und brächten Menschen zueinander. Und es gäbe sicher weniger Probleme, hätten die Menschen mehr Brücken als Mauern erbaut. In einer Brücke müsse man aber auch immer das Bauwerk im geistlichen Sinne sehen: „Christus ist unsere Brücke zwischen Gott und den Menschen. Er ist die Brücke zwischen Zeit und Ewigkeit. Christus ist in seiner Menschwerdung ganz auf unsere Seite getreten. Sein ganzes Leben ist ein Brückenbauen. Die Himmelfahrt Christi ist die Vollendung des Brückenschlages. Er ist der erste von uns, der bei Gott angekommen ist“, so Bischof Voderholzer.

Auch der kommende Katholikentag 2014 stehe unter diesem wunderbaren Leitsatz: „Mit Christus Brücken bauen“. Was es aber konkret heiße, wenn Menschen Brücken bauen erläuterte der Bischof anhand der vielfältigen Erlebnisse des Tages: Der Besuch in der Eggenfeldener Werkstatt für Behinderte, in der Menschen mit einer christlichen Gesinnung Brücken für Behinderte bauen, indem sie ihnen nicht nur eine Beschäftigungstherapie verschaffen, sondern sinnvolle Arbeit geben. Im Hospiz, wo Menschen andere Menschen auf dem letzten Weg begleiten. Oder auch bei der Kindersegnung in Gangkofen. Dort seien zahlreiche Mütter und Großeltern mit den Kindern auf dem Arm zu ihm gekommen, um den Segen für ihre Kleinen zu erhalten. Erwachsene also, die sich um eine christliche Erziehung mühen. All diese Menschen seien Brückenbauer.

Abschließend verwies Bischof Rudolf Voderholzer auf den Katholikentag, der vom 28. Mai bis 1. Juni 2014 in Regensburg zu Gast sein wird: „Ich lade Sie alle recht herzlich ein, sich auf den Weg zur pastoralen Vorbereitung auf den Katholikentag zu machen. Sei es im Gebet oder einer konkreten Aktion in Ihrer Gemeinde. Nehmen Sie sich jetzt schon diese Tage frei und feiern den Katholikentag mit. Wir alle wollen den Gästen aus ganz Deutschland und Böhmen zeigen, dass wir Brücken bauen und keine Mauern!“