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Zur Neuigkeit
Brustkrebsmonat Oktober: Patientin des Caritas-Krankenhauses St. Josef berichtet
„Eine tickende Zeitbombe im eigenen Körper“
Regensburg, 8. Oktober 2026
„Meine Welt ist zusammengebrochen“, erinnert sich Antonia M.* an den Moment, als sie das Ergebnis ihres Gentests erhält. Die junge Frau trägt eine BRCA-Mutation und damit ein deutlich erhöhtes Risiko, im Laufe ihres Lebens an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken. Zum Brustkrebsmonat Oktober berichtet das Caritas-Krankenhaus St. Josef von ihrem schweren Schritt der Brustentfernung bis hin zum Wiederaufbau.
Nach intensiver Beratung entscheidet Antonia M. sich schweren Herzens dafür, beide Brüste vorsorglich entfernen zu lassen. Gleichzeitig beginnt der erste Schritt des Wiederaufbaus mit körpereigenem Fettgewebe mit einem innovativen Verfahren namens CELT.
Den Cell Enriched Lipotransfer (CELT) haben Prof. Dr. Dr. Lukas Prantl, Direktor der Klinik für Plastische, Ästhetische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Caritas-Krankenhaus St. Josef, und sein Team entwickelt. Das abgesaugte Fettgewebe wird dabei noch während des Eingriffs zu hochwertigem, stammzellhaltigem Gewebe in Gelform konzentriert. Die behördliche Erlaubnis für Gewebeaufbereitung hat die zuständige Regierung von Oberfranken erst vor Kurzem erneut erteilt.
Für diese natürliche Alternative zu Silikonimplantaten hat sich auch Antonia M. entschieden. Der Weg dorthin war nicht einfach. Lange hatte sie die Möglichkeit einer erblichen Belastung verdrängt, obwohl mehrere weibliche Verwandte bereits erkrankt und verstorben waren. Sie war überzeugt, die BRCA-Mutation nicht in sich zu tragen. „Schließlich komme ich ganz nach meinem Vater.“ Doch die Frage arbeitet in ihr. Eine genetische Untersuchung bringt ihr schließlich die traurige Gewissheit. „Ich wusste plötzlich von einer tickenden Zeitbombe in meinem Körper“, beschreibt Antonia M. den Moment, in dem sie vom Ergebnis erfährt.
Nach mehreren Gesprächen bei Prof. Prantl wägt sie die verschiedenen Möglichkeiten für eine Rekonstruktion der Brust ab. Nach deren Entfernung durch das Team der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Universität Regensburg unter der Leitung von Prof. Dr. Olaf Ortmann entscheidet sie sich für einen schrittweisen Wiederaufbau mit Eigenfett.

Eigenfett statt Fremdkörper
„Das sogenannte Lipofilling stellt eine natürliche Alternative zu Implantaten dar“, erklärt Prof. Prantl. „Mit dem von uns entwickelten CELT-Verfahren können wir ein hochwertiges Transplantat herstellen, das sich gut integriert, natürlich anfühlt und dem Körper anpasst.“
Da Antonia M. sehr schlank ist, muss das benötigte Fettgewebe an mehreren Körperregionen gewonnen werden, unter anderem von Oberschenkeln, Hüften und Waden. Doch nicht das gesamte Gewebe kann in einer einzigen Sitzung transplantiert werden. Deshalb wird ein Teil unter kontrollierten Bedingungen kryokonserviert, also eingefroren. Für Antonia M. bedeutet dies einen wichtigen Vorteil: Für die erneute Fetttransplantation ist keine vorherige Absaugung notwendig. Rund drei Monate später wird das Gewebe für einen weiteren Schritt des Brustaufbaus verwendet.
Auch wenn der Weg von Antonia M. mit insgesamt vier Operationen länger ist als bei einer Brustrekonstruktion mit Silikon, sagt die junge Frau heute: „Meine Entscheidung war richtig. Das Gewebe stammt aus meinem eigenen Körper. Ein Implantat wollte ich nie haben.“ Inzwischen fühlt Antonia M. vor allem Erleichterung: „Die Angst, später an Brustkrebs zu erkranken, habe ich nicht mehr.“ Einige Narben sind noch sichtbar, doch mit jeder Behandlung wurde das Ergebnis natürlicher.
Ein Stück Normalität zurückgewinnen
Was die Patientin als persönlichen Weg erlebt, zeigt exemplarisch, welche Möglichkeiten die moderne rekonstruktive Chirurgie heute bietet. Das Lipofilling hat sich zu einem wichtigen Baustein der Brustrekonstruktion entwickelt. An St. Josef wird das Verfahren mit dem CELT-Konzept standardisiert durchgeführt. „Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre sehen wir, welches Potenzial diese Methode besitzt“, sagt Prof. Prantl.
Im Sommer 2026 wurde die behördliche Erlaubnis für die medizinische Gewebeaufbereitung in St. Josef erneut bestätigt. Die zuständige Regierung von Oberfranken überprüfte dabei die Einhaltung der vorgeschriebenen Qualitätsstandards. „Eine solche Zertifizierung ist uns ein dauerhafter Auftrag“, betont Prof. Prantl. „Wir wollen die hohe Behandlungsqualität für jede einzelne Patientin sicherstellen. Eine gelungene Brustrekonstruktion kann der betroffenen Frau ein Stück Normalität zurückgeben und dazu beitragen, wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu gewinnen.“
*Name auf Wunsch der Patientin geändert.
Text: Caritas-Krankenhaus St. Josef
(kw)




